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Autostrom: Die besten Tarife für das Laden von E-Autos
16. November 2021
Elektromobilität

Autostrom: Die besten Tarife für das Laden von E-Autos

Wer ein Elektroauto kauft, kann sich über ein leises, komfortables und umweltschonendes Fahrzeug freuen – muss sich aber auf ein paar Unwägbarkeiten gefasst machen. Neben dem Damokles-Schwert der Reichweitenangst gehört hierzu vor allem die Ungewissheit vor der ersten Stromabrechnung. Bei einem Verbrenner haben Autofahrer die Kosten immer sofort im Blick. Sie werden sind schließlich an jeder Tankstelle ausgewiesen.

Doch wie viel kostet der Strom fürs Elektroauto über ein ganzes Jahr gerechnet, wenn vornehmlich an der heimischen Wallbox geladen wird? Wer kann sogenannte Autostrom-Tarife buchen und welche Hardware ist dafür notwendig? Wir beantworten all diese Fragen.

Autostrom: Was genau bedeutet das?

Der richtige Stromtarif sorgt dafür, dass der Strohmzähler nicht glüht und der Geldbeutel entlastet wird. (Bild: iStock)

Woher die Elektronen für den E-Motor kommen, also wie der Strom erzeugt wurde und was er kostet, spielt für die Batterie keine Rolle. Der Begriff Autostrom stammt also aus den Marketingabteilungen der Stromanbieter. Der Strom fürs E-Auto unterscheidet sich nicht vom Strom, für die Waschmaschine oder den Fernseher.

Der wachsende Bestand an Elektroautos hat aber dazu geführt, dass Stromanbieter mit Sondertarifen für Elektroautos werben. Sie richten sich an Privatkunden, die ihr Elektroauto zu Hause in der Regel über eine Wallbox laden. Die meisten dieser Autostrom-Tarife gibt es nur für Halter von vollelektrischen Fahrzeugen. Das kann ein Elektroauto sein oder ein elektrisches Leichtfahrzeug mit drei oder vier Rädern und maximaler Geschwindigkeit von 45 km/h. Die Anbieter entscheiden das selbst. Als Nachweis fordern die meisten Autostrom-Anbieter die Kopie der Zulassungsbescheinigung Teil 1.

Was die Anbieter mit ihren Stromtarifen speziell für Elektroautos im Prinzip bezwecken, ist ein Sonderangebot für Haushalte mit hohem Stromverbrauch. Ein Elektroauto verbraucht je nach Fahrzeuggewicht und Fahrstil auf 100 Kilometern etwa 15 bis 25 Kilowattstunden Strom (kWh) – bei sparsamer Fahrweise und mit wenigen Autobahnkilometern. Bei einer Fahrleistung von nur 10.000 Kilometern im Jahr steigt der Stromverbrauch, bei 15 kWh Verbrauch, um 1.500 kWh. Bei 30 Cent pro kWh würde die Stromrechnung also um 450 Euro steigen. Bei 28 Cent sind es 375 Euro. Grund genug für einen Strom-Preisvergleich.

Autostrom: Welche Tarife gibt es?

Beim Angebot von Autostrom muss zwischen zwei Modellen unterschieden werden. Bei sogenannten Kombi-Tarifen gewährt der Anbieter im Grunde lediglich einen Mengenrabatt. Das heißt, der Preis pro Kilowattstunde wird günstiger, weil Halter von Elektroautos mehr Strom verbrauchen. Für solche Autostrom-Tarife muss weder eine Wallbox noch ein weiterer Stromzähler installiert werden. Der Rabatt gilt generell für jede verbrauchte Kilowattstunde und somit auch für den Fernseher und die Waschmaschine.

Tarife für Vielfahrer

Mit dem ID Charger können Besitzer eines E-Autos von Volkswagen eine passende Wallbox installieren. (Bild: VW)

Wer mit seinem Elektroauto mehr als 10.000 km pro Jahr fährt, oder einen flotteren Fahrstil pflegt, sollte nach Tarifen Ausschau halten, bei denen der Autostrom separat abgerechnet wird. Die Tarife beziehen sich also ausschließlich auf den Strom, der auch ins Elektroauto fließt. Solche Autostrom-Tarife bieten eine Ersparnis gegenüber herkömmlichen Strompreisen von rund 20 Prozent. Allerdings muss hierfür ein separater Zähler oder eine Wallbox installiert werden, damit der Autostrom getrennt vom normalen Hausstrom gezählt und abgerechnet werden kann. Zusätzlich zu den Installationskosten fällt eine monatliche Grundgebühr an.

Der günstigere Preis pro Kilowattstunde wird von den Anbietern deshalb gewährt, weil das Elektroauto in so einem Fall als sogenannte „steuerbare Verbrauchseinrichtung“ (§ 14a, Gesetz über Elektrizitäts- und Gasversorgung) gilt. Steuerbar bedeutet, dass der Anbieter bei temporär hoher Nachfrage die Stromlieferung kurzzeitig herunterfahren, oder gar unterbrechen darf.

Diese Flexibilität bringt Vorteile für das Unternehmen. Und wer sein Elektroauto über Nacht Zuhause auflädt, bekommt von solchen Unterbrechungen im Idealfall nichts mit. Zusätzlich profitiert man als Verbraucher nachts auch von den allgemein günstigeren Strompreisen, welche teilweise um die Hälfte günstiger pro kWh-Stunde sein können als tagsüber.

Die besten Autostrom-Tarife für Wenig-, Durchschnitts- und Vielfahrer

Im Jahr 2020 hat das Marktforschungsunternehmen EUPD Research eine umfassende Studie zu Autostrom-Tarifen für das Laden Zuhause durchgeführt. Insgesamt wurden 140 Tarife betrachtet und anhand verschiedener Kriterien wie Preis, Service, Verfügbarkeit und Laufzeit bewertet. Von den 140 Tarifen waren 93 ausgewiesene Autostrom-Tarife und 47 Kombi-Tarife.

EUPD Research veröffentlichte die zehn besten Tarife – und zwar jeweils für Wenigfahrer, Durchschnittsfahrer und für Vielfahrer. Bei der Betrachtung fällt auf, dass es kein einziger großer Stromanbieter in die Top Ten geschafft hat, dafür jedoch viele Stadtwerke. In allen drei Top-Ten-Listen sind mit dabei:

  • NEW Niederrhein Energie und Wasser GmbH mit dem Tarif „NEW e-mobility@home“

  • Würzburger Versorgungs GmbH mit dem Tarif „WVV E-Mobil“

  • Stadtwerke Forst GmbH mit dem Tarif „SWF mobil zu Hause“

  • Yello Strom GmbH mit dem Tarif „Autostrom Klima Home“

  • Fair Energie GmbH mit dem Tarif „FairStrom e-Willi (Zweitarifzähler)"

Autostromtarife: Beispielrechnung

Die Wahl des richtigen Stromtarifs solltest du davon abhängig machen, wie viel du tatsächlich fährst. (Bild: iStock)

Wie viel eine Kilowattstunde kostet, hängt von mehreren Faktoren ab, allen voran dem Wohnort. Da viele Elektroautos noch vornehmlich in Ballungsgebieten genutzt werden, haben wir deshalb eine Beispielrechnung für einen Zwei-Personen-Haushalt in Berlin-Friedrichshain durchgeführt. Dieser verbraucht 2.500 kWh ohne E-Auto pro Jahr. Mit dem Elektroauto werden 10.000 Kilometer gefahren. Der gesamte Strombedarf mit E-Auto liegt somit bei 4.000 kWh pro Jahr.

Yello Strom verlangt für unser Beispiel-Szenario einen monatlichen Grundpreis in Höhe von 11,39 Euro. Eine Kilowattstunde kostet zudem 28,40 Cent. Die monatlichen Kosten summieren sich somit auf 106,06 Euro.

Bei Fair Trade Power zeigt der Tarifrechner einen Grundpreis von monatlich 7,58 Euro an und einen Kilowattstundenpreis von 34 Cent. Bei einem separaten Zähler für das Elektroauto sind es 11,90 Euro. Der Preis für eine Kilowattstunde beträgt 28,75 Cent (bzw. 27,25 Cent in der Nebenzeit). Für unser Beispielpaar ergeben sich laut Rechner monatliche Kosten von 105,73 Euro bei einem zweiten Zähler und 120,81 Euro bei dem zuerst genannten Kombi-Tarif.

Naturstrom erhebt eine monatliche Grundgebühr von 9,70 Euro. Eine Kilowattstunde kostet 28,90 Cent. Somit muss unser Berliner Pärchen monatlich 106,03 Euro an Stromkosten bezahlen. Polarstern Energie bietet zwei Autostrom-Tarife an. Beim ersten muss unser Paar monatlich 105 Euro in einem Kombi-Tarif bezahlen. Beim Tarif „Wirklich Autostrom“ kostet das Laden des E-Autos monatlich 42 Euro, für die restlichen 2.500 kWh werden 72 Euro fällig. Somit ergibt sich ein Gesamtpreis von 114 Euro.

Solaranlage für das eigene Auto - lohnt sich das?

Die Solaranlage auf dem Eigenheim kann auch zum Laden des E-Autos einen Vorteil bringen – wenn es über den Tag geladen werden kann. (Bild: iStock)

Wer ein Elektroauto sowie ein Eigenheim mit einer freien Dachfläche besitzt, sollte auf jeden Fall über die Installation einer Solaranlage zum Laden des E-Autos Zuhause nachdenken. Die Installation einer Solaranlage lohnt sich aktuell nur dann, wenn möglichst viel von dem erzeugten Storm selbst verbraucht wird. Also wenn ein hoher Strombedarf wie etwa beim E-Auto besteht. Da aktuell fast nirgendwo in Deutschland Energie ins Stromnetz zurückgespeist wird und das dann auch noch von den Netzbetreibern belohnt wird, produziert eine Solarzelle oft überschüssige Energie – perfekt um damit das E-Auto zu laden.

Entscheidend dabei ist jedoch, dass das Elektroauto tagsüber geladen werden kann. Wer morgens zur Arbeit fährt und abends zurückkommt, hat nichts von dem Strom. Dieser müsste in so einem Fall in einen Haushaltsspeicher fließen. Der kostet in der Anschaffung zusätzlich zur ohnehin schon sehr teuren Solaranlage nochmals mehrere Tausend Euro – und braucht Platz.

Die Preise für stationäre Speicher für Zuhause sind in den vergangenen Jahren zwar gefallen, dennoch kostet eine solche Batterie viel Geld. Pro Kilowattstunde werden aktuell mindestens 600 Euro fällig, schreibt das Magazin „Finanztip“ (Stand Juli 2021). Bei einer Größe von 7 kWh sind dies bereits 4.600 Euro. Für die Installation der Photovoltaikanlage werden je nach Fläche Ausgaben in vierstelliger Höhe fällig. Nach Angaben der Verbraucherzentrale kostet eine Anlage mit 4 kWp (Kilowattpeak) 7.600 Euro. Bei einer Solaranlage mit 10 kWp sind es 15.500 Euro (Durchschnittspreis inklusive Montage).

Titelbild: Daimler

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