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Autoaufbereitung für Gebrauchtwagen: Kosten, Tipps und Ablauf
5. Oktober 2021
Wartung & Pflege

Autoaufbereitung für Gebrauchtwagen: Kosten, Tipps und Ablauf

Viele haben eine besondere Verbindung zu ihrem Auto – eine Beziehung, die Höhen und Tiefen durchlebt und mitunter Spuren hinterlässt. Der erste Kratzer ist ein Weltuntergang, die folgenden eventuell gar nicht mehr so schlimm, das kennst du sicher selbst.

Willst du dein Auto verkaufen und vorher den Verkaufswert steigern, kannst du dein Fahrzeug mit einer Autoaufbereitung optisch noch mal auf Vordermann bringen. Wir erklären dir, was eine Fahrzeugaufbereitung beinhaltet, was du selbst erledigen kannst und welche Kosten auf dich zukommen können.

So läuft die professionelle Autoaufbereitung ab

Eine Autoaufbereitung hat zum Ziel, das Fahrzeug optisch und hygienisch möglichst nahe an den originalen Auslieferungszustand zu bringen. Fachwerkstätten oder spezialisierte Unternehmen bieten dafür professionelle Fahrzeugaufbereitungen an. Je nach Zustand reicht eine Autowäsche nicht aus, sondern es bedarf einer intensiveren Behandlung.

Bei der Außenreinigung werden zunächst alle äußeren Fahrzeugbereiche gründlich gereinigt. Dabei sind nicht nur direkt sichtbare Karosserieteile gemeint, sondern auch Unterboden und Motor. Im Anschluss das Fahrzeug mit verschiedenen Pflegeprodukten wie Politur und Versiegelung behandelt. Dadurch hält der Reinigungseffekt längere Zeit an. Außerdem beseitigen die Fachleute kleinere Schäden wie Kratzer, Schrammen oder Dellen durch Smart Repair.

Sind die Schrammen oder Kratzer zu tief, hilft auch die Aufbereitung des Autos nicht mehr. (Bild: iStock)

Daneben gehört eine umfassende Innenreinigung ebenfalls zur Autoaufbereitung. Das umfasst eine intensive Aufbereitung der Autositze, Fußmatten und allen weiteren Kontakt- und Oberflächen. Die Materialien strahlen dadurch nicht nur wieder, sie verlieren auch unangenehme Gerüche. Auch im Innenraum werden kleinere Reparaturen an Kunststoffen, Leder, Lackflächen und Scheiben vorgenommen.

Bei sehr starken Verschmutzungen oder schwerwiegenden Beschädigungen kommt die Aufbereitung an ihre Grenzen. Wenn die Reparaturkosten die Kosten eines Ersatzteils deutlich übersteigen, ergibt es Sinn, direkt ein Ersatzteil zu verbauen.

Risse im Armaturenbrett, die länger als zehn Zentimeter sind oder tiefe Schrammen in Felgen lassen sich nur sehr schwer reparieren. Auch Löcher in Polstern sind ab einer Länge von drei Zentimetern kaum zu stopfen. Wir empfehlen dir, die Schäden zusammen mit den Fachleuten vor der Fahrzeugaufbereitung genau zu begutachten. Nur sie können dir erklären, ob eine Aufbereitung sinnvoll ist oder ob du direkt zu einem Ersatzteil greifen solltest.

Das kostet die Autoaufbereitung bei den Profis

Welche Kosten für eine professionelle Autoaufbereitung auf dich zukommen, hängt von der Größe und dem Zustand deines Fahrzeugs ab. Diese Faktoren beeinflussen die Arbeitszeit und das aufgewendete Material, das die Fachwerkstatt für die optische und hygienische Aufwertung deines Autos benötigt. In einer Werkstatt kannst du als Daumenwert einen Stundensatz von etwa 50 Euro für den Arbeitsaufwand einkalkulieren.

Die Kfz-Versicherung übernimmt die Aufbereitungskosten nicht, dafür musst du selbst also selbst aufkommen. Bei Reparaturen am eigenen Fahrzeug könnte höchstens die Vollkaskoversicherung greifen. Haftpflicht- und Teilkaskoversicherung kommen (bis auf wenige Ausnahmen) nicht für Schäden am eigenen Fahrzeug auf. Für eine reine Wertsteigerung springt jedoch auch die Vollkaskoversicherung nicht ein.

Damit du ein besseres Gefühl für mögliche Kosten bekommst, haben wir dir einige gängige Preise übersichtlich zusammengefasst.

Kosten für die Innenreinigung

  • Aussaugen Innenraum: ca. 10 Euro

  • Aussaugen Innenraum mit Hundehaaren: ca. 25 Euro

  • Polsterreinigung Stoffsitze: ca. 20 bis 50 Euro

  • Reinigung Ledergarnitur: ca. 65 bis 80 Euro; zusätzliche Lederpflege: ca. 25 bis 45 Euro

  • Reinigung Dachhimmel: ca. 50 Euro

  • Geruchsneutralisierung: ca. 50 bis 80 Euro

  • Komplette Innenraumreinigung: ab ca. 100 Euro

Kosten für die Außenreinigung

  • Scheibenputzen: ca. 10 Euro

  • Felgenreinigung: ca. 20 Euro

  • Karosseriereinigung: ca. 20 bis 40 Euro

  • Lackbehandlung mit Hochglanzpolitur: ca. 70 bis 90 Euro

  • Verdeckreinigung beim Cabrio: ca. 50 bis 70 Euro

  • Motorwäsche: ca. 20 bis 50 Euro (Trockeneisbehandlung), ca. 40 Euro (Hochdruckreiniger)

  • Unterbodenwäsche: ca. 30 Euro

  • Komplette Außenreinigung: ab ca. 250 Euro

Smart-Repair-Leistungen

Mit Smart Repair sind auch kleine Beschädigungen im Handumdrehen behoben. „Smart“ ist hierbei nicht nur das englische Wort für „schlau“ oder „clever“, sondern steht hier als Akronym für „Small to Medium Area Techniques“. Mithilfe von Smart Repair beseitigen Fachleute kleinere Schäden relativ schnell und kostengünstig:

  • Schramme in Alufelge: ca. 50 Euro

  • Kratzer im Lack: 40 bis 60 Euro

  • Loch im Stoffsitz: 50 Euro

  • Loch im Ledersitz: ca. 80 Euro

  • Beschädigung im Kunststoff: ca. 60 Euro

  • Schaden an der Windschutzscheibe: ca. 80 bis 100 Euro

So bereitest du dein Auto selbst auf

Eine professionelle Autoaufbereitung kann schnell mehrere hundert Euro kosten. Mit etwas Eigenleistung kannst du die Kosten deutlich reduzieren. Wir zeigen dir, welche Schritte du selbst übernehmen kannst.

Innenraum

Für festsitzenden Schmutz auf Leder solltest du nach der Grundreinigung mit einer weichen Bürste nachhelfen. (Bild: iStock)

Grundsätzlich solltest du dein Auto innen regelmäßig reinigen. Dreckige Schuhe oder ein schneller Snack: Es sammeln sich schnell Schmutz und schlechte Gerüchte im Fahrzeug. So bekommst du dein Auto innen wieder sauber:

Vorbehandlung

Bevor du mit Reinigungsarbeiten beginnst, solltest du dir erst einmal Platz verschaffen. Das heißt: Alles, was nicht ins Auto gehört und beim Säubern stört, kommt raus. Dann kannst du das Auto aussaugen. Dafür gibt es Staubsaugerautomaten an der Tankstelle, aber auch der eigene Haushaltsstaubsauger hilft schon. Mit einem langen, dünnen Aufsatz gelangst du am besten in alle Ecken und Ritzen. Tipp: Haare lassen sich sehr gut mit Klebeband entfernen.

Reinigung der Textilien

Zur Polsterreinigung empfehlen wir dir Polsterschaum. Von Wasser mit Reinigungsmittel raten wir ab: Zu viel Feuchtigkeit im Sitz kann zu Schimmelbildung führen. Selbst bei kleinen Flecken solltest du den kompletten Sitz reinigen, um mögliche Farbunterschiede zu vermeiden. Bei Ledersitzen empfiehlt es sich, die Gebrauchsanweisung zu lesen und Reinigungshinweise zu beachten, um Schäden vorzubeugen.

Generell empfehlen wir, den Sitz nach dem Absaugen mit Grundreiniger für Leder zu reinigen. Für festsitzenden Schmutz kannst du eine weiche Bürste verwenden, danach solltest du den Sitz mit einem Mikrofasertuch abwischen. Damit das Leder auch nach der Reinigung weich und geschmeidig bleibt, solltest du anschließend noch ein pH-neutrales Pflegemittel auftragen. Lästige Gerüche wird man Hausmitteln wie gemahlenem Kaffee oder Essig los, allerdings nur kurzfristig. Für eine langfristige Lösung lohnt sich eine Ozonbehandlung in einer Fachwerkstatt.

Fenster und Kunststoffe

Die Fenster kannst du zunächst mit einem nassen Mikrofasertuch abwischen, um den gröbsten Schmutz zu entfernen. Danach hilft ein gewöhnlicher Glasreiniger: Am besten sprühst du den Reiniger in ein Tuch und nicht direkt auf die Scheibe, um Spritzer auf das Armaturenbrett zu vermeiden. Mit einem trockenen Microfasertuch polierst du die Scheibe anschließend trocken.

Bei der Reinigung von Kunststoffen solltest du darauf achten, keine ätzenden Reinigungsmittel zu verwenden. Sie könnten den Kunststoff beschädigen. Wir raten dir daher zur Reinigung mit lauwarmem Wasser und gegebenenfalls etwas Spülmittel. In engen Ritzen wie den Lüftungsdüsen können Wattestäbchen wahre Wunder bewirken.

Außen selbst reinigen

Wichtig bei der Wäsche mit dem Hochdruckreiniger: Ausreichend Abstand, damit keine Lackschäden entstehen. (Bild: iStock)

Grobe, äußere Verschmutzungen an offensichtlichen Stellen kannst du in wenigen Schritten selbst beseitigen:

Grundreinigung

Zunächst einmal befreist du das Fahrzeug von groben Verschmutzungen. Hierzu kannst du in eine Waschanlage fahren oder deinen Wagen mit einem Hochdruckreiniger säubern. Achte dabei auf einen Abstand von mindestens 50 Zentimetern, um Lackschäden vorzubeugen.

Sobald der grobe Schmutz beseitigt ist, kann die Grundreinigung in Form einer Handwäsche beginnen. Wir empfehlen dir die Nutzung eines Autoshampoos in einem Eimer mit lauwarmem Wasser. Trage das Shampoo mithilfe eines Waschhandschuhs in kreisenden Bewegungen auf dem Lack auf. Achte darauf, dass sich kein Schmutz wie kleine Steinchen im Handschuh sammeln, um den Lack nicht zu zerkratzen. Abschließend spülst du das Reinigungsmittel mit reichlich klarem Wasser ab und trocknest die Karosserie mit einem Mikrofasertuch, um Wasserflecken zu vermeiden.

Reinigung von Scheiben, Spiegeln und Felgen

Zur Reinigung der Scheiben und Spiegel kannst du wieder Glasreiniger verwenden. Die Felgen reinigst du am besten mit speziellem Felgenreiniger. Den Reiniger sprühst du direkt auf die Felgen, lässt ihn etwas einwirken und entfernst den Dreck anschließend mit einer weichen Bürste. Anschließend spülst du mit klarem Wasser nach – für den Feinschliff und gegen fiese Wasserflecke hilft wieder das trockene Microfasertuch. Bei lackierten Felgen kann auch Lackknete helfen, die Verschmutzungen zu beseitigen.

Kurz und knapp: Unsere Tipps zur Autoaufbereitung

  • Eine Autoaufbereitung macht vor allem dann Sinn, wenn du dein Auto verkaufen möchtest. Durch eine professionelle Autoaufbereitung steigt der Fahrzeugwert, sodass du deinen Wagen schneller und zu einem besseren Preis verkaufen kannst.

  • Mache dir bereits im Vorfeld klar, welche Aufbereitungsarbeiten durchgeführt werden müssen. Lass dich hierbei von einer Fachwerkstatt beraten und dir einen Kostenvoranschlag geben.

  • Wenn du selbst etwas Zeit und Arbeit reinsteckst, kannst du sehr viel Geld sparen. Vor allem Reinigungsarbeiten lassen sich gut auf eigene Faust abwickeln.

  • Spezielle Aufbereitungsarbeiten wie die Motorwäsche oder eine Ozonbehandlung zur Geruchsneutralisierung solltest du Fachpersonal überlassen.

  • Am meisten Geld sparst du, wenn du achtsam mit deinem Fahrzeug umgehst. Regelmäßige Grundreinigungen greifen einer umfangreichen Aufbereitung vor.

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Titelbild: iStock

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