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Autobatterie selbst wechseln: Anleitung und Tipps
12. Mai 2022
Wartung & Pflege

Autobatterie selbst wechseln: Anleitung und Tipps

Wenn das Auto nicht mehr starten will, liegt es meistens an der Starterbatterie. Sie versorgt bei Autos mit Verbrennungsmotor, Hybriden und sogar bei Elektroautos das 12-Volt-Bordnetz mit Spannung. Fehlt ihr der Strom, kann der Anlasser nicht drehen, die Kraftstoffpumpe nicht fördern, oder die Software nicht hochfahren – das Fahrzeug wird zum Stehzeug. Kurzfristig helfen Starthilfe oder ein Ladegerät. Früher oder später muss jedoch eine neue Autobatterie her.

Autobatterien sind Verschleißteile, sie altern kontinuierlich. Deshalb schaffen sie es nicht, ein Autoleben lang konstant die gleiche Leistung zu liefern. Nach ungefähr fünf bis sechs Jahren sind sie verbraucht und müssen getauscht werden. Der ADAC rät besonders bei modernen Fahrzeugen dazu, den Batterietausch einem Fachmann zu überlassen. Bei vielen Modellen funktioniert der Wechsel dennoch problemlos ohne fremde Hilfe. Einige Dinge musst Du jedoch dabei beachten.

Batterie tauschen oder laden?

Ist die Autobatterie leer bedeutet dies nicht immer, dass sie auch ersetzt werden muss. Häufig reicht eine einfache Starthilfe. (Bild: iStock)

Ein Auto ohne Strom bedeutet noch nicht, dass sofort eine neue Batterie hermuss. In den meisten Fällen ist sie nur entladen. Das passiert vor allem wenn ein Auto lange steht. In dieser Zeit befinden sich die elektronischen Verbraucher des Autos in einem stromsparenden Modus und belasten den Akku nur sehr wenig. Belasten tun sie ihn trotzdem und bereits nach einigen Wochen kann der Strom ausgehen.

Schneller geht es, wenn zum Beispiel Licht oder Radio nach Abschalten des Motors angeschaltet bleiben. Bei niedrigen Temperaturen und vollaufgedrehter Heizung, kann eine Autobatterie schon nach einer Nacht kapitulieren. In diesen Fällen kann die alte Batterie allerdings bleiben. Es genügt, das Auto fremdzustarten (Starthilfe) oder den Akku zu laden.

Weil nicht jeder auf eine Steckdose in Autonähe zugreifen kann, bietet sich der Ausbau der Starterbatterie an (siehe unten). Faustregel: Wenn eine Batterie bei abgeschaltetem Motor eine Spannung von 12,2 Volt oder weniger liefert, kann sie Unterstützung gebrauchen.

Wenn die Batterie aber regelmäßig daran scheitert das Auto anzulassen, liegt es womöglich am Akku selbst. Das passiert im hohen Akku-Alter oder bei unsachgemäßer Handhabung: Muss die Starterbatterie über lange Zeit Strom abgeben, ohne aufgeladen zu werden, beschleunigt sich der Verschleiß. Experten sprechen von tiefentladenen Batterien. Gemeint ist eine Spannung von 10,7 Volt oder weniger. Befindet sich eine Starterbatterie wiederholt in diesem Zustand, geht sie schnell kaputt.

Vor dem Batterietausch: Das ist zu beachten

Autobatterien gibt es in verschiedenen Ausführungen, nicht nur die spezifischen Abmessungen müssen beachtet werden, sondern auch technische Maße. (Bild: iStock)

Der physische Vorgang des Batteriewechsels ist relativ simpel. Die Elektrik moderner Autos kann die Angelegenheit allerdings verkomplizieren. Die meisten neuen Fahrzeuge verfügen über eine Start-Stopp-Automatik, meist in Verbindung mit einem sogenannten Batteriemanagement-System (BTS). Je nach Hersteller muss eine neue Batterie erst „angelernt“ werden, zum Teil mit speziellen Geräten. In vielen Fällen übernehmen das die Vertragshändler, manchmal sogar kostenlos.

Die neue Batterie deines Autos muss in den meisten Punkten dem originalen Akku entsprechen. Dazu gehören natürlich die Maße, aber auch bestimmte physische Eigenschaften. Denn Autobauer stellen sehr konkrete Anforderungen an Starter-Batterien. Kann der Tauschakku diese nicht erfüllen, funktioniert er nicht gut genug. Hier die Checkliste für den Batteriekauf:

  • Gleiche Abmessungen: Die neue Starterbatterie darf nicht größer sein als der alte Akku. Der Bauraum rund um die Batterie ist stark begrenzt, in den meisten Fällen erlaubt schon die Fassung keine Vergrößerung.

  • Gleiche Batteriekapazität: Die Batteriekapazität (Maßeinheit: Amperestunden – Ah) gibt an, wie viel Strom eine Batterie speichert. Die neue Batterie sollte über die gleiche Kapazität verfügen wie die alte. Eine höhere Kapazität geht meist mit größeren Abmessungen einher und scheidet deshalb häufig aus.

  • Gleiche Polausrichtung: Plus- und Minuskabel im Auto sind so gestaltet, dass sie genau bis zu den Polen der Batterie reichen. Autofahrende sollten deshalb darauf achten, dass die neue Batterie den Plus- und den Minuspol an der gleichen Stelle haben. Achtung: Manche Akkus sehen kompatibel aus, haben aber vertauschte Pole! Hier können die entscheidenden Zentimeter Kabel fehlen.

  • Gleicher Batterietyp: Mittlerweile gibt es verschiedene Arten von Starterbatterien. Sie tragen zum Beispiel die Kennungen EFB, AFB oder AGM. Es empfiehlt sich ein Akku des gleichen Typs, weil sie auf die Eigenarten des Fahrzeugs (Start-Stopp-Systeme, viele Entladungen) abgestimmt sind.

  • Tipp: Wer ganz sicher sein möchte, der achtet auf die ETN, die European Type Number. Diese neunstellige Nummer auf der Batterie beschreibt den Batterietyp eindeutig und verrät dem Batteriehändler genau, welchen Akku welches Auto braucht. Wenn die bisherige Batterie noch keine ETN hat, reicht auch die Schlüsselnummer des Autos. Die steht im Fahrzeugschein.

Autobatterie selber wechseln – so funktioniert es

Mit dem richtigen Werkzeug und etwas Geschick ist der Einbau von Autobatterien auch eigenständig möglich. (Bild: iStock)

Der eigentliche Batteriewechsel ist für handwerklich begabte Menschen ein Klacks. Dennoch sollte der Tausch gut vorbereitet werden. Die Batterie versteckt sich meist im Motorraum unter einer Abdeckung. In einigen Fahrzeugen befindet sie sich allerdings aus Platz- oder Gewichtsgründen unter dem Kofferraumboden.

Wer die Autobatterie wechseln will, braucht bestimmte Werkzeuge. Die Polklemmen sind in der Regel mit Muttern gesichert. Um sie zu lösen, braucht es einen Maul- oder Ringschlüssel, alternativ eine kleine Ratsche mit passender Nuss. Meistens handelt es sich um eine Schlüsselweite zwischen 10 und 13 Millimetern. Hinzu kommt die Befestigung der Batterie im Auto. Die kann etwas versteckt liegen. Meist ist sie mit einem Bolzen gesichert.

Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich, bei der Arbeit an der Batterie, säurefeste Schutzhandschuhe und eine Sicherheitsbrille zu tragen. Denn in Starterbatterien, meistens noch Nickel-Kadmium-Batterien, befindet sich Schwefelsäure.

Ausbau der alten Autobatterie:

  • Stelle sicher, dass der Zündschlüssel abgezogen ist und alle zusätzlichen Verbraucher (Radio, Scheinwerfer) abgeschaltet sind. Das Auto sollte auf einer ebenen Fläche parken, die Handbremse sollte angezogen sein.

  • Entferne die Batterieabdeckung. Achtung: Das kann fummelig sein, im Zweifel hilft das Handbuch.

  • Löse die Sicherungsschraube am Minuspol und zieh die Polklemme ab.

  • Löse die Sicherungsschraube am Pluspol und zieh die Polklemme ab.

  • Löse die Befestigungsmechanik der Batterie.

  • Löse den Entlüftungsschlauch der Batterie, sofern vorhanden.

  • Hebe die Batterie aus ihrer Halterung.

Vorsicht: Starterbatterien sind schwer und unhandlich! Wenn sie hinfallen, können sie dich verletzen oder das Auto beschädigen. Kippt die Batterie um, kann im schlimmsten Fall ätzende Säure austreten.

Der Pluspol sollte nach dem Ausbau isoliert werden, da von ihm Kurzschlüsse ausgehen können. (Bild: iStock)

Der Einbau erfolgt nun in umgekehrter Reihenfolge:

  • Hebe die Batterie vorsichtig in die Halterung.

  • Fixiere den Entlüftungsschlauch in der dafür vorgesehenen Öffnung.

  • Montiere die Befestigungsmechanik der Batterie. Das korrekte Drehmoment für alle Verschraubungen verrät das Selbsthilfebuch. Solche Werte kannst du häufig auch in Internetforen finden.

  • Reinige beide Polklemmen von eventuellem Schmutz, Rost oder Grünspan.

  • Entferne eventuelle Isolierungen an den Batteriepolen.

  • Befestige die Pluspolklemme.

  • Befestige die Minuspolklemme.

  • Optional: Behandle die Anschlüsse mit Polfett.

  • Montiere den Pluspolschutz und Batterieabdeckung.

Entsorgung der alten Batterie: Kostenlos beim Händler

Autobatterien enthalten giftige Chemikalien und gehören auf den Sondermüll. (Bild: iStock)

Wer selbst schraubt, der muss sich selbst um die Altbatterien kümmern. Ausrangierte Starterbatterien gehören auf keinen Fall in den Hausmüll. Sie müssen fachgerecht entsorgt werden. Am einfachsten geht das beim Händler, der die neue Batterie verkauft hat. Der Rechnungsbetrag beinhaltet ein Pfand, das Käufer zurückbekommen, wenn sie die alte Batterie abgeben. Das ist die einfachste und günstigste Art, eine alte Batterie zu entsorgen.

Alternativ nehmen auch Recycling-Höfen alte Batterien an. Werkstätten und Händler nehmen sie in der Regel ebenfalls entgegen. Der Nachteil: Das Pfand gibt es nicht zurück und die Entsorgung kann darüber hinaus etwas kosten. Wegen der giftigen Inhaltsstoffe einer Starterbatterie ist es diesen Aufwand aber allemal wert. Auch beim Transport zur Entsorgungsstelle darf die Batterie nicht kippen, Stichwort: auslaufende Säure. Zudem musst du den Pluspol isolieren, um Kurzschlüsse auszuschließen.

Wem das Prozedere zu kompliziert ist, fragt in einer Werkstatt nach, ob sie auch mitgebrachte Batterien einbauen. So lässt sich beim Tausch der Starterbatterie viel Geld sparen, ohne selbst arbeiten zu müssen.

Das Tauschen einer Autobatterie ist kein Hexenwerk. Mit dem passenden Werkzeug, etwas Geduld und dieser Anleitung kannst du es einfach selbst erledigen. Bist du dir allerdings unsicher, empfehlen wir dir die Hilfe professioneller Mechaniker.

Titelbild: iStock

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