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BMW M8 Competition Cabrio im Test
3. März 2022
Autotests

BMW M8 Competition Cabrio im Test

Mit dem BMW M8 Competition Cabrio rauscht nichts Geringeres als das stärkste Cabrio aller Zeiten aus dem Münchener Portfolio durch unsere Redaktion. Ganz nebenbei ist es auch das zweitstärkste bayrische Auto überhaupt. Nur noch knapp getoppt vom M5 CS. 625 Pferdestärken generiert BMWs 4,4 Liter V8 Biturbo-Motor im M8 und beschleunigt den großen Grand Tourer dabei in 3,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Egal ob Coupé oder Cabrio; die Fahrleistungen sind nahezu identisch. Beide M8-Versionen erhalten denselben Motor und kurioserweise ein „Competition Paket“. Das kannte man ansonsten nur aus dem M4 und M5 und sollte dort mal eine Art Rennstrecken-fokussiertes Paket darstellen, mit mehr PS und strafferem Fahrwerk. Mittlerweile steht es allerdings fast nur noch synonym für mehr Leistung und beim M8 ist es jetzt sogar serienmäßig! Soll heißen: Es gibt kein Competition Paket. Der Name ist nur Marketing.

Rennstrecken-taugliche Fahrwerksabstimmung würde sich bei einem 2,2 Tonnen schweren Luxus-Cabrio auch etwas mit den komfortablen, belüfteten und beheizten Sitzen beißen. Ob die restlichen Fahrleistungen des immerhin bis zu 305 km/h schnellen Bayern auch nur Marketing sind, verrät dir unser Test.

Außen markant kantig, innen souverän

Die Erscheinung des BMW M8 Competition Cabrio wirkt deutlich trainierter und definierter als sein inoffizieller Vorgänger, der BMW M6. Kantiger und so als ob das gesamte Bleichkleid straffer über die beträchtliche Technik gezogen wurde. Die Front zeigt ein etwas klassischeres BMW-Sportwagenantlitz, mit vergleichsweise schmalen Nieren.

Die beim M-Sport 8er verdunkelten Nieren, gepaart mit den großen Lufteinlässen darunter und bündig integrierten Scheinwerfern sorgen für einen grimmigen Blick. Alles wirkt sehr auf den Punkt, verspielt ist hier nichts. Äußerlich soll man ihm seine Langstrecken-Tauglichkeit auf gar keinen Fall ansehen.

Mit 4,87 Meter ist der M8 zudem das größte BMW-Cabrio und kann damit fast schon fast mit einschlägigen Luxuslimousinen konkurrieren. Zum Vergleich: Der M8 ist rund einen halben Meter länger als ein Audi R8 Spyder. Ein Konkurrent für das mittlerweile abgesägte Mercedes S-Klasse Cabrio ist der 2+2-Sitzer aber auch nicht. Eher ein sportlicherer, leichterer und günstigerer Bentley Continental V8 – aber alles ist relativ.

Dass es sich um das Alphatier der Baureihe handelt, macht das Heck unmissverständlich klar. Die M-Sport-typischen, schwarz-mattierten vier Endrohre garantieren Präsenz. Eine deutlich erkennbare „M8 Competition“ Badge macht direkt klar wen man vor sich hat. Vielleicht gibt es auch deshalb keinen Standard-M8. Dazu gibt es aber zahlreiche Carbon-Highlights, sowohl am Diffusor als auch in Form einer kleinen Spoilerlippe auf dem Heckdeckel.

Im Innenraum kommen dann aber schnell Zweifel auf, ob es sich hier wirklich um einen Supersportwagen handelt, dessen Fahrleistungen er auf dem Papier zumindest erfüllt. Feinstes Leder bietet haptischen und olfaktorischen Hochgenuss, während die Sitze schon auf Anhieb den Eindruck vermitteln, auch für mehrere hundert Kilometer am Stück zu taugen.

Sitzt man erst mal, fällt der Blick auf eine Technik-Landschaft, die beim BMW Live Cockpit beginnt und mit dem formschön integrierten Zentralbildschirm endet. Bedient wird dabei – und das schätzen wir sehr – über diverse Tasten. Darüber kontrollieren wir sowohl die Fahrfunktionen als auch die Klimasteuerung. Im Gegensatz zur Konkurrenz wird hier darauf gesetzt, dass man auch bei hoher Geschwindigkeit, oder gewisser Kurvenlage, noch die wichtigsten Funktionen erspüren kann – bei den Kunden scheint es anzukommen.

Der BMW M8 Competition ist beileibe kein Reisemobil, aber wer dennoch Ausflüge in Angriff nehmen will, dem stehen immerhin 350 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Plus, die hinteren Sitz, auf denen Erwachsene so oder so keinen Platz finden, können für etwas mehr Platz umgeklappt werden. Wer’s braucht, schafft sich so noch etwas mehr Stauraum im Skiurlaub. Für welchen der M8 dank Allrad und solide isolierten Verdeck nicht ganz ungeeignet wäre.

BMW M8 Competition Cabrio: Liaison zwischen Gran Turismo und Cabriolet

Der BMW M8 Competition im Angriffsmodus. Die geswchwärzte Front steht im gut, ein agressiver Supersportler ist er trotzdem nicht. (Bild: heycar)

Ein BMW M8 Competition ist unvernünftig, so viel steht fest. Über die Sinnhaftigkeit von so viel Leistung bei offenem Verdeck lässt sich durchaus streiten. Zumal das Windschott keineswegs so gut isoliert wie bei einem S-Klasse Cabrio. Aber Alltagstauglichkeit ist ohnehin nicht der Punkt eines solchen Autos.

Denn der M8 entfacht eine Faszination die so reizvoll ist, dass man sich ihr schwer entziehen kann. Neben seinem ansprechenden und gleichermaßen seriösen Exterieur, eröffnet der Antrieb des Competition Cabrio ein facettenreiches Potpourri an Möglichkeiten, das kaum Wünsche offenlässt.

Den M8 als reinen Sport- oder gar Supersportwagen zu bezeichnen, wäre irreführend. Auf städtischen Straßen gibt er sich gelassen und entspannt, bleibt gutmütig im Fahrverhalten und lässt sich gern bestaunen. Wenngleich nicht dafür konzipiert, scheint er diese Art der Behandlung nicht nur zu tolerieren, sondern absolviert sie mit Würde und Gelassenheit.

Der 4,4 Liter V8 Biturbo ist bärenstark auch bei niedrigen Drehzahlen, aber etwas charakterlos - auch im Vergleich zum M5 (Bild: heycar)

Erst wenn abseits der Stadt der Fahrmodus in Sport oder Sport Plus wechselt, erwacht das 4,4 Liter große Aggregat und erklärt sich – akustisch präsent – dazu bereit, Höchstleistungen zu vollbringen. In Zahlen heruntergebrochen bedeutet das: Unter Zuhilfenahme der Launch Control katapultiert der Wagen sich in 3,3 Sekunden auf 100 Stundenkilometer.

Ist das M-Drivers-Package an Bord, sind maximal 305 km/h möglich. Um auf der Landstraße Spaß zu machen, benötigt ein M-Sportler allerdings mehr als das. Wir werfen das Cabrio in jede Kurve, beschleunigen nüchtern heraus und sind beeindruckt, mit welcher Inbrunst der V8 jede Gasannahme bestätigt und die 2,2 Tonnen Leergewicht mit einer Bärenkraft erneut in Fahrt bringt.

Dabei unterstützt das Fahrwerk massiv, versucht konsequent jede Nick- und Wankbewegung zu eliminieren und jedem Unterfangen so eine möglichst komfortable Note beizumischen. Oft gelingt dies, doch nicht immer lässt sich das hohe Gewicht kaschieren. In Summe spielt das für Fahrer und Insassen kaum eine Rolle, denn in den meisten Fällen ist man ohnehin viel schneller unterwegs, als man denken würde. Doch das letzte Finish, der finale Einstieg in die Liga der Supersportwagen bleibt somit aus.

Vor allen Dingen was das direkte Feedback der elektrischen Lenkung betrifft, lässt der M8 einiges zu wünschen übrig im Vergleich zum internen Rivalen M5 Competition – geschweige denn im Vergleich zu dessen CS-Version. Trotz des Namenszusatzes sollte der M8 eher nicht um eine Rennstrecke herumgejagt werden. Die Lenkung filtert absichtlich jede Fahrbahnoberfläche weg, aber damit auch ein präzises Gefühl für Untersteuern und dem Grip-Limit der Reifen. Das macht ihm zum guten High-Speed-Cruiser, aber nicht zum Kurvenräuber.

Ein ganz anderes Bild zeichnet sich auf der Langstrecke ab. Hier punktet das M8 Competition Cabrio mit stoischer Ruhe, gibt dem Fahrer ein hohes Maß an Kontinuität, während der V8 sich bei rund 2.000 Umdrehungen pro Minute akustisch und verbrauchstechnisch zurückhält. Zwischen zehn und zwölf Litern dürfen dann einkalkuliert werden.

Fazit zum BMW M8 Competition Cabrio

Das Heck schenkt in der M-Designsprache des 8ers am meisten Eindruck, vor allen Dingen geschlossen. (Bild: heycar)

Competition lässt sich aus dem Englischen mit “Wettkampf” oder “Konkurrenz” übersetzen. Diese Konkurrenz ist unter Berücksichtigung der Eigenschaften des M8 rar gesät. Er positioniert sich in einem Segment, dass ein hohes Maß an Alltagstauglichkeit mitbringt, auf der anderen Seite aber auch längs- wie querdynamisch nicht zu verachten ist.

Durch die bei BMW von Haus dynamische Fahrabstimmung, ist der M8 prädestiniert als „Gran Turismo Cabrio“, mit einer Extraportion „M“ bei der Leistung und einem kleinen Nachschlag „M“ beim Fahrwerk. Ein „M“-Sahnehäubchen in Form sportlich-ambitionierter Lenkung bleibt ihm zwar verwehrt, dafür mixt der kompetente Allrounder annähernd das Beste aus gleich drei Welten, zu einem äußerst appetitlichen Cocktail.

BMW M8 Competition – Technische Daten

Allgemeines
Kompletter NameBMW M8 Competition Cabrio Steptronic Sport
Modellstart09/19
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung8, V
Hubraum in ccm 4.395
Leistung (kW/PS) 460/625
Max. Drehmoment (Nm) 750
Kraftstoffart Super Plus
Tankvolumen in Liter 68
Motoraufladung Bi-Turbo
Schadstoffklasse Euro 6d-TEMP-EVAP-ISC (WLTP) 36CH, 36CI, 36DG
Getriebeart
Getriebe Automatik
Anzahl Gänge 8
Antrieb Allrad
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm 4867
Breite (ohne Spiegel) in mm 1907
Höhe in mm 1353
EG-Leergewicht in kg 2085
Zuladung maximal in kg 355
Laderaumvolumen min. in l 350
Fahrleistungen (laut BMW)
Höchstgeschwindigkeit in km/h305
Beschleunigung 0-100 km/h in s3,3
Verbrauch (laut BMW)
Kombiniert in l/100 km (WLTP) 11,2
CO2-Emission in g/km (WLTP) 255
CO2-Effizienzklasse F
Preis
Einstiegs-Listenpreis in € 173.220

Titelbild: heycar

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