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Auto-Inspektion: Wartungsintervalle, Kosten, Umfang
20. Oktober 2022
Wartung & Pflege

Auto-Inspektion: Wartungsintervalle, Kosten, Umfang

Damit Dein Auto gut funktioniert, muss es regelmäßig zur Inspektion in die Werkstatt. Denn Autos sind komplexe Gerätschaften, die Du regelmäßig überprüfen und warten lassen solltest. Lässt Du Inspektionen aus, kann das teure Folgen haben. Im schlimmsten Fall verlierst du Deinen Anspruch auf Garantie und Gewährleistung, falls ein Defekt auftritt. Außerdem sorgt die regelmäßige Wartung des Autos dafür, dass sich das Fahrzeug in einem guten und verkehrssicheren Zustand befindet. Das steigert natürlich auch den Wiederverkaufswert.

Aber es gibt verschiedene Arten von Inspektionen. Hier erfährst Du, warum und in welchen Abständen bestimmte Arbeiten ausgeführt werden müssen, was eine große von einer kleinen Inspektion unterscheidet und wie Du dabei sparen kannst.

Was ist eine Inspektion?

Zu jedem Automodell erstellt der Hersteller einen Serviceplan. Darin steht, in welchen Abständen bestimmte Arbeiten und Überprüfungen am Fahrzeug durchgeführt werden müssen. Diese Angaben sind nicht willkürlich, sondern ergeben sich aus der Konstruktion Deines Autos. Die Hersteller berücksichtigen dabei, wie lange das Öl ordentlich schmiert, bis wann die Zündkerzen gut funken und nach welcher Zeit sich ein Luftfilter in der Regel zusetzt.

Mittlerweile sind diese Wartungspläne so komplex, dass Du die Inspektionsaufwände nicht bei jedem Hersteller öffentlich nachlesen kannst. Deine Werkstatt erfährt jedoch anhand von Fahrgestellnummer und Alter, welche Arbeiten bei der Kfz-Inspektion konkret anstehen. Sie bestätigt die Durchführung der Arbeiten mit einem Stempel im Serviceheft, auch Scheckheft genannt. "Scheckheftgepflegt“ bedeutet also, dass alle Inspektionen rechtzeitig erledigt wurden. Zusätzlich werden seit einigen Jahren die Servicetermine bei den Vertragshändlern auch digital abgespeichert.

Üblicherweise sind verschiedene Arbeiten so zusammengefasst, dass sich daraus ein jährlicher Werkstatttermin ergibt. Man nennt ihn auch Service oder Wartung. Anders als zur Hauptuntersuchung („TÜV“) bist Du gesetzlich nicht verpflichtet, den Service durchführen zu lassen. Aber Du solltest ihn dennoch pünktlich wahrnehmen. Gespartes Geld durch das Auslassen der Inspektion erkaufst Du Dir mit einem erhöhten Risiko und mit wahrscheinlich höheren Werkstattkosten.

Die kleine Inspektion

Die Kontrolle des Motorölstandes ist Teil jeder Inspektion, doch auch Du solltest ihn regelmäßig prüfen. (Bild: iStock)

Je nachdem, was bei einem Service zu tun ist, steht zum Termin eine große oder kleine Inspektion an. Wird lediglich der Wechsel von Öl und Ölfilter sowie ein paar Sichtkontrollen und das Auffüllen von Flüssigkeiten benötigt, handelt es sich um die kleine Inspektion, die nach ein paar Stunden erledigt ist. Sie beinhaltet meist folgende Arbeiten:

  • Wechsel von Motoröl und Ölfilter

  • Prüfen oder Tauschen des Luftfilters

  • Auffüllen des Scheibenwischwassers

  • Prüfen der Lichtanlage

  • Prüfen der Scheibenwischer

  • Prüfen der vorgeschriebenen Ausstattung (Warnwesten, Verbandskasten, Warndreieck)

  • Prüfen des Unterbodens auf sichtbare Beschädigungen

  • Messen von Profiltiefe und Luftdruck der Reifen

  • Sichtprüfung von Motor, Getriebe und Bremsanlage

  • Probefahrt

Bei Elektroautos kostet die kleine Kfz-Inspektion meist weniger als bei vergleichbaren Autos mit Verbrennungsmotor. Bei ihnen entfällt der Ölwechsel, der teuerste Posten der kleinen Inspektion. Sie beschränkt sich in der Regel auf die Sichtprüfungen und eine Diagnose des elektrischen Systems.

Kosten der kleinen Inspektion

Fallen keine außerplanmäßigen Arbeiten an, zum Beispiel der Einbau neuer Bremsbeläge, das Vorführen beim TÜV zur Hauptuntersuchung oder das Aufziehen von Winterreifen, so kostet die kleine Inspektion in der Regel rund 300 Euro bei Kleinwagen und bis zu etwa 800 Euro bei stark motorisierten, teuren Fahrzeugen. Der Preis der kleinen Wartung hängt dabei stark von Hersteller, Modell und Werkstatt ab. Bei großen Verbrennungsmotoren kann beispielsweise bereits das Motoröl ziemlich teuer sein, bei sparsamen Kleinwagen dagegen sehr günstig.

Umfang und Arbeit bei einer großen Inspektion

Bei einer großen Inspektion werden unter anderem auch die Zündkerzen kontrolliert und gegebenenfalls erneuert. (Bild: iStock)

Die große Inspektion des Autos kostet unter Umständen deutlich mehr als eine kleine Inspektion. Sie umfasst zusätzliche, zum Teil aufwendige und teure Arbeiten. Je nach Marke, Modell, Motor und Getriebe können diverse Fälligkeiten einen Austausch bestimmter Teile erfordern und so Inspektion und Wartung deutlich verteuern. Ist das der Fall, können große Inspektionen mehr als 1.000 Euro kosten. Sie können folgende Arbeiten umfassen:

  • Voller Umfang der kleinen Inspektion

  • Wechsel des Zahnriemens

  • Wechsel der Zündkerzen

  • Wechsel des Getriebeöls

  • Wechsel der Bremsflüssigkeit

  • Wechsel des Luftfilters

Das bedeutet nicht, dass bei jeder großen Inspektion all diese Aufgaben zu erledigen sind. Manche Arbeiten sind zum Beispiel alle vier oder fünf Jahre fällig, andere alle zehn Jahre oder nach einer bestimmten Zahl gefahrener Kilometer. Du musst also nicht pauschal Angst vor einer großen Inspektion haben.

Im Zweifel hilft ein Kostenvoranschlag. Der führt auf, was zu tun ist und wie teuer es wird. Die tatsächlichen Kosten dürfen den Kostenvoranschlag nicht ohne Dein Einverständnis um mehr als 20 Prozent übertreffen. Vereinbare in jedem Fall, dass Du jede außerplanmäßige Arbeit abnicken musst. Und bitte bei Deiner Zusage darum, dass man Dir die defekten Bauteile nach dem Tausch zeigt.

Überprüfe beim Abholen die Rechnung sorgfältig. Reklamiere nicht abgesprochene Arbeiten umgehend und lasse die Rechnung korrigieren, bevor du sie bezahlst. Wenn du Zweifel an der Richtigkeit der Rechnung hast, wende dich an eine der Schlichtungsstellen des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Diese prüfen Streitfälle auf Antrag des Kunden. Für die Werkstatt ist die Entscheidung der Schlichtungsstelle bindend.

Große Inspektion bei Elektroautos

Elektroautos kennen so etwas wie eine große Inspektion nicht. Bei ihnen sind die teuren Verschleißteile wie der Zahnriemen größtenteils nicht vorhanden, lediglich die Bremsflüssigkeit und der Pollenfilter spielen eine Rolle. Es handelt sich also eher um eine umfangreiche Durchsicht als um eine echte Inspektion. Das macht Elektroautos im Unterhalt signifikant günstiger – solange keine Defekte am Antriebsstrang auftreten.

Muss man die Wartungsintervalle einhalten?

Auch wenn es nicht immer nötig erscheint, solltest du dein Auto regelmäßig überprüfen lassen. (Bild: iStock)

Es empfiehlt sich in der Regel, den Wartungsplan und damit die vorgeschriebenen Intervalle einzuhalten. Solange Du Garantie und Gewährleistung in Anspruch nehmen kannst, solltest Du in jedem Fall regelmäßig zur Meisterwerkstatt fahren, um die Arbeiten nach Herstellervorgaben ausführen zu lassen. Anderenfalls musst Du Defekte, die durch verschleppte Wartungen entstanden sein können, oft selbst bezahlen.

Vertragswerkstatt oder freie Werkstatt

Bei Gebrauchtwagen und generell bei Gewährleistungsmängeln gilt die Garantie auch dann, wenn Du nicht zur Hersteller-Werkstatt fährst. Bei Neuwagen kann der Hersteller die Garantie an Bedingungen knüpfen. Falls aber nach Ablauf der Garantie etwas passiert, bist Du auf Kulanz angewiesen. Kulanz gewähren Hersteller in der Regel nur, wenn Du ein beim Vertragshändler gestempeltes Serviceheft vorweisen kannst.

Nach spätestens fünf Jahren ist Kulanz aber nur noch selten. Ab dann stützen Wartungen in den Vertragswerkstätten der Autohäuser nur noch den Werterhalt. Der Weg in die freie Werkstatt kann hier einiges an Geld sparen, meist kostet die Inspektion hier rund 20 Prozent weniger. Wichtig ist, dass sich die Werkstatt an die Herstellervorgaben hält.

Nach Ablauf der Garantie kannst Du rein technisch gesehen auch kritisch mit den Werksvorgaben der Hersteller umgehen. Denn die Fälligkeit der Arbeiten ist stets an Zeit- und Kilometerangaben gekoppelt. Während Du Dein Öl tatsächlich laut Plan tauschen lassen solltest, sind zum Beispiel Zündkerzen nicht so sehr vom Alterungsprozess betroffen. Wenn Du also am Ende ihrer Laufzeit (z.B. vier Jahre) noch nicht ihre maximale Laufleistung (z.B. 60.000 km) gefahren bist, dann kannst Du (auf eigene Verantwortung) den Wechsel hinauszögern.

Wie oft muss Getriebeöl gewechselt werden?

Der Wechsel des Getriebeöls ist nicht immer notwendig. Informiere Dich und sprich dies mit der Werkstatt ab. (Bild: iStock)

Beim Motoröl sind sich die meisten Hersteller einig: Das Öl muss in der Regel jedes Jahr, bei wenigen Autos alle zwei Jahre erneuert werden. Getriebeöl behandeln sie aber unterschiedlich. Ob und wann hier ein Ölwechsel fällig ist, hängt von vielen Faktoren ab. Die erscheinen nicht immer logisch und nachvollziehbar.

Die meisten Schaltgetriebe fahren zum Beispiel ein Autoleben lang mit ihrem originalen Öl. Viele Automatikgetriebe müssen ebenfalls nicht oder nur selten zum Ölwechsel. Die Hersteller sprechen oft von einer „Lebenszeitölfüllung“. Bei Doppelkupplungsgetrieben ist ein Getriebeölwechsel hingegen üblich.

Diese Unterschiede sind abhängig von Konstruktion, Abstimmung und Beanspruchung der Getriebe. Faustregel: Was der Hersteller vorgibt, sollte passieren. Alles weitere darf. Denn wenn ein Getriebe viele 10.000 Kilometer im Anhängerbetrieb belastet wird, empfiehlt sich ein häufigerer Getriebeölwechsel, obwohl vielleicht noch keiner vorgesehen ist. Informiere Dich dazu bei Getriebespezialisten.

Was ist eine Urlaubs- oder Winter-Inspektion?

Werkstätten bieten gern saisonale Inspektionen an. Vor dem Sommerurlaub oder vor dem Winter überprüfen sie dann spezifische Details des Autos, die für die anstehenden Aufgaben besonders wichtig sind. Im Winter geht es zum Beispiel um einen ausreichenden Frostschutz in Kühl- und Scheibenwischwasser sowie um einen zusätzlichen Check von Beleuchtungsanlage und Batterie. Vor einer langen Urlaubsfahrt prüfen Werkstätten die Füllstände der Betriebsflüssigkeiten und die wichtigsten Verschleißteile.

Diese Inspektionen bieten zwar keine Garantie, dass etwa die Urlaubsfahrt gelingt, aber eine zusätzliche Sicherheit. Wenn Du Dich gar nicht mit Deinem Auto auskennst, kannst Du auf diese Weise für wenig Geld einen Profi auf Dein Auto schauen lassen. In der Regel kosten solche Checks zehn bis 25 Euro. Für unerwartet anfallende Arbeiten gilt das gleiche wie bei regulären Inspektionen: Besprich vorher, dass Du jedem zusätzlichen Euro zustimmen musst – und lass Dir die Defekte zeigen und erklären. Tipp: Viele Werkstätten bieten im Herbst einen kostenlosen Licht-Test an.

Leihwagen während der Inspektion

Einige Werkstätten bieten ihren Kunden für die Zeit der Inspektion einen Leihwagen an. Das ist komfortabel, aber in der Regel teuer. Dafür bleibst Du mit einem Werkstattwagen mobil. Und Du hast die Möglichkeit, ein anderes Fahrzeug auszuprobieren.

Geprüfte Gebrauchtwagen kaufen

Beim Gebrauchtwagenkauf wartet der Schrecken spätestens bei der nächsten Inspektion? Falsch, denn alle unsere Autos haben eine Garantie! Auch werden sie nur von geprüften Händlern verkauft und sind weder älter als 8 Jahre, noch mehr als 150.000 Kilometer gelaufen. Sicherer geht es nicht! Schau Dich doch mal um:

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** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2 -Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2 -Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

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