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Auto winterfest machen – die besten Tipps
27. Januar 2020
Wartung & Pflege

Auto winterfest machen – die besten Tipps

Frost, überfrierende Nässe, Schnee und Eis: Der Winter bringt für Autofahrer eine ganze Reihe an Herausforderungen mit sich. Es stellen sich Fragen wie: Worauf muss ich beim Fahren mit Winterreifen (M+S-Reifen) achten? Oder: Wann sollte ich mein Auto einem Wintercheck unterziehen? Wir haben die Antworten, die dich und dein Auto fit für den Winter machen.

Ist ein Wintercheck fürs Auto verpflichtend?

Während Winterreifen in Deutschland Pflicht sind, ist es ein professioneller Wintercheck in einer Autowerkstatt nicht. Natürlich kannst du dein Auto auch in Eigenregie winterfest machen, doch noch besser ist es, wenn Fachleute am Werk sind. Sie können eventuelle Mängel noch vor dem Wintereinbruch beheben. Zwar fallen dafür Kosten an, die etwas höher sind als beim Selbst-Check, doch so kannst du in jedem Fall sicher gehen, dass du mit einem wintertauglichen Fahrzeug unterwegs bist.

Im Rahmen einer Winterinspektion werden alle wichtigen Funktionen deines Wagens überprüft. So kann beispielsweise ein Bremsversagen bei Glätte oder Schneefall verhindert werden. Sind Leuchten, Blinker und Scheibenwischer intakt? Funktioniert die Heizung? All das wird im Rahmen überprüft.

Wann sollte der Wintercheck durchgeführt werden?

Es gibt keine feste Regel, wann du dein Auto am besten für das Fahren bei Eis und Schnee rüstest, doch im besten Fall gönnst du ihm bereits vor der ersten Kältewelle einen professionellen Wintercheck. Dabei solltest du nicht auf jeden Euro gucken, denn nur mit einem Auto, das gut gegen plötzliche Wetterumbrüche oder erschwerte Verkehrsbedingungen gerüstet ist, kommst du unfallfrei und ohne Ärger durch die kalte Jahreszeit.

Der optimale Zeitpunkt, um dein Auto winterfest zu machen, ist der Herbst. Experten setzen beispielsweise den Oktober als Monat für den Reifenwechsel an. Wenn du bereits vor dem ersten Schneefall – der je nach Wetterlage durchaus auch schon vorzeitig und überraschend kommen kann – die Sommerreifen gegen die Winterreifen tauschst, ist dein Auto zeitig genug gewappnet gegen eventuelle Wetter-Kapriolen.

Dank eines rechtzeitig durchgeführten Winterchecks musst du dich außerdem nicht um einen heißbegehrten Werkstatttermin sorgen, wenn das nasskalte Wetter oder der Frost dann erstmal da sind. Der Reifenwechsel ist daher ein guter Zeitpunkt, um gleich einen umfassenden Check deines Wagens durchführen zu lassen und ihn vor dem Winter noch einmal „auf Herz und Nieren“ zu testen. Übrigens: Selbst wenn die Monate November bis April schneefrei bleiben, sorgen Winterreifen bei Nässe und Laub auf den Straßen für ein sicheres Fahrverhalten.

Bild: Pexels

Fahrzeugcheck in Eigenregie

Da ein Werkstattbesuch stets mit Kosten verbunden ist, ziehen es viele Autobesitzer vor, ihr Auto selbst winterfest zu machen. Dafür benötigst du allerdings neben etwas Zeit auch eine gewisse Fachkenntnis. Es ist wichtig, dass alle essentiellen Funktionen und Bedienelemente wie die Beleuchtung, die Lenkung und die Bremsen überprüft werden. Auch die Batterien solltest du einem Leistungstest unterziehen. Wenn du beim Wintercheck fürs Auto unsere Checkliste abarbeitest, deckst du alle wichtigen Punkte ab:

Reifen

Am besten montierst du die Winterräder bereits vor dem ersten Schnee. So entgehst du Wartezeiten bei Werkstätten und Reifendiensten und bist auch für plötzlichen Schneefall bestens gerüstet. Überprüfe Reifendruck und Profiltiefe: Beträgt sie weniger als 4 mm, bieten die Winterreifen nicht mehr ausreichend Grip. Ob sie noch genug Profil haben, kannst du leicht mit einer 1-Euro-Münze checken: Ihr goldener Rand darf nicht mehr sichtbar sein, wenn du die Münze in das Reifenprofil steckst. Reifen, die älter als 10 Jahre sind, solltest du auf jeden Fall erneuern, selbst wenn sie noch ausreichend Profil haben.

Felgen

Robuste Stahlfelgen sind zwar weniger anfällig für Korrosionsschäden, werden aber aufgrund ihrer Optik nicht so gerne gewählt wie Leichtmetallfelgen. Doch nicht alle Alufelgen sind von Hause aus winterfest; man braucht spezielle Winterfelgen aus Alu, die dank einer speziellen Oberflächenbehandlung den Herausforderungen, die das Fahren im Winter mit sich bringt (Salz, Steinschlag, Korrosion), trotzen. Wer keine Winterfelgen aufziehen möchte, kann mithilfe einer speziellen Felgenversiegelung auch gewöhnliche Alufelgen wetterfest versiegeln.

Beleuchtung

Eine einwandfrei funktionierende Beleuchtung ist im Winter das A und O für sicheres Fahren. Überprüfe daher die Funktion der Vorder- und Rückleuchten und lass sie gegebenenfalls in der Werkstatt korrekt einstellen oder austauschen.

Batterie

Bei sinkenden Temperaturen schwächeln Autobatterien gern. Das kann zur Folge haben, dass der Wagen im Winter nur schwer oder im ungünstigsten Fall gar nicht anspringt. Um vor derartigen Überraschungen gefeit zu sein, sollten ältere Batterie gegebenenfalls erneuert werden. Ist die Batterie noch nicht alt, kannst du sie auch über ein Ladekabel aufladen. Beachte dabei unbedingt die Angaben des Herstellers – nicht jedes Ladekabel eignet sich für jede Art von Auto-Batterie.

Bremsen

Um bei Schnee und Eis im Auto auf der sicheren Seite zu sein, sollte die Funktion der Bremsen kontrolliert werden. Lasse Mängel, wenn nötig, in der Werkstatt beheben.

Kühlerfrostschutz

Die Kühleranlage sollte mindestens -25° Celsius aushalten. Mit einem kleinen Prüfgerät kann der Frostschutz in der Werkstatt oder an der Tankstelle schnell und einfach überprüft werden. Ist der Kühlwasserstand sehr stark abgesunken und liegt unterhalb der Minimum-Markierung, solltest du in einer Werkstatt die Ursache dafür feststellen lassen. Ist der Kühler nicht ausreichend vor Frost geschützt, kann ein Motorschaden die Folge sein.

Scheibenfrostschutz

Um zu verhindern, dass Scheibenwischwasser, Pumpe oder Spritzdüsen im Winter einfrieren, solltest du dem Scheibenwischwasser einen speziellen Winterreiniger zugeben.

Scheibenwischer

Tausche alte Wischerblätter, die Wischwasser nicht vollständig entfernen oder Schlieren hinterlassen, gegen neue aus. Damit die Wischergummis bei Frost nicht an den Scheiben festfrieren, solltest du, wenn du das Auto abstellst, eine Isolationsfolie darunterlegen oder die Wischer aufstellen.

Scheiben

Gerade bei Schnee und Eis brauchen die Scheiben eine Extraportion Aufmerksamkeit, um dir beim Fahren klare Sicht zu ermöglichen. Ein weiches Tuch oder ein spezieller Schwamm sorgen dafür, dass du den von innen beschlagenen Scheiben Herr wirst, so lange die Heizung am Anfang einer Fahrt das Anlaufen aufgrund des Temperaturunterschieds von Außen- und Innenraum nicht verhindert. Hartnäckigem Eis auf den Scheiben rückst du bei Frost mit einem Eiskratzer und – falls nötig – mit Scheiben-Enteiserspray zu Leibe.

Türdichtungen

Behandle die Gummidichtungen der Türen und der Heckklappe mit einem speziellen Gummipflegemittel. Damit verhinderst du, dass sie durch eingedrungene Feuchtigkeit bei Frost festfrieren. Zudem bleibt das Material geschmeidiger und wird nicht so leicht brüchig.

Türschlösser

Ein Universalspray oder ein anderes, nicht harzendes Öl verhindert, dass die Türschlösser bei Frost einfrieren. Türschloss-Enteisungsspray hilft, wenn es doch einmal passiert ist – allerdings nur, wenn du es außerhalb des Autos und nicht im Handschuhfach oder im Fußraum aufbewahrst!

Lackpflege

Anhaltende Nässe, Kälte und Streumittel können dem Lack deines Wagens ganz schön zusetzen. Eine gelegentliche Fahrt durch die Waschanlage mit Politur- und Wachsbehandlung hilft, ihn vor Winterschäden zu schützen.

Bild: Pexels

Warum Winterreifen unerlässlich sind

Seit Ende 2010 gilt in Deutschland die Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen (Eis, Glätte und Schneematsch). Winterreifen...

  •  bestehen aus einer speziellen Gummimischung, die auch bei Minusgraden genug Elastizität mitbringt, um eine ausreichende Kraftübertragung von Gas und Bremse zu gewährleisten.

  • sind mit dem Symbol „M+S“ (englisch für „Mud and Snow“, also „Matsch und Schnee“), gekennzeichnet.

  • sollten ausreichend viel Profiltiefe aufweisen. Sie ist maßgeblich für das Fahrverhalten und die Bremseigenschaften verantwortlich. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindest-Profiltiefe von 1,6 mm. Ratsam ist es jedoch, bereits bei Werten unter 4 mm neue Winterreifen anzuschaffen, um eine ausreichende Fahrsicherheit bei winterlicher Witterung gewährleisten zu können.

Statt Winterreifen kommen je nach Wohnort und den dort herrschenden Straßenbedingungen auch Allwetterreifen infrage. Sie eignen sich für Autobesitzer, die in einer Gegend wohnen, in der es wenig Schnee und Eis sowie kaum Steigungen gibt oder die Räumdienste die Straßen schnell frei machen.

Was muss man beim Fahren mit Winterreifen beachten?

Beim Fahren mit Winter- bzw. M+S-Reifen spielt neben der erforderlichen Profiltiefe auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit eine wichtige Rolle. Wie schnell du mit deinen Winterreifen fahren darfst, ist durch ein entsprechendes Symbol auf den Reifen angegeben. Oft kleben Werkstätten auch noch einen Aufkleber mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit neben das Armaturenbrett.

So kannst du deinen Diesel winterfest machen

Wenn im Winter anhaltend Frost herrscht, müssen sich vor allem Dieselfahrer darauf gefasst machen, dass ihr Wagen sich mit dem Anspringen schwertut. Bei Temperaturen unter minus 20 Grad können sich Paraffinkristalle im Kraftstoff bilden. In der Folge wird der Diesel zähflüssig, versulzt und verstopft im ungünstigsten Fall den Kraftstofffilter. Ein beigemischter Fließverbesserer kann das ebenso verhindern wie cleveres Parken an möglichst geschützten Stellen. Ob Garage, Carport oder flexible Faltgarage fürs Auto: Winterfeste Unterstände helfen dabei, dem Versulzen vorzubeugen.

Die richtige Winterausrüstung fürs Auto

Wenn du dein Auto für das Fahren in der kalten Jahreszeit rüsten möchtest, solltest du nicht nur auf einen Reifenwechsel sowie die Überprüfung wichtiger Fahrzeugfunktionen setzen. Auch eine spezielle Winterausrüstung hilft dir, bei unwirtlichen Witterungsbedingungen sicher unterwegs zu sein. Stelle also sicher, dass sich folgende Utensilien in deinem Wagen bzw. in deiner Garage befinden:

  • Eiskratzer (noch besser zwei, falls ein Beifahrer beim Freilegen der Scheiben behilflich sein möchte)

  • Handfeger, um losen Schnee schnell vom Auto abzukehren

  • Spezielles Fenstertuch oder Wischschwamm, um beschlagene Scheiben zu reinigen

  • Scheiben- und Türschlossenteiser außerhalb des Wagens

  • Isolationsmatte oder Thermomatte zum Schutz der Scheiben (vor allem für Fahrzeuge, die nicht in einer Garage oder einem andere geschützten Unterstand untergestellt werden können, ist eine Abdeckung fürs Auto im Winter sinnvoll)

  • Starthilfekabel

  • Warme Decke oder Thermo-Isolationsfolie im Auto, falls es doch einmal zu einem Unfall oder einer Panne kommen sollte und du in der Kälte auf den Abschleppdienst oder Pannenservice warten musst

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