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Auto privat verkaufen: Darauf musst du achten
26. Mai 2023
Finanzierung & Versicherung

Auto privat verkaufen: Darauf musst du achten

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Auto zu verkaufen. Den besten Deal machst du in der Regel beim Verkauf von Privat an Privat. Auf diese Weise klammerst du alle Mittelsmänner aus, die an deinem Autoverkauf mitverdienen wollen. Du sparst Verkaufs-, Angebots-, Foto-, Stand- und Kommissionsgebühren, die Mehrwertsteuer spielt keine Rolle und das Geld kommt direkt bei dir an.

Ein Privatverkauf bedeutet jedoch mehr Aufwand. Du musst dich um Fotos und Text kümmern, dich rechtlich absichern und den Verkauf in Eigenregie abwickeln. Dafür gibt es einige Faustregeln, Verhaltensweisen und Tricks. Welche das sind, erfährst du in diesem Artikel.

Auto privat verkaufen: Vor- und Nachteile

Der größte Vorteil eines Privatverkaufes ist der Preis. Im Normalfall bringt dir jede andere Form des Autoverkaufs weniger Geld. Beispiel Autohändler: Er kauft dein Auto mit dem Ziel, es weiterzuverkaufen. Von seinem Verkaufspreis muss er Kosten für Reparaturen, Garantie/Gewährleistung, Stellplatz, Inserat, Personal und seine Marge abziehen. Was übrig bleibt, bekommst du. Wenn du selbst an diese dritte Person verkaufst, bleibt mehr Geld bei dir.

Auf der anderen Seite stehen der Aufwand und das Risiko. Du musst dein Auto selbst auf den Verkauf vorbereiten, es fotografieren, beschreiben und inserieren. Hinzu kommen die Preisrecherche, Telefonate mit Interessenten, Probefahrten und das Verkaufsprozedere mit Um- oder Abmeldung. Betrüger könnten eventuelle mangelnde Erfahrung ausnutzen. Mit unseren Tipps kannst du das Risiko minimieren – von Inserat bis Kaufvertrag.

Dein Inserat für den Auto-Privatverkauf

Am Anfang steht das Inserat. Im Internet gibt es viele Portale, die Privatanbietern kostenlose Annoncen ermöglichen. Um mehr potentielle Käufer zu finden, solltest du bei mehreren der größten Anbieter inserieren. Das Prozedere unterscheidet sich kaum, der Mehraufwand hält sich also in Grenzen.

Achte darauf, dass du alle Eingabemasken gewissenhaft und sorgfältig ausfüllst. Das gilt besonders für die Liste der Ausstattungen, Farben und Merkmale. Viele Interessenten nutzen diese Angaben, um ihre Auswahl zu filtern. Inserate, in denen bestimmte Details fehlen, werden ihnen gar nicht angezeigt. Achte deshalb darauf, dass du jede Kleinigkeit erwähnst. Auch vielleicht Selbstverständliches, zum Beispiel eine Klimaanlage.

Im Freitext solltest du die Historie deines Autos vermitteln. Im Idealfall beantwortest du im Inserat folgende Fragen:

  • Seit wann besitzt du das Auto?

  • Wurde es regelmäßig gewartet, vielleicht sogar beim Vertragshändler?

  • Wie lange ist die letzte Inspektion her? Wann steht die nächste an?

  • Gibt es Schäden oder Mängel?

  • Wurde das Auto (oder ein Teil davon) nachlackiert?

  • War das Auto in einen Unfall verwickelt?

  • Ist das Auto modifiziert?

  • Warum gibst du es ab?

Zusätzlich kannst du besondere Ausstattungsdetails hervorheben. Dafür eignen sich besonders Features mit hohem Neupreis, zum Beispiel eine Standheizung, das große Navigationssystem, der Satz Winterräder oder Sitzbezüge aus Nappaleder.

Viele Gebrauchtwagenportale werden dir anbieten, deine Anzeige gegen ein geringes Entgelt besonders häufig oder prominent auszuspielen. Ob du dafür Geld ausgeben möchtest, bleibt dir überlassen.

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So machst du gute Fotos für den Autoverkauf

BU: Je besser die Fotos von deinem Auto sind, desto besser für dein Inserat: Gute Bilder helfen dir, Kaufinteressenten zu finden. (Bild: iStock)

Genauso wichtig wie der Text sind aussagekräftige Bilder. Nimm dir Zeit für ein kleines Fotoshooting. Dafür solltest du dein Auto gründlich waschen, aufräumen und aussaugen. Wassertropfen und -flecken wischst du mit einem weichen Microfasertuch weg. Müll kommt in den Eimer, Sonnenbrillen, Schlüsselbänder und so weiter ins Handschuhfach. Am besten wirkt der Innenraum im Werkszustand, also ohne Sitzbezüge, Hundedecke usw. So wirkt dein Auto schon auf den Bildern gut gepflegt.

Suche dir für dein Fotoshooting eine asphaltierte Umgebung mit viel Platz zu allen Seiten. Ein großer, leerer Parkplatz eignet sich gut. Achte darauf, dass dein Auto gleichmäßig beleuchtet ist. Schattenkanten auf dem Auto sorgen dafür, dass man auf Fotos nur die Hälfte erkennt. Meide außerdem Extreme wie die Mittagssonne im Juli oder Dunkelheit. Ein leicht bewölkter Himmel funktioniert am besten.

Fotografiere dein Auto aus allen wichtigen Perspektiven: Von vorn, hinten, links, rechts und jeweils von schräg vorn und hinten. Gehe für diese Fotos gern in die Knie. Das Objektiv deiner Kamera sollte sich ungefähr auf Höhe der Türgriffe befinden. Achte darauf, dass auf allen Fotos das ganze Auto zu sehen und fokussiert ist. Positioniere es neu, wenn das dem Foto hilft.

Auf Innenraum-Fotos sollte der Innenraum sauber sein und die Lüftungsdüsen gerade ausgerichtet sein. Bilder von Motorraum und Kofferraum gehören ebenfalls ins Inserat. Querformat funktioniert bei den Online-Plattformen besser als Hochformat.

Achte darauf, dass du alle vorhandenen Schäden und Abnutzungserscheinungen mit Fotos dokumentierst. Es ist nur fair, den Interessenten schon im Inserat über Kratzer, Dellen und Roststellen zu informieren. Auf diese Weise stellst du eine Vertrauensbasis her und ersparst euch Überraschungen bei der Besichtigung. Genauso kannst du positive Details, zum Beispiel ein gutes Reifenprofil oder einen Satz Winterräder, ebenfalls ablichten.

Als gutes Beispiel können dir die Fotos unserer Autotests dienen.

Autoverkauf an Privat: Die Preisfindung

Zum guten Inserat fehlt dir nur noch ein fairer Preis. Du kannst auf Automobilbörsen gezielt nach Autos suchen, die deinem in den wichtigsten Punkten ähneln. Ordne dein Auto ungefähr im Mittel ein und warte die Rückmeldungen ab. Wenn sich niemand für dein Auto interessiert, kannst du entweder geduldig abwarten oder den Preis reduzieren. Bei den meisten Autobörsen rutscht dein Auto damit in der Liste wieder nach oben.

Besichtigung und Probefahrt bei einem Privatverkauf

Wer ein Auto kauft, der möchte es in der Regel ausprobieren – gerade beim Gebrauchtwagenkauf. Du bist zwar nicht verpflichtet eine Probefahrt anzubieten, solltest dies aber tun. Anderenfalls wirkt es, als hättest du etwas zu verbergen. Kläre unbedingt vorher mit deiner Versicherung, wer mit deinem Auto fahren darf. Oft gibt es zum Beispiel Altersgrenzen oder einen anderweitig eingeschränkten Personenkreis, den du gegebenenfalls anpassen kannst.

Verschuldet der Interessent einen Unfall, reguliert deine Haftpflichtversicherung die Schäden anderer. Für die Schäden an deinem Auto benötigst du eine Vollkaskoversicherung. Vereinbart vor der Probefahrt schriftlich, wer im Schadensfall für eine eventuelle Selbstbeteiligung oder steigende Versicherungsprämien aufkommt.

Lass dir vor der Probefahrt unbedingt Führerschein und Personalausweis zeigen. Fahre in jedem Fall mit und achte darauf, dass du den Interessenten nicht mit Auto und Schlüssel allein lässt. Nimm sicherheitshalber eine zweite Person mit, wenn du dich unwohl fühlst. Wenn du dein Gegenüber nicht mit dem Auto fahren lassen möchtest, biete ihm an, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen. Damit reduzierst du aber womöglich die Chancen auf einen Verkauf.

Es hilft, wenn du deinem Interessenten anbietest, das Auto einem Experten vorzuführen. Dafür kannst du im Voraus recherchieren, welche Werkstätten oder Prüfinstitutionen einen solchen Service anbieten. Einigt euch darauf, wer die Kosten übernimmt.

Privatverkauf: Kaufvertrag, Zahlung und Fahrzeugübergabe

Im Internet findest du seriöse Kaufverträge für den Privatverkauf eines Autos. (Bild: iStock)

Wenn ihr euch einig seid, steht dem Kauf nichts mehr im Wege. Nutze einen Kaufvertrag für den Kfz-Privatverkauf aus einer seriösen Quelle, zum Beispiel vom ADAC. Fülle alle Felder gewissenhaft aus und überprüfe, ob die Angaben zur Person des Käufers mit den Daten im Personalausweis übereinstimmen. Im Zweifel musst du nachweisen können, an wen du das Auto verkauft hast.

Ein Kaufvertrag enthält zwangsläufig folgende Informationen:

  • Name und Anschrift von Käufer und Verkäufer

  • Fahrzeugdaten mit amtlichem Kennzeichen, Fahrzeugidentifizierungsnummer (FIN), Laufleistung und das Datum der nächsten Hauptuntersuchung

  • Eine Auflistung aller Schäden, Mängel, Extras, Zugaben und Vereinbarungen

  • Ein Hinweis auf die Ummeldepflicht

  • Kaufpreis und Bezahlungsart

  • Gewährleistungsausschluss für Privatpersonen

  • Unterschriften beider Parteien

Für Zahlung und Fahrzeugübergabe gibt es mehrere Möglichkeiten. An dieser Stelle musst du aufmerksam sein. Was für den Käufer bequem ist, kann für dich im schlimmsten Fall viel Aufwand bedeuten. Was für dich besonders sicher ist, bedeutet für den Käufer womöglich viel Aufwand. Das sind deine Optionen für die Fahrzeugübergabe:

Abgemeldetes Auto verkaufen

Wenn du dein Auto vor dem Verkauf abmeldest, darf es nicht im Bereich der StVZO fahren oder stehen. du darfst es nicht einmal am Straßenrand parken. Der Käufer muss das Auto vor dem Abholen anmelden oder ein Kurzzeitkennzeichen besorgen. Das kann ein paar Tage dauern. Auf diese Weise kann der Käufer aber deinen Versicherungsschutz nicht missbrauchen.

Angemeldetes Auto verkaufen

Wenn dein Auto angemeldet ist, kann der Käufer damit einfach nach Hause fahren. Er verpflichtet sich vertraglich, das Auto innerhalb einer festgesetzten Pflicht (üblicherweise zwei Wochen) umzumelden. Tut er das nicht, wird es für dich aufwendig. Du musst gegebenenfalls nachweisen, dass der Käufer eventuelle Schäden oder Strafzettel verantwortet.

Die Bezahlung mit Bargeld oder per Überweisung sind die sichersten Wege beim privaten Autoverkauf. (Bild: iStock)

Bei der Geldübergabe gibt es ebenfalls mehrere Wege:

Bezahlung mit Bargeld

Eine übliche Methode, die aber Risiken birgt. Es kann sich mulmig anfühlen, mit viel Bargeld unterwegs zu sein. Unser Tipp: Wenn der Käufer mit Bargeld bezahlt, organisiere die Übergabe in deiner Bank. Dort kannst du das Geld auf Echtheit prüfen lassen und sofort auf dein Konto einzahlen.

Bezahlung per Überweisung

Ebenfalls eine gängige Option. Allerdings gilt hier Vorkasse: Erst wenn das Geld auf deinem Konto gutgeschrieben ist, erhält der Käufer das Fahrzeug

Bezahlung per Bezahlservice (z. B. Paypal), Raten, Schuldschein o.ä.

Das sind keine Optionen. Jenseits von Bargeld und Überweisung gibt es zu viel Spielraum für Betrügereien. Bestehe darauf, die Zahlungsart zu bestimmen und lehne alle anderen Angebote konsequent ab. Im schlimmsten Fall bist du sonst Auto und Geld los.

Wie auch immer Ihr euch einigt: Haltet das Prozedere von Geld- und Fahrzeugübergabe genau im Kaufvertrag fest. Nach dem Erhalt der Kaufsumme übergibst du dem Käufer folgende Unterlagen und Gegenstände:

  • Alle Fahrzeugschlüssel

  • Zulassungsbescheinigung Teil 1 und 2 (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief)

  • Bescheinigung über die letzte bestandene HU

  • Vollständige Dokumentation des Autos (Bedienungsanleitung, Serviceheft, gegebenenfalls Rechnungen oder Betriebserlaubnisse für Anbauteile)

  • Ein von beiden Parteien unterschriebener Kaufvertrag

Nach dem Privatverkauf: Abmeldung von Versicherung und Steuer

Wenn du dein Auto abgemeldet übergibst, dann hast du keine zusätzlichen Aufgaben. Mit der Abmeldung enden für dich Steuerpflicht und Versicherungsschutz. Bei der Übergabe eines angemeldeten Autos solltest du allerdings Versicherer und Zoll über den Verkauf informieren. Dafür gibt es sogenannte Veräußerungsanzeigen. Die sind oft Teil eines Kauvertrages, du musst sie also nur abschicken. Versäumt der Käufer, das Auto rechtzeitig umzumelden, bist du damit auf der sicheren Seite.

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