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Autokauf: Händler oder Online? Tipps und Ablauf des Kaufs
22. März 2022
Kaufratgeber

Autokauf: Händler oder Online? Tipps und Ablauf des Kaufs

Produkt auswählen, Bankverbindung eingeben, gemütlich auf die Lieferung warten: So einfach läuft das Shoppen im Internet. Jedenfalls bei kleinen Bestellungen. Etwas neuer ist dagegen der Online-Kauf beim Neuwagen. Ein paar Schritte mehr als beim Bestellen eines Buchs oder Küchenmixers sind dann doch notwendig, ehe das Auto in der Auffahrt steht. Doch Angebotsvergleiche, Lieferung, Käuferschutz und sogar die 14-tägige Rückgabefrist folgen im Grunde dem gleichen Prinzip.

Ob und für wen sich der Online-Autokauf lohnt? Welche Varianten es gibt? Und wodurch sich der Autokauf im Internet vom Besuch im nahegelegenen Autohaus unterscheidet? Das klären wir hier im Detail.

Online-Autokauf: Neue Formen ergänzen die klassischen Wege

Man kann das klassische, stationäre Autohaus auch als Süßwarenladen für Erwachsene sehen. Als Möglichkeit die ganze Palette eines Herstellers zu vergleichen. Als Chance zur Klärung erster Fragen zum Fahrzeug und zur Finanzierung. Wenn alles einigermaßen passt, geht es direkt zur Probefahrt. Bedeutet: Der althergebrachte, reale Schauraum wird immer seine Daseinsberechtigung haben. Aber er ist längst nicht mehr alternativlos.

Und er war ohnehin nie perfekt: Arbeitet der potenzielle Autokäufer „nine-to-five“? Das entspricht zumindest den Öffnungszeiten vieler Händler. Und was, wenn die persönlich interessanteste Modellvariante oder Motorisierung nicht im Ausstellungsraum steht? Wenn aktuell alle Verkäufer in anderen Kundengesprächen beschäftigt sind?

Bei allen Unzulänglichkeiten des Autohauses: Die gänzliche digitale Alternative ist relativ neu und für viele Käufer noch längst nicht die präferierte. Besichtigung, Verkaufsgespräch und Bezahlung vom Sofa aus, sowie Lieferung des Autos vor die Haustür – diese Praxis nahm erst Ende der 2010er-Jahre Fahrt auf und wurde vor allem während der Corona-Krise für Vermittler, Hersteller und Kunden interessanter.

Dazwischen liegt ein breit etabliertes Angebot: Auf klassischen Online-Verkaufsportalen und Versteigerungs-Plattformen lässt sich vorab vieles per Telefon oder E-Mail klären. Hier sind sowohl Marken-Händler als auch Privatverkäufer vertreten. In welchem Umfang der gesamte Prozess online abläuft, unterscheidet sich meist nach Vorliebe der Beteiligten.

Wir fokussieren uns daher auf Angebote, die vordergründig und planmäßig (zum überwiegenden Teil) übers Internet ablaufen. Und unterscheiden zwischen Angeboten der Fahrzeug-Hersteller und Portalen, in denen Vermittler Fahrzeuge anbieten und ausliefern.

Online-Autokauf über Vermittler-Portale

(Bild: iStock)

Ein Vermittler beim Autokauf? Klingt befremdlich, ist aber in vielen Mobilitäts-Branchen längst Standard. Mietwagen für den Urlaub buchen mittlerweile wahrscheinlich die meisten über Vergleichsportale und Angebots-Suchmaschinen. Beim Online-Autokauf und erst recht bei Leasing-Angeboten, kann das ähnlich ablaufen: Über die Anbieter-Seite entscheidet sich der Kunde für ein Modell, der Kaufvertrag kommt dennoch direkt vom Händler. Die Auslieferung übernimmt gegebenenfalls das Onlineportal – oder ein externer Dienstleister. Rund 15 Vermittlungs-Anbieter tummeln sich aktuell auf dem deutschen Markt an, die meisten konzentrieren sich auf Neuwagen.

Anders als beim Online-Kauf direkt vom Hersteller, kann der Kunde sein Modell hier häufig nicht oder nur sehr begrenzt konfigurieren. Die günstigeren Preise entstehen dadurch, da es sich um bereits gefertigte, lagernde Fahrzeuge handelt. Denkbar ist auch, dass das Fahrzeug zunächst auf einen anderen Besitzer angemeldet wird, noch während der eigentliche Autokäufer das Fahrzeug nutzt. Häufig fällt das unter den Sammelbegriff „Tageszulassung“.

Wer den baldigen Wiederverkauf plant oder auf Erstbesitz Wert legt, sollte das im Hinterkopf behalten. Unser Check ergab: Die meisten Portale weisen bei einem Angebot ausreichend klar auf solche Sonderfälle hin. Es existiert sogar eine Richtlinie für Online-Portale: Der ADAC verfasste in Kooperation mit mehreren Anbietern den Kodex für sicheren Autokauf. Ein Papier, das Begriffe, Präsentation und Bezeichnungen reguliert – rechtlich bindend ist es nicht.

Beratungsleistungen über Telefon und Mail bieten praktisch alle Anbieter an. Wie sehr diese Service-Center bei konkreten Fragen zum Fahrzeug helfen können, variiert stark nach Anbieter und Fahrzeugmodell. Das Bezahlen erfolgt dann meist in zwei Schritten: Direkt beim Abschluss wird eine Anzahlung abgebucht oder geblockt – den Restbetrag gibt der Käufer frei, sobald das Fahrzeug ausgeliefert wurde.

Online-Autokauf direkt beim Fahrzeughersteller

(Bild: iStock)

Klar: Wer beim Autohaus seines Vertrauens nach sieben Besuchen per E-Mail den Kauf bestätigt, schließt irgendwie auch „online“ ab. Definieren wir die Sache enger und fokussieren auf Dienste, die vordergründig auf eine Online-Abwicklung setzen. Welche Marken hier wie weit gehen, ändert sich stetig. Und zwar in beide Richtungen: Viele Anbieter bauten das Angebot aus, manche Hersteller schraubten im Zuge der ersten Corona-Wellen eingeführte Dienste wieder zurück. Diese Konzepte gibt es:

Full-Service bis vor die Haustüre

Hier sprechen wir von Verkaufsprozessen, die ausschließlich über das Web ablaufen – von Anfang an. Dafür bieten Hersteller Video-Chats und versenden auf Wunsch Bilder mit Detailaufnahmen. Damit klappt die Beratung zielgerichteter als beim vorgefertigten Online-Video. Beispielhaft könnte ein Handelsvertreter Detailaufnahmen zu Stauraum-Lösungen erstellen, die den Rahmen herkömmlicher Prospekte sprengen.

Nach Kaufabschluss kann das Modell bis vor die Haustür geliefert werden. Einige Marken der Stellantis-Gruppe bieten diesen Service an. Unter den automobilen Neu-Erscheinungen bietet unter anderem Polestar dies an.

Lieferung zum Händler und Store-Konzepte

Hier bieten Marken ebenfalls umfangreiche Unterstützung in Live-Chats sowie einen Online-Kaufabschluss an. Die Fahrzeug-Lieferung erfolgt an ein nahegelegenes Autohaus in der Nähe. So läuft die Sache etwa bei Hyundai. Vielen Marken haben ähnliche Pläne bereits angekündigt. So kann ein zentraler Innenstadt-Store als Schauraum (und Abholstation) dienen.

Oft sind es Newcomer oder Elektro-Sub-Marken der großen Hersteller, die diesen Weg anstreben. Kündigt eine größere Marke – zuletzt etwa Volkswagen – dieses Vorhaben an, kommt dagegen meist ein Misch-Konzept aus klassischem Handel und „Mobility-Store“ bei heraus.

Multi-Media-Beratung und persönlicher Kaufabschluss

Manche Hersteller setzen bei der Beratung auf ausgeklügelte technische Dienste, doch beim Kauf selbst auf den persönlichen Kontakt im Autohaus. So erfolgt die Besichtigung auf Wunsch über extra-bereitgestelltes Personal, das dem Kunden über eine VR-Brille die Details des Fahrzeuges auf den Screen holen kann. Während derselbe Hersteller auf den „Online-Kaufen“-Button auf seiner Seite verzichtet. Diesen Weg etwa gehen Cupra, Seat und Audi.

Die Zwischenwelt der gelebten Praxis

Jede Theorie ist grau. Und jeder Autokäufer weiß, dass viele Details beim Autokauf situationsabhängig sind. So bieten viele Händler an, dem Kundenwunsch nach Auslieferung und weitgehender Online-Abwicklung nachzukommen – auch wenn der Service nicht prominent auf der Hersteller-Homepage beworben wird.

Vereinzelt fürchten Verbraucherschützer finanzielle Nachteile für Kunden, etwa ein Beharren des Händlers auf den Listenpreis. Tatsächlich kommt praktisch kein Online-Verkaufsmodell ohne Gesprächs-Optionen mit Verkäufer oder Service-Personal aus. Zumindest die Chance zur Angebotslegung mit frei verhandeltem Preis bleibt immer bestehen. Das ist auch gut so.

Unterschiede zum klassischen Kauf: Diese Rechte und Pflichten gelten online

(Bild: iStock)

Bis hierher scheint klar: Ein Auto wird online nicht so spontan gekauft wie ein Bestseller-Roman. Ein paar Schritte mehr sind notwendig – und gewünscht. Allein schon aufgrund der höheren finanziellen Bindung wünschen Kunden die Beratungsangebote. Daher mag es überraschend erscheinen, was den 50.000-Euro-SUV und das 10-Euro-Taschenbuch eint: Das 14-tägige Widerrufsrecht beim Online-Kauf. Wer nicht zufrieden ist, kann innerhalb dieser Frist vom Kauf zurücktreten, indem der Käufer dies in einfacher Sprache schriftlich kommuniziert.

Allerdings: Während Online-Versandhändler bei der Waren-Rücknahme meist kulant agieren, kann die Sache bei Fahrzeugen komplizierter ablaufen. Denn in bis zu zwei Wochen spult der Autokäufer mit hoher Wahrscheinlichkeit Kilometer auf das Fahrzeug. Die kann ein Online-Anbieter dem Käufer theoretisch in Rechnung stellen. Außerdem können Gebühren für Lieferung und Abwicklung anfallen.

Damit Schwierigkeiten beim Online-Autokauf ausbleiben, sollte daher auf den Geschäftssitz des Anbieters geachtet werden, speziell bei Online-Vermittlern. Also Hände weg sobald keine deutsche Adresse im Impressum steht? Ganz so eng ist es juristisch-gesehen zum Glück nicht. Ist die Geschäftstätigkeit des Unternehmens (auch) auf Deutschland ausgerichtet, gelten in rechtlichen Fragen auch die deutschen Richtlinien zum Verbraucherschutz.

Allerdings nur, wenn sich der Unternehmenssitz des Vertragspartners in der EU befindet. Residiert der Anbieter außerhalb der EU, würde die Rechtslage des jeweiligen Landes gelten. Das ist aber nach Kenntnisstand nirgends der Fall.

Fazit: Autokauf Online oder im klassischen Autohaus

Vom klassischen Automagazin über Online-Medien bis zum YouTube-Video eines Fahrzeugbesitzers: Wer will, informiert sich umfassend über ein Auto – ohne nur einmal Homepage oder Autohaus der Marke aufzusuchen. Viele potenzielle Käufer beginnen den Kaufprozess bereits mit klaren Vorstellungen zu Modell, Motorisierung und Ausstattung. In diesen Fällen lohnt sich der Blick auf die Seiten der Online-Vermittler. Mit Glück gibt es das Wunschmodell dort fertig zusammengestellt zum Kampfpreis, weit unter dem Listenpreis.

Gleichzeitig wird die Autowelt immer komplexer. Selbst der ausführlichste Fahrbericht kann nicht alle Ausstattungsvarianten abbilden. Beispiel? Bei vielen E-Autos kann sich die Wahl der Felgengröße teils deutlich auf die Reichweite auswirken. Geschultes Verkaufs- und Servicepersonal des Herstellers kann hierzu Auskunft geben. Darüber hinaus sollten alle, denen das Fahrgefühl ihres Autos wichtig ist, weiterhin eine Probefahrt abhalten. Emotionen spielen beim Autokauf eine wichtige Rolle und keine VR-Brille wird jemals das unmittelbare Gefühl eines Autos ersetzten können.

Das Autohaus ist außerdem die beste Anlaufstelle für Preisfragen und mögliche Nachverhandlungen. Online-Angebote erweitern insofern auch die Möglichkeiten diese Ansprechpartner zu kontaktieren und bieten neue Optionen, beim betreffenden Fahrzeugmodell ins Detail zu gehen. Das richtige Verkaufsportal stellt also ganz klar einen Komfort-Gewinn für die Kunden dar und verkompliziert den Autokaufprozess nicht einfach.

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Titelbild: iStock

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