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Autoschlüssel nachmachen nach Verlust oder Diebstahl
29. September 2022
Autoteile & Technik

Autoschlüssel nachmachen nach Verlust oder Diebstahl

„Wo war nochmal der Autoschlüssel?” Diese Frage gehört zu den unangenehmsten Gedanken im Alltag. Zumeist schafft eine hektische Suchaktion in Hosen- und Jackentaschen sowie auf und unter Kommoden das Problem aus der Welt und das Auto aus der Garage. Doch was, wenn der Autoschlüssel tatsächlich verloren gegangen ist und unauffindbar bleibt? Oder gar gestohlen wurde?

Exakt diese Fragen klären wir hier – zunächst anhand des klassischen Autoschlüssels. Denn es spielt eine Rolle, ob ein einfacher Bartschlüssel, eine moderne Keyless-Go-Keycard oder die gebräuchliche Funkfernbedienung abhandenkommt. Jedenfalls, wenn es um das Nachmachen des Autoschlüssels, die voraussichtliche Wartezeit und die damit verbundenen Kosten geht. Wie hoch die Chance auf eine Erstattung dieser Kosten liegt? Das hängt von deiner Versicherungsart und von der ordnungsgemäßen Verlustmeldung (bzw. Verlustanzeige) ab. Hier erfährst du, wie du vorgehen musst.

Autoschlüssel nachmachen: Keycards und Keyless-Systeme

Bei Smartkeys ist es wichtig, dass alle genutzten Schlüssel neu programmiert werden. (Bild: iStock)

Den Autoschlüssel nachmachen, der genau genommen keiner ist: Keyless-Systeme sollen den klassischen Schlüssel ersetzen. Der (häufig) Scheckkartenförmige Schlüsselersatz kann in der Hosentasche bleiben, bei Näherung verbindet sich das Gerät mit dem Kfz und die Elektronik gibt alle notwendigen Systeme von der Türverriegelung bis zur Wegfahrsperre frei. Optisch kann der automatisierte Funk-Schlüssel näher am kleinen Rechteck (wie bei Audi, Mercedes, Ford und vielen anderen) oder an der Scheckkarte liegen (Renault). Manche Hersteller wie zum Beispiel Tesla belassen es gleich bei der Karte selbst, am anderen Ende des Spektrums liegen größere Schlüssel mit Displays wie etwa bei BMW.

Ob nun bayrischer „Smartkey“, kalifornische Karte oder eine beliebige andere Form: Wer den Türöffner eines Keyless-Systems verliert, kann ihn ersetzen. Doch am selben Tag funktioniert dies in der Regel nicht. Aus technischer Sicht liegt der Aufwand schließlich weniger im neuen Gegenstand selbst als in seiner Codierung. Konkret muss der neue Schlüssel an das Fahrzeug angelernt und die alten Codes entfernt werden. Anderenfalls unterbindet ein elektronischer Diebstahl -und Fälschungs-Schutz den Start des Pkw – hier auch „Wegfahrsperre“ genannt.

Das bedeutet für Autobesitzer: Im Idealfall bringen sie ihren Ersatzschlüssel mit zur Vertrags-Werkstatt, denn ohne eine solche Umprogrammierung wird dieser ebenfalls nutzlos. So wie der verlorengegangene Schlüssel, was Autobesitzern einen enormen Sicherheitsvorteil bietet. Wer auch immer den verlorenen Schlüssel hat, kann das Auto damit weder aufsperren noch starten.

Die Dauer der Umcodierung? Rund fünf Arbeitstage benötigen Vertragswerkstätten laut ADAC für den elektronischen Eingriff. Doch der Prozess kann erst beginnen, sobald sich der Autobesitzer als solcher identifiziert. Das bedeutet: Neben etwaigen Ersatzschlüsseln sollten Autofahrer einen Ausweis sowie die Fahrzeugpapiere mit zur Vertrags- oder Fachwerkstatt bringen.

Autoschlüssel nachmachen: Funkfernbedienung mit echtem Schlüssel

Der Austausch eines Schlüssels dauert in etwa acht Tage. (Bild: iStock)

Die aktuell am weitesten verbreitete Form des Autoschlüssels? Ganz klar die Funkfernbedienung, die seit den frühen 1990er-Jahren Fahrzeuge quer durch alle Segmente aufsperrt. Aus Sicht des Bedieners liegt der Unterschied zum Keyless-System in der Notwendigkeit eines Tastendrucks. Doch geht es um das Nachmachen des Autoschlüssels, liegt der Unterschied im enthaltenen Not-Schlüssel. Denn zumeist verfügt diese Form des Funk-Schlüssels über einen realen Bart-Schlüssel. Dieser klappt entweder über den Druck am prominent platzierten Knopf aus oder lässt sich für Notfälle aus dem Gehäuse des Schlüssels fummeln.

In jedem Fall bedingt der reale Schlüssel einen zusätzlichen Arbeitsschritt bei der Nachfertigung. Wie beim reinen Keyless-Funksystem muss der Schlüssel angelernt werden, um mit der Wegfahrsperre zu kooperieren. Danach könnte ein Dieb oder Finder mit dem ursprünglichen Schlüssel das Fahrzeug nicht starten. In den Fahrzeuginnenraum gelangt man mittels des echten Schlüssels aber nach wie vor. Wer sichergehen will, muss also die Türschlösser auswechseln lassen.

Diesen Arbeitsschritt bewerkstelligen KFZ-Spezialisten schnell und parallel zur Wartezeit auf die neuen Schlüssel-Codes der Hersteller. Damit bleibt der zeitliche Rahmen mit rund fünf Arbeitstagen in der Praxis derselbe wie beim reinen Keyless-System. Identisch sind auch die benötigten Dokumente und Utensilien: Ausweis, Fahrzeugpapiere und Zweitschlüssel sollten unbedingt mit zur Vertrags- oder Fachwerkstatt. 

Mechanische Schlüssel älterer Autos nachmachen

Wer ein altes Auto mit mechanischem Schlüssel besitzt, der kann seinen Schlüssel ganz leicht beim Schlüsseldienst nachfertigen lassen. (Bild: iStock)

Früher war bestimmt nicht alles besser – aber manches einfacher. 1998 endete die Ära, in der kleine Shops relativ einfach die Schlüssel von Neuwagen nachfertigen konnten. Denn von diesem Jahr an müssen Autos in Deutschland ab Werk mit einer Wegfahrsperre gesichert sein. Allerdings: Das System zum elektronischen Abgleich von Schlüssel und hinterlegtem Code existierte in vielen Modellen damals schon längst. An die oben genannte Funk-Funktion des Schlüssels ist diese Funktion dabei nicht zwingend gekoppelt, doch die Anforderungen an den neuen Schlüssel ähneln sich. Ob das Auto mit einer Wegfahrsperre ausgerüstet ist, klärt ein Blick in die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs. 

Fest steht: Wer den Schlüssel eines Old- oder Youngtimers ohne Wegfahrsperre verliert, kann den Ersatzschlüssel nach wie vor relativ einfach beim Schlüsseldienst nachfertigen lassen. Der Ersatzschlüssel sollte innerhalb eines Tages vorliegen (oft auch schon nach ein paar Stunden oder Minuten). Wer auf dieOriginal-Optik besteht, muss allerdings zum Autohaus – und hoffen, dass die Klassik-Abteilung des Herstellers Schlüssel-Rohlinge für das jeweilige Modell führt. Wir raten zur Mitnahme von Ausweis, Fahrzeugpapieren – und zum eventuell zum Erwerb eines neuen Türschlosses! Denn in der rein analogen Welt sperrt und startet der verlorene (oder gestohlene) Schlüssel das Auto ohne Einschränkungen. 

Autoschlüssel verloren oder gestohlen: Kosten

Drei Faktoren bestimmen die Kosten eines nachgemachten Autoschlüssels:  

  1. der Preis des Schlüssels selbst (Rohling) 

  2. Die Gebühren und Arbeitsstunden für das Anlernen bzw. mechanische Bearbeiten 

  3. Der Preis des eventuell getauschten Türschlosses.

Bei der reinen Keyless-Variante ohne Zünd- oder Notschlüssel entfällt der Preis für das Türschloss. Dafürkostet der Rohling unter Umständen mehr. Hinzu kommen Kosten im Zusammenhang mit dem Umprogrammieren. Der ADAC kalkuliert mit 150 Euro aufwärts; in den vierstelligen Euro-Bereich sollte man in der Praxis aber kaum vordringen. Dann solltest Du vielleicht die Werkstatt hinterfragen.

Anders gestaltet sich die Situation bei einem modernen System mit echtem Schlüssel. Wer hier die Tür- und Kofferraumschlösser mit auswechseln lässt, kann jenseits der 1.000-Euro-Marke landen.

Bei alten Fahrzeugen ohne Wegfahrsperre entfällt der Preis der Codierung. Bei einempreiswerten, auf Schlüssel spezialisierten Laden, kann die Nachfertigung durchaus unter 100 Euro kosten. Je nach Marke und Modellfließt dannmehr Geld in ein neues Türschloss.  Für viele einstige Volumen-Modelle existieren aber günstige Nachrüst-Schlösser. 

Autoschlüssel weg: Ablauf und Vorgehen

Diebstahl oder Verlust? In der Praxis wird das ein Autofahrer vor dem versperrten Fahrzeug schlecht feststellen können, jedenfalls ad-hoc. Wir empfehlen daher immer gleiche Vorgehensweise: 

  1. Parke das Fahrzeug an einem sicheren, nicht zugänglichen Ort. Am besten in einer abgeschlossenen Garage. Dafür muss das Auto natürlich noch einen Zweitschlüssel besitzen. 

  2. Im Zweifelsfall – außerhalb der eigenen Garage – also lieber ein paar Freunde anrufen, die währenddessen auf das Auto aufpassen 

  3. Alternativ kann ein Pannendienst das Fahrzeug abtransportieren 

  4. Verlustanzeige bei der Polizei einreichen 

  5. Meldung an die Versicherung schreiben 

  6. Vorführen des Fahrzeugs bei der Fach- oder Vertragswerkstatt 

  7. Heimweg mit Auftragsbestätigung oder Quittung zur Vorlage bei der Versicherung 

Verlust des Autoschlüssels: Was die Versicherung zahlt

Wenn du nachweisen kannst, dass der Schlüssel gestohlen wurde, übernimmt die Versicherung die Kosten. (Bild: iStock)

Wer den Schlüssel schlicht verliert, hat schlechte Chancen auf eine Übernahme der Kosten für nachgemachte Schlüssel durch die Versicherung. Das gleiche gilt laut Allianz, wenn ein Autoschlüssel aus einer unbeobachteten Handtasche gestohlen wird. Anders ist der Fall, wenn ein Autoschlüssel im Zuge eines Einbruchs aus dem Haus entwendet wird – was auch mit dem Ersatzschlüssel geschehen kann. In diesem Fall können Autobesitzer mit Kaskoversicherung (Teil- oder Vollkasko) mit einer Erstattung der Kosten rechnen. Mit Haftpflicht-Versicherung besteht hier keine Chance auf Kostenübernahme.

Entscheidend ist neben der Meldung bei der Versicherung eine offizielle Verlustanzeige bei der Polizei. Die meisten Versicherer bestehen auf einen schriftlichen Nachweis. Selbst wenn die Versicherung die Kosten der Schlüssel-Nachfertigung nicht übernimmt: Wer gegen den Diebstahl des Fahrzeuges versichert ist, sollte (je nach Schlüssel-Variante) die Türschlösser unbedingt tauschen. Denn gelangt ein Dieb mit einem verlorenen Schlüssel ins Auto, könnte die Versicherung die Zahlung später verweigern. 

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