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Auto online verkaufen: Checkliste, Kaufvertrag und Tipps
8. Dezember 2021
Kaufratgeber

Auto online verkaufen: Checkliste, Kaufvertrag und Tipps

Jedes Jahr wechseln Millionen Autos den Besitzer. 2020 wurden laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) 7,02 Millionen Autos umgeschrieben, fast 95 Prozent davon durch Privatpersonen. Ein Auto zu verkaufen ist also für viele Besitzer geübte Praxis. Wirklich? Erstens stimmt das nur alle paar Jahre: Das Durchschnittsalter der Autos auf deutschen Straßen beträgt fast zehn Jahre. Zweitens verändert die Digitalisierung neben anderen Gesellschaftsbereichen auch den Autohandel.

Diese Übersicht beantwortet deine wichtigsten Fragen rund um das Thema Online-Autoverkauf.

Auto online verkaufen – Checkliste

Bevor wir alle Punkte im Detail erklären, findest du hier eine Übersicht der Dinge auf die du achten musst, wenn du dein Auto online verkaufen willst:

1. Das Inserat

Mehrere Online-Seiten bieten die Möglichkeit, Autos, die zum Verkauf stehen, zu inserieren. Dafür werden Angaben zum Fahrzeug wie Alter und Laufleistung, Fotos und eine Preisvorstellung benötigt.

2. Die Unterlagen

Folgende Unterlagen braucht es für den Verkauf eines Autos:

  • Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil I und II)

  • Scheckheft

  • eventuell aktueller HU-Prüfbericht

  • Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für Umbauteile

  • Quittungen

  • Rechnungen

  • Kaufvertrag

3. Die Probefahrt

Wer am Kauf interessiert ist, hat das Recht auf eine Probefahrt. Verkäufer sollten sich im Vorfeld mindestens Personalausweis und Führerschein der Interessenten zeigen lassen. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen speziellen Vertrag für die Probefahrt aufzusetzen. Entsprechende Vordrucke stehen online zur Verfügung.

4. Der Verkauf

Mittlerweile haben sich für den Verkauf an Privatkunden Standard-Dokumente etabliert, die online abzurufen sind (zum Beispiel beim ADAC). Verkäufer und Käufer sollten darauf achten, im Kaufvertrag die gesetzliche Gewährleistung auszuschließen.

5. Die Ummeldung

In den meisten Fällen ist es ratsam, das Auto erst nach dem Verkauf abzumelden. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, das Fahrzeug früher abzumelden. Dafür muss der Kaufvertrag an das Amt, bei dem das Auto zuletzt ein amtliches Kennzeichen erhalten hat, übermittelt werden. Das geht persönlich, aber auch postalisch oder per Mail.

Wie kann ich ein Auto online verkaufen?

Der Verkauf eines Autos über eine Online-Plattform ist in der Regel einfach. Meist müssen nur Marke, Typ und Motorisierung ausgewählt werden. Dann besteht die Möglichkeit, ein paar technische Daten zum Fahrzeug und eine eigene Beschreibung anzugeben. Komplettiert wird das Inserat durch Fotos vom Fahrzeug sowie eine Preisvorstellung. Dann kann das Inserat im Internet veröffentlicht werden.

Wie finde ich den Wert des Autos heraus?

Verkäufer haben mehrere Möglichkeiten, den Wert ihres Autos herauszufinden. Gutachter oder Sachverständige untersuchen das Fahrzeug und geben auf Grundlager ihrer Ergebnisse eine Bewertung ab. Das kostet allerdings eine Gebühr. Der Gebrauchtwagenwert lässt sich auch mit Hilfe der Schwacke-Liste oder der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) ermitteln.

Der Händler-Einkaufswert ist oft niedriger als der spätere Verkaufswert. Der ADAC bietet für seine Mitglieder online eine Ermittlung des Gebrauchtwagenpreises an. Über Online-Portale lassen sich einfach und kostenfrei Autos suchen, indem man Marke, Modell, Baujahr, Laufleistung und Motorisierung eingibt. Die angezeigten Inserate vermitteln einen guten Eindruck von der der derzeitigen Marktlage.

Beim eigenen Fahrzeug können Besitzer Zubehör oder Sonderausstattungen hinzurechnen, sollten den Mehrpreis aber realistisch kalkulieren. Eine vor vier Jahren installierte Musikanlage für 2.000 Euro ist heute deutlich weniger als die Hälfte wert.

Gute Fotos für die Auto-Anzeige

Es gibt keine zweite Chance einen ersten Eindruck zu machen! Lichte dein Auto daher ordentlich ab (Bild: iStock).

Der erste Eindruck zählt. Das gilt auch für den Auto-Verkauf online. Aussagekräftige und schöne Fotos beschreiben das Auto am besten und erhöhen die Chance, den gewünschten Preis zu erzielen.

Die Bilder sollten scharf sein und im Hellen aufgenommen werden. Hier gilt: Nach einer Fahrzeugwäsche folgen Fotos von allen Seiten des Autos, möglichst vor einem neutralen Hintergrund. Motor- und Kofferraum zählen ebenso zu den Pflicht-Motiven wie Details, etwa spezielle Räder, Auspuff oder Dachgepäckträger. Auch vom sauberen und aufgeräumten Innenraum sollten Verkäufer Fotos zeigen. Je seriöser der Eindruck, desto größer ist das Interesse potenzieller Käufer. Gleichzeitig sollte nicht der Eindruck entstehen, etwaige Schwächen des Fahrzeugs würden kaschiert.

Tipp: Die Fotos nicht in der prallen Sonne schießen, sondern entweder im Schatten oder früh bzw. abends – sonst zerstören harte Schatten die Aufnahmen. Für die richtige Perspektive gehen Fotografen am besten in die Hocke. So wirken die Aufnahmen dynamischer. Spezielle Kameras benötigen Autoverkäufer nicht: Moderne Smartphones schießen in der Regel Bilder von ausreichender Qualität.

Wie beschreibe ich das Auto für den Online-Verkauf?

Ehrlich währt am längsten. Am besten beschreiben Verkäufer ihr Auto so, wie es tatsächlich ist. Neben Angaben wie „Zustand: gepflegt“, „Garagenfahrzeug“ oder „scheckheftgepflegt“, zählen dazu auch eventuelle Macken. Das können kleine Kratzer oder Dellen sein, aber auch größere Reparaturen, die das Fahrzeug bereits hinter sich hat. Bei vielen Macken und Dellen kann es sich lohnen, das Auto bei einer Smart-Repair-Werkstatt aufbereiten zu lassen.

Die Investition lässt sich durch einen höheren Verkaufspreis meist kompensieren. Eventuell vorher bekannte Unfälle müssen immer genannt werden, dafür gibt es bei den meisten Standard-Kaufverträgen eine eigene Rubrik. Für das Erstellen des Inserats lassen sich gut alle Unterlagen und Papiere zum Auto zusammensuchen – die sind wichtig für den späteren Verkauf und die Übergabe.

Dazu gehören Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil I und II), Scheckheft, aktueller HU-Prüfbericht, Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für Umbauteile, Quittungen, Rechnungen und der Kaufvertrag.

Braucht das Auto eine neue TÜV-Plakette?

Besonders ältere und mittelalte Autos erfahren oftmals einen signifikanten Wertzuwachs durch eine frische Plakette (Bild: iStock).

Bei den technischen Daten eines Auto-Online-Verkaufs wird auch nach der nächsten Hauptuntersuchung (HU) gefragt. Autos werden durch eine frische TÜV-Plakette wertvoller, für mittelalte und alte Autos gilt das stärker als für neue.

Es kommt aber darauf an, wie lange die Plakette noch gültig ist. Bei einem Auto mit einer HU-Gültigkeit von mehr als einem Jahr rentiert sich eine frische TÜV-Plakette weniger als bei einem Auto, bei dem sie innerhalb der nächsten Monate abläuft. Mit einer neuen Plakette steigt der Wert des Autos deutlich. Deshalb ist es ratsam, die Hauptuntersuchung vor dem Online-Verkauf durchzuführen.

Soll das Auto vor dem Verkauf abgemeldet sein?

Wer ein Fahrzeug innerhalb Deutschlands verkauft, ist gesetzlich verpflichtet, den Verkauf unverzüglich der Zulassungsstelle mitzuteilen. Und zwar derjenigen, die dem Fahrzeug zuletzt ein amtliches Kennzeichen erteilt hat. Will der Verkäufer nicht selbst zum Amt fahren, kann er den Kaufvertrag als Kopie per Post, Fax oder E-Mail schicken.

Wird das Auto vor dem Verkauf abgemeldet, wird eine Probefahrt nur möglich, wenn der Interessent ein Überführungskennzeichen (Kurzkennzeichen) oder eine „rote Nummer“ (07er oder 06er-Kennzeichen) mitbringt. Darüber verfügen Privatkäufer eher selten, so dass unter Umständen mögliche Interessenten verprellt werden.

Besser ist es daher, das Auto erst nach der Vertragsunterzeichnung abzumelden. Der Käufer muss sich um den Abtransport kümmern. Entweder per Hänger, mit einem Überführungs- oder Kurzkennzeichen oder mit einer roten Nummer. Einfacher und bequemer für Verkäufer ist der Verkauf des angemeldeten Autos und die Überführung mit dem alten Kennzeichen. Im Kaufvertrag schreibt der Verkäufer in diesem Fall den Zusatz, dass das Auto in den nächsten drei Tagen umgemeldet werden muss.

Das gilt es bei einer Probefahrt zu beachten

Es ist das gute Recht von Interessenten, vor dem Kauf eine Probefahrt zu verlangen. Dabei werden das Fahrverhalten und der technische Zustand des Autos kontrolliert. Vor der Probefahrt sollten Verkäufer sich den Führerschein und den Personalausweis des Interessenten zeigen lassen und die Daten notieren. Bei der Probefahrt selbst sitzen sie am besten auf dem Beifahrerplatz. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sich einen speziellen Vertrag für Probefahrten ausfüllen.

Selbstbewusst in die Preisverhandlung

Nach der Probefahrt folgt die Preisverhandlung. Verkäufer sollten sich vorher genau überlegen, welche Summe sie für das Auto mindestens haben wollen und diesen Wert nicht unterschreiten. Geschickte Käufer können sonst den Preis weiter drücken. Rechtsexperten raten zudem, Geschäfte immer im Beisein eines Zeugen abzuschließen und sich nicht überrumpeln zu lassen. Bei einer Bargeld-Abwicklung gehört die genaue Kontrolle des Geldes dazu – und die Einhaltung der Gesetze zur Geldwäsche.

Wie setze ich einen Vertrag für den Online-Verkauf auf?

Vordrucke für Kaufverträge gibt's im Internet – der sog. ADAC-Vertrag hat sich allgemein durchgesetzt (Bild: iStock).

Im Netz finden sich verschiedene Kaufverträge, die Autoverkäufer online laden können. Der ADAC-Kaufvertrag hat sich bei den meisten Verkäufen durchgesetzt und wird allgemein akzeptiert. Dort gibt es neben Hinweisen für Verkäufer und Käufer zwei Seiten für die beiden Parteien.

Wer als Verkäufer Zeit sparen will, kann seine Daten und die des Autos schon vor einer Besichtigung eines Interessenten eintragen. Beim Verkauf sollten private Autobesitzer darauf achten, im Kaufvertrag einvernehmlich die gesetzliche Gewährleistung auszuschließen.

Unterschiede beim Verkauf an Privatperson und Autohändler

Als Verkäufer macht es keinen Unterschied, ob das Auto an eine Privatperson oder einen Händler verkauft wird – lediglich beim Preis. Autohändler kennen als Profis die Gebrauchtwagenpreise genau und haben mehr Erfahrung bei der Preisverhandlung. Eine Garantie oder Gewährleistung müssen Privatpersonen Käufern jedenfalls nicht geben.

Auto online verkaufen – über heycar

Wenn du deinen Gebrauchten verkaufen willst, kannst du das über heycar schnell und einfach erledigen. Zusammen mit unserem Partner Carsale24 wirst du deinen Gebrauchten stressfrei los. Dabei wird dein Fahrzeug an den Meistbietenden verkauft. Alle Käufer sind von uns geprüfte Händler und du kannst bei jedem Angebot nachverhandeln, sollte es noch nicht zu deiner Zufriedenheit sein.

Hier gibt’s alle Informationen.

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** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2 -Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2 -Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
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