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Chinesische Automarken: die interessantesten Autos 2022
13. April 2022
Kaufratgeber

Chinesische Automarken: die interessantesten Autos 2022

An der Eroberung europäischer Herzen und Geldbeutel haben sich bereits einige chinesische Automarken versucht. Los ging es um 2005 mit Brilliance und Landwind. Dann folgte mit Beteiligung deutscher Auto-Manager Qoros. Auch die deutsche Traditionsmarke Borgward rollte – finanziert vom chinesischen Lkw-Hersteller Foton – einige Jahre durch den deutschen Blätterwald. Draus geworden ist nicht viel.

Heute stehen wieder einige chinesische Marken vor den Toren Europas – nach eigener Auskunft. Das Elektroauto-Start-up Nio etwa („Chinas Tesla“), aber auch etablierte Hersteller wie Great Wall und Chery. Ein Grund zum Spotten ist das längst nicht mehr. Einige chinesische Automarken gibt es bereits in Deutschland, etwa Lynk & Co, Aiways oder MG. Das heraufziehende Zeitalter der E-Autos mischt die Karten neu. Einen technischen Rückstand der chinesischen Hersteller gibt es bei Elektroautos nicht, anders als bei Verbrennungsmotoren.

Welche chinesischen Autos gibt es schon in Deutschland, welche könnten demnächst kommen? Wie günstig sind sie wirklich? Das zeigt unsere Übersicht.

Übersicht: Chinesische Autos in Deutschland

Marke/ModellAntriebPreisVerfügbarkeit
Aiways U5Elektroab 36.000 EuroBereits erhältlich
Borgward BX7Benzinab 44.200 EuroBereits erhältlich
BAIC BeijingBenzinab 17.000 EuroÜber Importeur
Dongfeng FengonBenzinab 24.000 EuroÜber Importeur
FAW BestuneBenzinab 26.595 EuroÜber Importeur
Seres 3Elektroab 33.340 EuroÜber Importeur
Great Wall Ora CatElektroca. 30.000 Euro Marktstart 2022
Lynk & Co 01Hybrid PHEV500 Euro mtl.Über Volvo
MG ZSElektroab 30.500 EuroBereits erhältlich
MG EHSPHEVab 32.312 EuroBereits erhältlich
MG Marvel RElektroab 43.420 EuroBereits bestellbar
MG5Elektron.n.Marktstart 2022
Nio ET5, ET7, EC6, ES6, ES8Elektron.n.Marktstart 2022
Freze Nikrob (Wuling Hongguang Mini EV)Elektroca. 10.000 EuroMarktstart offen

Aiways: China-E-Autos sind schon da

Bereits erhältlich: Der Aiways U5 macht eine gute Figur, aber dafür muss man erstmal einen Euronics-Store finden. (Bild: Aiways)

Aiways ist 2021 mit dem Elektro-SUV U5 in Deutschland gestartet. Für den Vertrieb gewannen die Chinesen doch tatsächlich die Elektro-Handelskette Euronics, den Service übernimmt A.T.U. In ersten Tests der Fachpresse schneidet der Aiways U5 gut ab. Zudem kostet das 4,68 Meter lange SUV mit 36.000 Euro deutlich weniger als vergleichbare Modelle europäischer Hersteller. Die Reichweite des U5 beträgt nach Norm rund 400 Kilometer, bei ersten Testfahrten ergaben sich nur knapp 300 Kilometer – etwas unterdurchschnittlich. 2022 folgt mit dem U6 ein etwas größeres Modell im trendigen SUV-Coupé-Design, auf derselben Plattform.

BYD: Zunächst nur Norwegen

BYD bedeutet “build your dreams” und hat den Verkauf in Europa 2021 gestartet - zunächst aber nur in Norwegen. Das SUV Tang wird in China mit verschiedenen Antrieben gebaut, nach Europa kommt nur die Elektro-Version. Im ersten Jahr liefern die Chinesen 1.500 Elektro-SUV in das nordeuropäische Land. Daneben hat BYD nach eigenen Angaben weltweit bereits 45.000 Elektro-Busse verkauft und bietet außerdem Gabelstapler an. Wann der erste BYD nach Deutschland kommt, steht noch nicht fest.

Dongfeng: E-Auto-Kompetenz für Europa

Dongfong (auch "DFSK" abgekürzt) hat mehrere Fengon-SUVs (500, 5, 7), die jeweils völlig verschieden sind. (Bild: DFSK)

In Europa sorgte Dongfeng erstmals 2014 für Aufsehen. Damals stieg der chinesische Autobauer mit 14 Prozent bei Peugeot-Citroën (PSA) ein. Für den angeschlagenen französischen Autokonzern seinerzeit die Rettung. Dongfeng-Technik trägt heute viele erfolgreiche Autos: Die Chinesen entwickelten federführend die CMP-Plattform für PSA. Sie steckt zum Beispiel im Opel Corsa, Peugeot 2008 oder Citroën C4.

Einen eigenen Vertrieb in Deutschland hat Dongfeng bisher nicht. Aber die deutsche Firma Indimo fungiert als Importeur und bietet zum Beispiel die Fengon-SUV-Reihe an. 16.500 Euro sind für den Fengon 500 nötig, 37.000 Euro für den Fengon 7. Dieser ist dafür ein vollwertiger, 5 Meter langer 7-Sitzer und Dongfengs selbsternanntes „Premium Flagschiff“.

Chery: Erst mal gründlich hinschauen

Offensichtlich hat man sich bei Chery etwas bei Toyotas aktuellem Familien-Gesicht bedient – siehe Tacoma & RAV4. (Bild: Chery)

Auf der IAA 2017 tritt Chery erstmals in Westeuropa auf. Auf dem Stand gibt es mehrere SUVs unter dem Namen “Exeed” zu segen. Auf Nachfrage sagt Chery jedoch: „Man wolle den deutschen Markt erst einmal genau beobachten – um festzustellen, ob die eigenen Autos den Wünschen der hiesigen Kundschaft entsprechen.“ 2019 eröffnet der Hersteller dann überraschend eine Europazentrale in Frankfurt am Main.

Erste Modelle sollten “irgendwann nach 2020” kommen. Klingt vage, aber Chery ist Chinas erfolgreichster Auto-Exporteur, mit Absatzmärkten in Osteuropa, Zentral- und Südamerika. In China produziert Chery außerdem unter Lizenz für Jaguar Land Rover. Jede Wette, dass da noch was kommt.

Great Wall: 2022 soll es losgehen

Liebling, ich habe den Porsche Taycan Cross Turismo geschrumpft! Und mit einem Fiat 500e vermischt. (Bild: Great Wall)

Schneller soll es mit Elektroautos aus China bei Great Wall gehen. Auf der IAA 2021 zeigen die Chinesen die Marke Ora mit dem Modell Ora Cat. Das E-Auto soll dem VW ID.3 Konkurrenz machen: Es misst 4,24 Meter in der Länge, verfügt über High-Tech-Ausstattung wie Matrix-LED-Licht, 5G-Technik und Gesichtserkennung. Die Reichweite beträgt je nach Akku zwischen 300 und 400 Kilometern.

Die Preise sollen um die 30.000 Euro liegen, die ersten Fahrzeuge schon im ersten Halbjahr 2022 zum Kunden kommen. Great Wall hat im November 2021 seine Europazentrale in München bezogen. Dort und in Berlin sollen die ersten “Brand Experience Center” entstehen, insgesamt plant die chinesische Automarke 10 Standorte in Deutschland.

Lynk & Co: Volvo-Ableger von Geely mit Mietkonzept

Lynk & Co hat ein einzigartiges Vertriebsmodell, nämlich gar keins. Aktuell kann man den 01 nur mieten. (Bild: Lynk & Co)

Angekündigt war der Marktstart von Lynk & Co schon seit einigen Jahren, ein Subunternehmen des chinesischen Giganten Geely. Jetzt fahren die ersten Modelle des Volvo-Spinoffs über deutsche Straßen (oder sind die Schweden mittlerweile eher ein Geely-Ableger?). In China startete die Marke 2017. Das SUV "01" basiert auf dem Volvo XC40 und kann aktuell nur gemietet werden. 500 Euro kostet das im Monat, darin inbegriffen: Versicherung, Wartung und Winterreifen. Den Service übernehmen die Volvo-Händler. Kündigungsfrist: Jederzeit zum Monatsende.

Lynk & Co Kunden dürfen ihr SUVs auch weitervermieten. Schließlich stünden "die meisten Autos 90 Prozent der Zeit auf dem Parkplatz", sagt Markenchef Alain Visser. Wer möchte, kann in dieser Zeit sein Geld also auch mal für sich arbeiten lassen. Theoretisch kann das Auto auch gekauft werden. Es kostet als Plug-in-Hybrid 46.000 Euro – derzeit kann man sich allerdings nur für Bestellungen registrieren.

MG: Traditionsmarke als China-Auto

Die (wiederbelebte) Marke MG ist bereits mit einer ziemlich umfangreichen Modellpalette in Deutschland am Start. (Bild: SIAC)

Diese chinesische Automarke war mal eine britische: MG. Zusammen mit Rover gingen 2005, nach dem Verkauf von BMW, die Markenrechte nach China und gehören heute dem größten chinesischen Hersteller SAIC. Der bringt MG nun zurück, als Elektroauto-Marke. Seit Januar 2021 gibt es die Modelle ZS EV und EHS in Deutschland, später folgen MG Marvel und MG5 Electric (der erste Elekro-Kombi überhaupt). Sie fahren als Plug-in-Hybrid oder als Elektroauto, die Preise starten bei gut 30.000 Euro (ZS).

Ganz klassisch verkauft der chinesische Autohersteller über ein Agenturmodell, sprich: Autohäuser. In ersten Tests schneidet der Mini-SUV ZS gut ab. bei Ladetempo und Reichweite (rund 220 km) erfordert er jedoch Kompromisse.

Nio: Start-up mit Startproblemen

Nio will nächstes Jahr eine revolutionäre Feststoff-Batterie auf den Markt bringen, aber vorerst nur in China. (Bild: Nio)

Rund um Nio sah es lange nicht gut aus: Vollmundige Ankündigungen, wackelige Investorenrunden und immer wieder verzögerte Produktionsstarts. Aber seit einem knappen Jahr läuft die Produktion, in China läuft der Verkauf. Inzwischen glückte auch die Markteinführung in Norwegen. Das erste Modell ist der SUV Nio ES8 mit gut fünf Metern Länge, 500 Kilometern Reichweite und Preisen ab umgerechnet rund 51.000 Euro.

Im vierten Quartal 2022 will Nio den Verkauf in Deutschland starten. Dann mit vier Modellen, sowie hauptsächlich online und direkt. Als erster Hersteller will Nio außerdem ein Batterietausch-Konzept auf den Markt bringen und gewann dafür Shell als Partner. Geplant ist zusätzlich ein eigenes Supercharger-Netzwerk, analog zu Tesla, ebenso eigene Service-Center. Nio sieht sich als innovative chinesische Premium-Marke sowie als Vorreiter für besondere Service-Angebote.

Wuling Hongguang: Chinas erfolgreichstes E-Auto

Etwas vager und eine Nummer kleiner läuft es beim Hongguang Mini von Wuling, einem Joint-Venture von General Motors und SAIC. In China ist der 2,92 Meter kurze Elektro-Zwerg das erfolgreichste E-Auto am Markt. Im ersten Produktionsjahr verkaufte Wuling mehr als 260.000 Exemplare. Das liegt vor allem am Preis: Der kleine Stadtwagen kostet in China sagenhafte 3.700 Euro.

Im Frühjahr 2021 wurde bekannt, dass das winzige China-Elektroauto nach Europa kommen soll. Die Firma Dartz aus Litauen kennt man bisher für martialische SUV-Umbauten, aber über sie soll der Hongguang Mini EV nach Europa kommen. In Litauen montiert Dartz das Fahrzeug aus Einzelteilen aus China.

Ein Marktstart in Deutschland liegt damit im Bereich des Möglichen, allerdings nur wenn es die Genehmigung unter einer „Quad-Lizenz“ in Deutschland erhält und/oder einige Sicherheits-Anpassungen vorgenommen werden. Der Preis stiege damit auf rund 10.000 Euro. In Litauen soll das Modell Freze Nikrob heißen, mit Reichweiten bis zu 200 Kilometern.

Geely: Erfolgreich mit Volvo, London Taxi und Smart

Mercedes' Smart-Marke gehört nur noch zur Hälfte dem Daimler-Konzern; ab nächstem Jahr baut Geely. (Bild: smart Europe)

Niemand sollte Chinas Autoindustrie unterschätzen. Alle großen Hersteller unterhalten seit Jahrzehnten Joint-Ventures mit westlichen Marken. SAIC etwa produziert für Volkswagen und General Motors, Changan für Ford und Suzuki, Dongfeng für Stellantis, Renault und Kia.

Wie man Europa am effektivsten erobert, zeigt jedoch Geely-Besitzer Li Shufu: Er investiert lieber in europäische Marken, statt eine neue Marke in Europa zu etablieren. 2006 kauft sich Geely bei London Taxi ein. 2010 folgt Volvo, 2017 Lotus. Außerdem ist Li Shufu mit knapp 10 Prozent größter Einzelaktionär bei Daimler.

2023 folgt ein weiterer Coup: Dann bringt Geely das erste selbstentwickelte Daimler-Modell nach Europa. Der neue Smart #1 wird in China von Geely entwickelt und gebaut.

Copycats: Gibt es noch China-Plagiate?

Ein beliebter Running-Gag der Motorpresse: Chinesische Kopien westlicher Autos. Oft, aber nicht immer handelt es sich dabei um Design-Plagiate. Dabei übernahmen die Chinesen ungefragt Ideen, aber auch komplette Entwürfe westlicher Autos.

Der Trend ist im vergangenen Jahrzehnt etwas abgeebbt, aber nicht verschwunden: 2011 etwa stellt BAOC den BC301Z vor, der sich mehr als nur ein bisschen bei Mercedes' B-Klasse bedient. Lifan stellt 2016 den M7 vor, der dem Ford S-Max wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Und 2020 den Kleinwagen Noble, der bei BMWs Mini klau... ähm, sich orientiert. Die Great-Wall-Marke Ora bringt 2022 in China ein E-Auto auf den Markt, das für jeden sofort als VW Käfer erkenntlich ist. VW prüft nach eigenem Bekunden rechtliche Schritte.

Aber nicht alles das wie ein West-Modell aussieht, ist eine dreiste Kopie. Auch Lizenznachbauten sind verbreitet; mit Genehmigung und zum Teil sogar auf originalen Anlagen der ursprünglichen Hersteller. Je mehr etablierte Marken in den Besitz chinesischer Konzerne übergehen, desto öfter haben chinesische Hersteller Zugriff auf ihr geistiges Eigentum – z.B. Rover, London Taxi, Volvo, Saab, Lotus, oder MG.

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Titelbild: Aiways

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