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BMW 730d xDrive Facelift im Test
26. April 2022
Autotests

BMW 730d xDrive Facelift im Test

Veränderungen in der Luxusklasse sind grundsätzlich spannend, da sie selten vorkommen. Was das Facelift des BMW 730d xDrive eindrucksvoll unterstreicht. Die optischen Änderungen fallen sofort ins Auge. Könnte man da schon fast von einem neuen Modell sprechen? Das klärt sich hauptsächlich im Innenraum. Doch was hat sich noch an der bayerischen Über-Limo geändert?

Design: BMWs Nierenprobleme

Erneut in der Länge gewachsen: Das BMW 730d xDrive Facelift ist eine wahre Luxuslimousine. (Bild: heycar)

Seit den ersten, noch getarnten Fotos zum neuen 7er BMW scheiden sich die Geister am Design des Wagens. Von „staatstragend“ bis hin zu „gruselig“ musste sich das Facelift einiges gefallen lassen. Zur Abkühlung der Gemüter: Der Unterschied zwischen Fotografie und Realität ist gewaltig!

Beginnen wir mit der viel-diskutierten Front: Die BMW-typische Doppelniere ist in der Tat um 40 Prozent gewachsen, was das Fahrzeug erheblich grobschlächtiger wirken lässt. Die Designer haben jedoch weitaus mehr Eingriffe vorgenommen. So wurde die Fahrzeugfront um 50 Millimeter angehoben, das BMW-Emblem wurde ebenfalls vergrößert und ist jetzt genauso groß wie am X7. Im Gegensatz sind die Scheinwerfer nun extrem schmal. LEDs sind serienmäßig, optional ist auch BMWs Laserlicht erhältlich.

Wir konnten das 7er Facelift bereits vor unserem Test in einigen Varianten begutachten. Es fiel sofort auf, dass die Limousine in schwarz wesentlich besser, gar imposant wirkt. Die Niere integriert sich so viel ansehnlicher ins Blech und wirkt nicht wie eine aufgesetzte Riesennase.

Auch die Seitenpartie wurde überarbeitet. Die seitlichen Lufteinlässe verlaufen nun streng vertikal was den gradlinigen Gesamteindruck abermals unterstreicht. Nur im Direktvergleich fällt auf, dass das Faceliftmodell in der Länge gewachsen ist – sowohl die Kurzversion (intern G11), als auch die Langversion (G12). Am Heck fällt der Blick auf neue Bumper samt komplett neuer LED-Heckleuchten.

Im Gegensatz zur massiven Front zeigt sich das Heck des BMW 730d xDrive Facelift fast filigran. (Bild: heycar)

Für das 7er-Facelift stehen drei neue Farben zur Wahl: „Berninagrau Bernsteineffekt“, „Royal Burgundy Red“ sowie „Donington Grau“, welche dem M Sportpaket vorbehalten sind. Dieses ist im Prinzip verpflichtend. Darin kann die Niere wahlweise chrom oder komplett schwarz konfiguriert werden. Felgengrößen von 17 bis 21 Zoll sind drin. 21 Zöller negieren den Fahrkomfort bei niedrigen Geschwindigkeiten etwas, alles unter 19 Zoll sieht in den Radkästen aber verloren aus.

Innen angemessen überarbeitet

Das Cockpit des BMW 730d xDrive Facelift ist mit High-End-Technologie ausgestattet. (Bild: heycar)

Im Inneren des BMW 730d xDrive Facelift fielen die Änderungen auf den ersten Blick erheblich dezenter aus. Beim Lenkrad wurde etwa lediglich die Tastenanordnung geändert. In der Praxis ist die Umgewöhnung schnell geschehen. Ob das geänderte Layout besser ist, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen.

Der Blick fällt derweil auf ein neues Kombiinstrument, das nun volldigital ist und eine Bildschirmdiagonale von 12,3 Zoll hat. Das “Live Cockpit Professional” kannten wir bereits aus dem 3er und dem neuen 8er. Hier gibt es Bestnoten für das blendfreie und gestochen-scharfe Display. Die zweite Digitaleinheit (10,2-Zoll-Zentraldisplay) wird wahlweise via Touch, Sprachsteuerung oder iDrive gesteuert werden kann. Bestimmte Funktionen lassen sich auch über die serienmäßige Gestensteuerung bedienen.

Auf den hinteren Plätzen bleibt es standesgemäß luxuriös. Vielfältig verstellbare Sitze samt Heizung, Belüftung und Massage sind ebenso optional erhältlich wie das bereits bekannte “BMW Touch Command”, das für eine bequeme Steuerung der einzelnen Komfortfunktionen hinten zuständig ist. Auf Wunsch erhält der Kunde ein einfaches Glasdach für die Kurzversion. Erst in der Langversion des BMW 7er gibt es zwei Panoramadach-Varianten.

Neu ist die Möglichkeit, die Armauflagen und Türverkleidungen in dreidimensionaler Rautensteppung auszustatten. Das 7er-Interieur lässt sich auf vielfältigste Art individuell veredeln. BMW macht dies besonders im Hinblick auf den asiatischen Luxusmarkt. Dazu passen die neuen Brauntöne, die von zartem Sattelbraun bis zu tiefdunklem Mokka reichen. Eine technische Neuerung bei den Displays im Fond: Die überarbeiteten Full-HD-Bildschirme lassen sich nun auch mit Touchbefehlen steuern.

Zu guter Letzt hat sich BMW nochmal die Geräuschdämmung vorgenommen. Das Facelift wartet mit einer dickeren Verglasung, sowie einer modifizierten Dämmung in der B-Säule und den hinteren Radkästen auf. Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger können wir hier nicht wirklich spür-, bzw. hörbare Verbesserungen feststellen. Klingt negativ, ist jedoch ein Kompliment. Unsere Berlin-geschädigten Ohren waren auch vorher schon zufrieden.

Motor & Fahreigenschaften: Never change a running system

Das Zentrum der Kraft: Sechs Zylinder treiben den BMW 730d xDrive Facelift nach vorn. (Bild: heycar)

Das 730d-Facelift hat den gleichen 3.0-Liter-Reihensechszylinder-Diesel mit 265 PS und einem maximalen Drehmoment von 620 Newtonmetern. Der Allradantrieb xDrive ist für den 730d optional, ab dem 740d immer Serie. Von anderen Modellen bereits bekannt und geschätzt ist die optionale Integral-Aktivlenkung (Hinterradlenkung). In der Praxis erwies sich das Fahrzeug damit überaus handlich und konnte seine stattliche Länge von 5,12 Meter im Stadtverkehr gekonnt kaschieren.

Als Ergänzung gilt das optionale “Executive Drive Pro”, welches nebst einer aktiven und vorausschauenden Dämpferverstellung auch eine elektromechanische Wankstabilisierung mitbringt. Ansonsten ist das Fahrverhalten weiterhin ausgeglichen und souverän. Die Leistung des 730d-Antriebs setzt die Limousine adäquat in Bewegung und ließ nicht den Wunsch nach mehr Leistung aufkommen.

Zurück in der Stadt wartet der 730d mit allerlei Hilfen auf, die den Autofahreralltag erleichtern. Nebst 360-Grad-Kamera, Parkkameras vorne und hinten sowie einem Parkassistenten, kann die große Limousine auf Wunsch auch ferngesteuert einparken. Hierzu muss der Autoschlüssel mitgeführt werden, der als Fernbedienung dient. Während unseres Tests funktionierte das problemlos, es dauerte nur etwas.

Der Verbrauch pendelte sich während unserer Testfahrten mit überwiegendem Autobahnanteil bei 7,1 Litern Diesel pro 100 Kilometer ein. Die Sparrunde absolvierte der 7er mit glatten sechs Litern. Vollgasfahrten über mehrere hundert Kilometer quittiert der Allradler indes mit gut neun Litern.

Technik & Assistenz im BMW 730d xDrive Facelift

Im Nachfolgenden behandeln wie nur die wichtigsten Optionen sowie Änderungen gegenüber dem Vorfacelift-Modell. Für alle technischen Helferlein im 7er BMW bräuchten wir einen separaten Artikel. Oder einen Buchband.

Die Assistenten im Facelift-Modell sind topaktuell. Neben Abstandsregeltempomat samt Stauführung und halb-autonomen Fahr-Features, gibt es einen sehr zuverlässigen Totwinkel-Assistenten mit Seitenkollisionsschutz, der frühzeitig vor seitlichen Berührungen warnt. Hilfreich bei engen Baustellen. Im Falle einer drohenden Kollision lenkt das System – sofern auf der anderen Seite ausreichend Platz ist – in die entgegengesetzte Richtung.

Auch erhältlich ist ein Nachtsichtassistent, dessen Bild auf dem Zentraldisplay dargestellt wird. Die Verkehrszeichenerkennung arbeitet stets zuverlässig und kann selbst bei Starkregen alle Schilder erkennen. Auf Wunsch werden diese in die Geschwindigkeitsregelung übernommen, was im Test sehr harmonisch ablief und dem Fahrstil einen entspannten Flow verlieh. Nach wie vor marktführend ist BMWs Head-Up-Display; gestochen scharf und selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bestens ablesbar.

Alles autonom möglich: Assistenzsysteme im BMW 730d xDrive Facelift helfen beim Rückwärtsfahren und Einparken. (Bild: heycar)

Neu ist auch der sogenannte Rückfahrassistent, der eine Strecke von maximal 50 Metern komplett in Eigenregie zurücklegt. Besonders in engen Ausfahrten erleichtert er das Rangieren enorm. Unerwünschte Kollision mit plötzlich auftretenden PKWs oder Radfahrern erkennt das System und funktioniert sogar nachts.

Der Komfortzugang bietet Sensoren an allen Türen sowie an der Heckklappe. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit das Fahrzeug vom Kofferraum aus zu verriegeln. Aus unserer Sicht sind die 680 Euro für die Soft-Close-Automatik gut investiert, da sie außerdem dafür sorgt, dass die schweren Türen fast lautlos ins Schloss gezogen werden.

Das im Testwagen verbaute Harman-Kardon-Surround-System schlägt mit 1.200 Euro zu Buche und stellt nur die Ausbaustufe dar. Darüber rangiert ein System von Bowers & Wilkins Diamond, das fast fünfmal so viel kostet. Die Investition in das Harman-Kardon-System lohnt auf jeden Fall.

Harman Kardon versorgt die Insassen des BMW 730d xDrive Facelift mit perfektem Sound. (Bild: heycar)

Abschließend können wir noch eine Empfehlung für das Laserlicht aussprechen. Hierbei wird das Fernlicht zusätzlich durch Laserdioden unterstützt, die ab 60 km/h zugeschaltet werden. Die Reichweite ist enorm und erleichtert so jede Nachtfahrt. Das Laserlicht ist aktuell Bestandteil des BMW-Innovationspaketes, welches mit 3.600 Euro in der Optionsliste steht.

Varianten und Preise des BMW 7er G11 Facelift

Der neue BMW 7er wird mit sechs Antrieben angeboten, davon drei Diesel, zwei Benziner sowie ein Hybridmodell.

Die Diesel

Den Einstieg macht der 265 PS starke BMW 730d, für mindestens 88.900 Euro. Mit Allradantrieb xDrive steigt der Grundpreis auf 92.300 Euro. Für die Langversion ist mindestens 94.400 als 730Ld, beziehungsweise 97.800 Euro als 730Ld xDrive fällig.

Darüber der BMW 740d xDrive mit 320 PS und 680 Newtonmeter, der ausschließlich mit Allradantrieb angeboten wird. Auch beim 750d xDrive ist Allrad mit an Bord, was in Anbetracht von 400 PS und 760 Newtonmetern Drehmoment sicherlich eine kluge Entscheidung ist. Die Kurzversion startet ab 117.200 Euro, der 750Ld xDrive 122.400 Euro.

Die Benziner

Mit neuem V8-Motor – bekannt aus dem BMW M850i – generiert der 750i xDrive 530 PS und schickt 750 Newtonmeter an alle vier Räder. Kostet mindestens 117.700 Euro, die Langversion gibt’s ab 123.100 Euro.

Der legendäre 6,6-Liter-V12 mit 585 PS ist inzwischen leider nicht mehr verfügbar. Die letzten Bestellungen werden grade für die USA und China fertig produziert. Neu ist er nicht mehr zu haben. Somit hat auch BMW keinen V12 mehr im Programm. Mercedes wird bald folgen.

Der Hybrid

Aus 40 wird 45. Der BMW 745e generiert eine Systemleistung von 394 PS und stemmt 600 Newtonmeter an die Hinterräder. Der Vierzylinder ist Geschichte, ein 3.0-Liter-R6-Benziner übernimmt nun seine Aufgabe. Der heckgetriebene 745e ist ab 101.000 Euro erhältlich. Nur die hybride Langversion 745Le xDrive ist mit Allrad kombinierbar und kostet mindestens 109.800 Euro.

Fazit

BMWs 730d Facelift zeigte sich in unserem Test letztendlich nicht als völlig neues Modell, aber als sehr gelungenes Update mit vielen Neuerungen. Wie gelungen, hängt sicherlich auch von der persönlichen Toleranz gegenüber den neuen Nieren ab. Komplett in Schwarz sieht der 7er in echt allerdings wesentlich weniger schlimm aus als auf Fotos. Die Technik ist nicht ganz auf dem Raumschiff-Niveau der neuen S-Klasse, dafür aber auch weniger aufdringlich.

Das BMW 730d xDrive Facelift glänzt in der Luxusklasse – auch bei Nacht. (Bild: heycar)

Im Falle des von uns getesteten BMW 730d xDrive Facelift können wir festhalten, dass der Motor wohl die beste Preis-Leistungs-Relation bietet. Die 265 PS sorgen nicht für Furore, doch reichen dank des Drehmoments aus und die große Limousine bewegt sich dabei ungeahnt dynamisch. So sehr, dass wir die Sinnhaftigkeit der Version mit langem Radstand etwas anzweifeln: Der 7er BMW ist weiterhin die Wahl für Geschäftsfrauen und -männer, die gerne selbst im Ziel ankommen wollen.

Technische Daten: BMW 730d xDrive Facelift

Allgemeines
Kompletter Name BMW 730d xDrive Steptronic
Modellstart 07/20
Motor
Anzahl Zylinder, Anordnung 6, Reihe
Hubraum in ccm 2993
Leistung (kW/PS) 210/286
Max. Drehmoment (Nm) 650
Kraftstoffart Diesel
Tankvolumen in Liter 78
Schadstoffklasse Euro 6d-ISC-FCM (WLTP) 36AP-AR
Getriebeart
Getriebe Automatik
Anzahl Gänge 8
Antrieb Allrad
Abmessungen, Gewichte, Ladevolumen
Länge in mm 5120
Breite (ohne Spiegel) in mm 1902
Höhe in mm 1467
EG-Leergewicht in kg 2010
Zuladung maximal in kg 590
Laderaumvolumen min. in l 515
Fahrleistungen (laut Hersteller)
Höchstgeschwindigkeit in km/h 250
Beschleunigung 0-100 km/h in s 5,6
Verbrauch (laut Hersteller)
Kombiniert in l/100 km (NEFZ) 5,9
CO2-Emission in g/km (NEFZ) 133
CO2-Effizienzklasse A+
Preis
Einstiegs-Listenpreis in € 102.700
Preis Testwagen in € 118.710

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Titelbild: heycar

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