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Die besten Verfolgungsjagden im Film
19. Oktober 2021
Autokultur

Die besten Verfolgungsjagden im Film

Ob Baby aus Baby Driver im Subaru Impreza WRX, Frank Bullitt im Ford Mustang des Klassikers Bullitt oder die zusammengeklöppelten Fahrzeug-Überreste, die sich in Mad Max: Fury Road motorisierte Schlachten liefern: Verfolgungsjagden in Filmen gehören zur absoluten Königsklasse der cineastischen Inszenierung.

Dabei reicht es nicht, coole Autos und qualmende Reifen zu zeigen. Vielmehr ist es – wie bei einer guten Kampfszene – die Choreographie und Dramaturgie, die eine solche Actionsequenz trägt. Wir nehmen sieben Filme unter die Lupe und zeigen dir, was sie so besonders macht.

Die besten Verfolgungsjagden im Film

Es gab so viele tolle Verfolgungsjagden in der Geschichte des Films, dass wir unmöglich alle auflisten könnten. Wir haben versucht eine guten Querschnitt aus modernen Filmen und ikonischen Klassikern, besonderen Autos und interessanten Drehhintergründen zu finden.

1. Bullitt (1968) – Ford Mustang vs. Dodge Charger

Röhrende Motoren, langsamer Aufbau und ein gegenseitiges Abtasten, bis das Gaspedal wirklich durchgedrückt wird. Bullitts Verfolgungsjagd wirkt wie der nervenaufreibende High-Noon-Showdown eines Western-Epos. San Francisco ist eine besondere Stadt, mit einzigartigem Auf und Ab auf den Straßen. Regisseur Peter Yates inszenierte die Verfolgungsjagd der beiden Muscle Cars auf eine Art und Weise, die auch über 50 Jahre später noch funktioniert.

Enge Straßen, Perspektivwechsel ins Cockpit und direkt über die Schulter von Hauptdarsteller Steve McQueen. Keine Musik, kein Gefluche, keine schnellen Schnitte auf Kupplung und Schaltknüppel. Hier zählt nur das Röhren der Motoren. Diese Verfolgungsjagd wirkt geradezu geerdet und realistisch, denn sie kommt ohne Bombast aus. Ihr knallhartes Ende passt hervorragend zum Film und zeigt, warum McQueens Spitzname lange Zeit Mr. Cool war.

2. Mad Max: Fury Road (2015) – Ford Falcon XB GT Coupé 1973

Mad Max: Fury Road ist im Grunde eine große, zweistündige Verfolgungsjagd und ein absolutes Stunt-Feuerwerk. Auch wenn es inzwischen möglich ist, allerlei Special Effects und Szenenbilder am Computer zu basteln, praktische Effekte haben gerade bei Verfolgungsjagden immer noch mehr Wumms. So auch hier. Wenn im Film Motorräder über einen riesigen Truck springen, sind es echte Stuntmänner auf echten Motorrädern. Überschlägt sich ein Auto, entstammt auch das der Realität.

In Fury Road sind die Autos die Stars, vor allem, weil sie in der Postapokalypse stark modifiziert auftreten. 150 Autos wurden speziell für den Film gebaut. Sie sehen genauso verrückt aus, wie die Figuren, von denen sie gesteuert werden. Auch der legendäre Ford Falcon von Hauptfigur Max feiert ein (zu kurzes) Comeback.

3. Ronin (1998) – Peugeot 406 vs BMW 5er E34

Stille. Wie schon Bullitt 30 Jahre zuvor, kommt die Verfolgungsjagd in Ronin ebenfalls ohne Musik aus. Zwar klingen weder Peugeot noch BMW so beeindruckend wie der Mustang von McQueen, dafür sind gerade diese Autos eine wunderbare Abwechslung zur Mehrzahl der hochgezüchteten Traumwagen anderer Filme. Die Abwesenheit der Musik sorgt außerdem für mehr Spannung. Soundtracks suggerieren oftmals Emotionen, die eigentlich die Szenen wecken sollen.

Ronin überzeugt nicht nur mit geerdeten Fahrzeugen, es ist die unaufgeregte Dramaturgie, die hier für den Anstieg des Puls’ sorgt. Mit blitzender Lichthupe und Robert de Niros angestrengtem Gesicht geht es quer durch Paris enge Straßen, Kreisverkehre, Tunnel und schließlich in den dichten Gegenverkehr. Das darauffolgende Chaos und die Unfälle die rundherum entstehen, sind nur hier und da mit Bombast garniert und kommen völlig ohne das Schnittgewitter vieler moderner Actionfilme aus.

Alle Stunts wurden außerdem ohne CGI- oder Kamera-Trickserei – wie den Film schneller abzuspulen – realisiert, was sie technisch wirklich beeindruckend macht. Man sieht es den Fluchtwagen an, dass hier mit teils atemberaubendem Tempo über abgesperrte Straßen gebrettert wird, auch durch den Gegenverkehr. Dabei zuckt man schon das ein oder andere Mal zusammen.

4. The Italian Job (2003) – Mini Cooper

Remakes haben in Hollywood nicht immer den besten Ruf. The Italien Job – Jagd auf Millionen aus dem Jahr 2003 hat dieses Problem nicht. Das mag einerseits mit dem Cast zu tun haben, der mit Stars nur so gespickt ist. Andererseits schaffte Regisseur F. Gary Gray es, auch im Remake eine denkwürdige Heist-Sequenz mit neuen Mini-Cooper-Modellen zu inszenieren.

Während die Originalsequenz aus 1969 mit lockerer Gute-Laune-Musik unterlegt war und einen gewissen Slapstick-Aspekt nicht entbehrte, verpasste man der 2003er Version etwas mehr Action. Die vier Mini Cooper waren Spezialanfertigungen für den Film. Im U-Bahn-System von Los Angeles durften aus Sicherheitsgründen keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor fahren – somit waren die Mini Cooper ihrer Zeit voraus und hatten Elektromotoren verbaut. Die Motorengeräusche wurden nachträglich eingefügt.

Alle Schauspieler absolvierten vor den Dreharbeiten Stuntfahrtrainings. Der Großteil der Fahrstunts wurde von der Besetzung selbst realisiert – Charlize Theron war laut der Crew dabei die beste Fahrerin.

5. Baby Driver (2017) - Subaru Impreza WRX STI

(Bild: SONY Pictures Entertainment)

Baby Driver ist im Grunde die Antithese zur stillen Verfolgungsjagd. Edgar Wright stilisiert seinen Film um den professionellen Fluchtfahrer “Baby”, der seinen eigenen Soundtrack hat. Die Verfolgungsjagd mit der der Film startet, wird vom groovigen Song “Bellbottoms” von The Jon Spencer Blues Explosion untermalt und ist nicht so sehr auf knallharte Action ausgelegt, als auf eine perfekte Symbiose zwischen Musik, Schnitt und Fahrkunst.

Hier soll ein Flow-Zustand für den Zuschauer sichtbar werden. Derselbe Zustand, in dem sich auch die Hauptfigur befindet. Die Flucht im knallroten Subaru Impreza WRX und das Umfahren aller Hindernisse auf dem Weg, sind Teil einer besonderen Choreographie. Baby Driver lässt Realismus auf der Rückbank und gibt sich dem Style hin: und es glückt. Der Song war es auch, der Edgar Wright überhaupt dazu inspirierte eine Verfolgungsjagd zu schreiben, die dann schlussendlich in einem Film mündete.

6. Blues Brothers (1980) – Dodge Monaco Police

Die große Verfolgungsjagd in Blues Brothers war ein wahres Blechfestival. Denn in diesem Film ist die Flucht selbst gar nicht so spannend – vielmehr ist imposant, was hinter dem Fluchtwagen der Gebrüder Blues passiert. Denn während die Hauptfiguren relativ unbeschadet durch die Innenstadt von Chicago rasen, schrotten die Gesetzeshüter eine ganze Armada an Streifenwagen.

Die Produktion dieser Sequenz und sämtlicher Verfolgungsjagden in diesem Film liest sich auch über 40 Jahre später beeindruckend. Die Crew kaufte 60 Polizeifahrzeuge, die zum Ende des Films Schrott waren. Über 40 Stuntfahrer wurden engagiert und am Set gab es eine Autowerkstatt, die ständig Autos reparierte. Ebenfalls bemerkenswert: Die Stuntfahrer fuhren wirklich mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h durch Chicago.

Blues Brothers hielt zu der Zeit den Weltrekord für die meisten zerstörten Autos in einem Film – insgesamt waren 103 Fahrzeuge nach den Dreharbeiten schrottreif. Gebrochen wurde dieser von Junkman (1982), Blues Brothers 2000 (1998) und The Matrix Reloaded (2003).

7. Fast Five (2011) – Dodge Charger SRT-8

Hier rollen vermutlich Film- und Autofans gleichermaßen mit den Augen. Es ist unbestreitbar, dass die Filmserie um Vin Diesel quatschig und unrealistisch ist und vor fragwürdiger Männlichkeit strotzt. Aber: Wenn zwei Dodge Charger einen 4 Tonnen schweren Stahltresor durch Rio de Janeiro ziehen, kann man schon mal ein oder beide Augen zudrücken.

Das Besondere: Der Großteil dieser Sequenz wurde mit praktischen Effekten und nicht mit CGI gemacht. Hier haben zwei echte Dodge Charger, mit ihren 6,4 Liter Hemi-V8 Motoren, einen echten Stahlsafe gezogen. Allerdings nicht in allen Szenen, immerhin hätte man sonst die Kontrolle über dieses 4-Tonnen-Monster verloren. Und hier wird es besonders interessant: Stuntkoordinator Jack Gill baute für einige Szenen einen Pick-up-Truck zum fahrenden Safe um.

Alle nicht-notwendigen Teile wurde vom Truck entfernt und er wurde mit Stahlwänden umzogen. Das Problem: Es entstand zu viel Hitze für den Fahrer. Knapp 87° Grad innerhalb des Stahlvierecks waren deutlich zu heiß. Also entschloss man sich mit Trockeneis, dafür zu sorgen, dass die Temperatur aushaltbar blieb. Da Trockeneis einer geschlossenen Umgebung allerdings sämtlichen Sauerstoff entzieht, bastelte die Crew dem Fahrer einen Spezialhelm, der durch eine Luftröhre nach außen führte – nur so war es für ihn möglich zu atmen.

Filmraserei mit Stil und Wucht

Verfolgungsjagden und Actionsequenzen mit Fahrzeugen sind nicht nur eine Herausforderung für Stuntfahrer während der Dreharbeiten. Was im Film bestenfalls flüssig und organisch wirkt, bedarf großer Planung und vielen filmtechnischen Tricksereien. Auch Schnitt und Musik sind am Ende grundlegende Eckpfeiler dafür, dass der Zuschauer trotz hochrasanter Action immer genau weiß, was passiert und wo es passiert.

Da es in der Geschichte des Films unzählige Verfolgungsjagden gibt und wir leider nicht alle auflisten konnten: Welche Verfolgungsjagden bleiben dir immer im Gedächtnis?

Titelbild: Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.

Norman Volkmann
Norman Volkmann

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