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Die MPU – alles zu Ablauf, Kosten und Vorbereitung
22. Juli 2020
Regularien

Die MPU – alles zu Ablauf, Kosten und Vorbereitung

Wer nach der MPU fragt, für den ist es meist schon zu spät. Der Führerschein ist weg, die Sperrfirst läuft. Bevor die Sperrfrist nach frühestens sechs Monaten endet, musst du deine Fahreignung durch die MPU unter Beweis stellen. Denn ohne den berüchtigten „Idiotentest“ kein Führerschein. Willst du bestehen und Besserungswillen zeigen, brauchst du Vorbereitung. Wir helfen dir bei der MPU-Anmeldung und klären über Ablauf und Kosten auf. Erfahre auch, was im „Worst Case“ passiert: Was, wenn du nicht bestehst?

MPU: Was ist der berüchtigte Idiotentest?

Die MPU steht für „Medizinisch psychologische Untersuchung“ und wird in Deutschland seit 1954 durchgeführt. Sie stellt die physische und psychologische Fahreignung von Verkehrssündern fest und entscheidet, ob es sich um unverbesserliche Wiederholungstäter oder einsichtige Ausnahmen handelt. Zertifizierte medizinische und verkehrspsychologische Untersuchungsstellen nehmen dabei charakterliche Eigenschaften, soziales Umfeld, körperliches Befinden und die persönliche Vergangenheit unter die Lupe. Aus den protokollierten Testergebnissen erstellen sie dein Fahreignungs-Gutachten: Der seidene Faden, an dem dein Führerschein hängt.

Allein 2018 gingen, Statista.com zufolge, 37,4 Prozent der Getesteten mit einem „Ungeeignet“ nach Hause. Unter anderem, weil viele das Geld für teure Vorbereitungskurse sparen wollten. 5 Prozent erreichten ein „Nachschulungsfähig“, mussten also Nachschulungskurse besuchen, um den Führerschein zurückzuerhalten. 57,6 Prozent schafften „Geeignet“.

Im europaweiten Vergleich kommen Verkehrssünder in Deutschland noch glimpflich davon. Eine Fahrt mit 0,8 Promille in Großbritannien kann zum Beispiel umgerechnet 6.400 Euro und unter Umständen sechs bis zwölf Monate Freiheitsstrafe bedeuten. Wenn dich also die MPU erwartet, denk nicht an „Idiotentest“, sondern betrachte es als Chance auf Selbstreflektion.

Ab wann muss ich zur MPU?

Ab 1,1 Promille kann eine MPU angeordnet werden. (Bild: iStock)

Fahrverbote passieren schnell. Zu hohe Geschwindigkeit inner- oder außerorts, schon ist die Fahrerlaubnis weg und wird erst nach Ablauf der Frist automatisch wieder ausgehändigt. Für einen Führerscheinentzug muss man sich aber mehr zu Schulden kommen lassen.

Wer in Deutschland mit zu viel Promille fährt, hat noch nicht gleich mit Führerscheinentzug zu rechnen. Selbst bei Verkehrsgefährdungen mit 0,3 oder mehr als 0,5 Promille kommt es eher zu befristeten Fahrverboten. Ab 1,1 Promille kann jedoch eine MPU angeordnet werden, ab 1,6 Promille dann definitiv.

Wer unter Drogeneinfluss fährt, 8 Punkte in Flensburg sammelt oder Straftaten im Straßenverkehr begeht, kann sich ebenfalls von seinem Führerschein verabschieden. Je nach Delikt ist eine Sperrfrist zwischen sechs Monaten und fünf Jahren die Folge. In den meisten Fällen gibt es erst nach bestandenem „Idiotentest“ den Führerschein zurück.

Wie und wo beantrage ich die MPU?

Nach Ablauf der Sperrfrist liegt irgendwann die MPU-Anordnung der Fahrerlaubnisbehörde im Briefkasten. Besser du erkundigst dich aktiv im Voraus, ob eine MPU ansteht. Bei Alkohol- und Drogendelikten solltest du vor Neubeantragung des Führerscheins klären, ob für deine MPU Blut- und Urin-Screenings nötig sind. Ohne genug Vorlauf hast du kaum eine Chance, rechtzeitig die nötigen Abstinenznachweise zu erbringen. Abstinenznachweise benötigen zwischen sechs und zwölf Monaten. Eine Neubeantragung ist aber frühestens nach drei Monaten der Sperrfrist möglich.

Steht eine MPU an, musst du sie bei der Führerscheinstelle beantragen. Die Führerscheinstelle leitet deinen Antrag auf Neu-/Wiedererteilung an eine selbst gewählte MPU-Stelle weiter. Zuständige MPU-Stellen gibt es viele, sie müssen jedoch von der Bundesanstalt für Straßenwesen als Begutachtungsstellen für Fahreignung akkreditiert sein. Dazu zählen unter anderem Stellen von TÜV, DEKRA, AVUS und ProSecur. Eine vollständige Liste findest du auf der Website der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast). Nach vier bis acht Wochen erhältst du einen Überweisungsträger für die MPU-Gebühr. Danach erfährst du von der Führerscheinstelle, wann du zur MPU musst.

Wie läuft eine MPU ab?

Am Tag der MPU kennst du den Ablauf der MPU besser schon auswendig. Denn gut vorbereitet ist einmal weniger durchgefallen. Unterlagen, die du zur MPU unbedingt mitbringen musst, sind:

  • Personalausweis

  • Alkohol-/Drogen-Screenings und Leberwerte (bei entsprechendem Vergehen)

  • Abstinenznachweise (je nach Anlass Urin-/Blut-/Haaranalyse)

  • Ärztliche Gutachten (bei möglichen psychischen/körperlichen Erkrankungen)

  • Zertifikate für absolvierte Selbsthilfekurse oder Therapien

Die Dauer der MPU beträgt zweieinhalb bis vier Stunden. Wie lange deine MPU tatsächlich dauert, hängt vom Anlass und dem Umfang der Tests ab. Die Untersuchung erfolgt im medizinischen Labor der Untersuchungsstelle in vier Stufen:

  1. Schriftliche Befragung: ein fünfseitiger Fragebogen zu Lebenslauf, Krankheitsgeschichte, Testanlass (z.B. Drogen-/Alkoholdelikt) und fallspezifische Fragen.

  2. Medizinische Tests: Körperliche und neurologische Routineuntersuchung. Bei Drogen-/Alkoholdelikten voraussichtlich auch eine Untersuchung der Leberwerte durch Blut- und Urin-Screenings. Anschließendes ärztliches Gespräch.

  3. Leistungstest: Konzentrations-, Wahrnehmungs- und Reaktionstests, vorrangig am Computer und mit Schwerpunkt Straßenverkehr und Fahrtüchtigkeit.

  4. Psychologische Untersuchung: Ein etwa einstündiges Gespräch mit einem psychologischen Gutachter, das protokolliert wird. Die Fragen beziehen sich auf Verhaltensmuster, mögliche Gründe für das Verkehrsdelikt, Tendenz zu Besserung oder zu Wiederholungstaten, Sucht oder Verhaltensauffälligkeiten. Fragen basieren auf einem umfassenden Fragenkatalog, folgen einer schwer durchschaubaren Strategie und sind ein Hauptgrund für die hohe Durchfallquote.

Eine Urinanalyse im Rahmen der MPU kann dich bis zu 250 Euro kosten. (Bild: iStock)

Nach Ende der MPU erhältst du manchmal direkt anschließend dein Testresultat. In den meisten Fällen werden die Ergebnisse jedoch per Post innerhalb von zwei Wochen verschickt.

Die möglichen Resultate sind „Geeignet“, „Ungeeignet“ oder „Nachschulungsfähig“. Positive und negative Resultate sind selbsterklärend. Solltest du als „Nachschulungsfähig“ gelten, so bist du nicht durchgefallen, musst aber am sogenannten §70 Nachschulungskurs teilnehmen. Dabei handelt es sich um Gruppenkurse an mehreren Terminen. Nach bescheinigter Kursabsolvierung erhältst du deine Fahrerlaubnis von der Führerscheinstelle zurück.

Was kostet mich die MPU?

Die MPU-Kosten teilen sich in zwei Faktoren. Zum einen die Gebühren für die MPU selbst. Diese waren bis 2018 gesetzlich vorgeschrieben und durften nicht variieren. Seit August 2018 können die Gutachtenstellen die Preise selbst bestimmen. Eine einheitliche Kostenangabe fällt daher schwer. Allgemein steigen die Kosten mit der Schwere des Delikts und den benötigten Tests and Screenings. Die folgenden Angaben sind daher nur Richtwerte.

MPU-Antragsgebühren je nach Anlass: zwischen 300 und 900 Euro

Alkoholtests: bis zu 170 Euro

Urinanalysen: bis zu 250 Euro

Drogen-Screening: 50 bis 150 Euro

Abstinenznachweis: 100 bis 700 Euro

Haarprobe: 30 bis 250 Euro

Medizinische Voruntersuchungen: bis zu 200 Euro

§70 Nachschulungskurs: bis 400 Euro

Zu den Kosten für die MPU addieren sich die teuren Vorbereitungskurse. Je nachdem, wie viele Termine du benötigst (ca. 60 bis 100 Euro pro Stunde) kann die verkehrspsychologische Vorbereitung zwischen 800 und 1.500 Euro kosten. Ein eintägiger Vorbereitungskurs kostet etwa 250 Euro. Die Gesamtkosten einer MPU inklusive Vorbereitung, Screenings, Tests und Gutachten liegen zwischen 1.500 und 3.500 Euro.

Wie bestehe ich die MPU?

Für das Bestehen der MPU gibt es leider keinen Geheimtrick. Am sichersten fährst du, wenn du nicht bei der Vorbereitung sparst. Du könntest zwar die Gesamtkosten für die Medizinisch Psychologische Untersuchung senken, indem du weniger oder gar keine Vorbereitungskurse besuchst. Doch allein das könnte schon im psychologischen Test zum Nichtbestehen führen.

So sehr es bei der MPU um medizinische Werte wie Blut- und Urin-Screenings geht, so sehr geht es auch um Verhaltensauffälligkeiten, Wiederholungstendenzen und Besserungswillen. Kleine Gruppen sind für Vorbereitungskurse ideal, da Einzelkurse deutlich teurer und Kurse mit großen Gruppen zu unübersichtlich sein können. Auch ein verkehrspsychologischer Beratungskurs hilft. Dort werden nicht nur MPU-Fragestrategien geübt, sondern auch eigene Verhaltensmuster im Straßenverkehr erörtert.

Seriöse Anbieter für die MPU-Vorbereitung laden zu kostenlosen Info-Terminen und bieten keine falschen Versprechungen, lauter Werbesprüche oder verlangen überteuerte Gebühren. Kurse sollten sich idealerweise aus Gruppensitzungen, Präventionsseminaren, Einzelgesprächen und Testbefragungen zusammensetzen. Suche am besten nach zertifizierten Verkehrspsychologen. Listen für Kontaktstellen findest du auf den Websites folgender Institutionen: Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V., Bundesverband niedergelassener Verkehrspsychologen und Bundesanstalt für Straßenwesen.

Die größte Hürde neben Blut- und Urinanalysen ist die Fragestrategie der psychologischen Untersuchung. Fragen sollen dir nicht „wahr oder falsch“-Antworten entlocken, sondern deine Selbstreflektion und dein Verständnis von Eigenverantwortlichkeit ermitteln. Mangelnde Vorbereitung lässt sich aus zu langem Zögern, zu schneller Antwortzeit oder unsicherem bzw. zu aufgekratztem Verhalten ablesen. Es kommt nicht nur auf richtige Antworten, sondern auf deine Suche nach Antworten an.

Was mache ich mit dem MPU-Gutachten?

Nach der MPU bekommst du dein Gutachten innerhalb von zwei bis fünf Wochen per Post zugesandt. Die Fahrerlaubnisbehörde erhält keine Information über deine MPU. Daher musst du aktiv werden. Wenn du dein positives Gutachten vorlegst, bekommst du einen vorläufigen Führerschein. Dein neuausgestellter Führerschein wird dir dann wenige Wochen später zugeschickt. Weitere Unterlagen, die zur Neu-/Wiederbeantragung nötig sind: dein Personalausweis, ein Passbild, Sehtestergebnisse und ein Zertifikat für einen Erste-Hilfekurs.

MPU nicht bestanden: Was tun?

Wenn du ein negatives Gutachten erhältst, musst du erneut zur MPU. Beachte, dass deine ersten Testergebnisse in deiner Akte einsehbar sind, wenn du dein Einverständnis für eine Gutachtenweiterleitung an die Fahrerlaubnisbehörde gibst. Geht das negative Gutachten an die Behörde, musst du zudem einen neuen Antrag mit neuen Gebühren stellen.

Lässt du das negative Gutachten nicht weiterleiten, so kommt es nicht in deine Akte, hat also keinen Einfluss auf deine zweite MPU. So kannst du deinen Antrag bis zur zweiten MPU einfach verlängern, ohne die Gebühr erneut zu zahlen. Eine zweite MPU kannst du direkt nach dem Nichtbestehen in Angriff nehmen. Eine Frist zwischen einem negativen Gutachten und einer neuen MPU gibt es nicht.

Erforsche vor der zweiten MPU mögliche Gründe für dein Nichtbestehen: Mangelnde Vorbereitung, fehlende Screenings oder unkonzentrierte Antworten.

Kann die MPU verjähren?

Theoretisch ist eine Verjährung der MPU möglich. Jedoch verjährt nicht die Anordnung einer MPU, sondern das Verkehrsdelikt. Nach zehn Jahren werden Einträge aus einer Verkehrsakte getilgt. Die Tilgungsfrist beginnt jedoch erst nach fünf deliktfreien Jahren. Das bedeutet frühestens nach 15 Jahren kannst du einen neuen Führerschein ohne MPU beantragen. Ein Aussitzen der MPU, um Kosten zu sparen, lohnt also nicht.

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