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Auto in Zahlung geben: Alles zur Inzahlungnahme
26. Februar 2020
Finanzierung & Versicherung

Auto in Zahlung geben: Alles zur Inzahlungnahme

Willst du dein altes Auto verkaufen, um dir ein neues Auto zu kaufen? Dann solltest du darüber nachdenken, dein Auto einfach zu tauschen. Viele Händler bieten dir eine sog. Inzahlungnahme an, mit der du in vielen Fällen ein besseres Geschäft machst als beim privaten Verkauf deines Autos. Unser Artikel erklärt dir, was eine Inzahlungnahme genau ist, welche Vorteile sie hat und worauf es in Sachen Haftung zu achten gilt.

Was ist eine Inzahlungnahme?

Kaufst du dir ein neues oder gebrauchtes Auto, kannst du bei vielen Autohändlern einen Teil der Rechnungssumme mit deinem alten Auto begleichen. Diesen Vorgang bezeichnet man aus Sicht des Händlers als „Inzahlungnahme“, aus Kundensicht ist es eine „Inzahlunggabe“.

Rechtlich handelt es sich dabei um eine „Leistung an Erfüllungs statt“: Anstatt eine geschuldete (Teil)Summe mit Geld zu begleichen, wird eine andere Leistung erbracht – in diesem Fall überlässt du dem Autohändler deinen alten Wagen, auf dessen monetären Wert ihr euch vorher geeinigt habt.

Wie hoch der Betrag ist, der mit dem Kaufpreis deines neuen Autos verrechnet wird, wird entweder zwischen dir und dem Händler verhandelt oder er steht von vorneherein fest – beispielsweise weil der Händler allen Kunden, die ihr Auto in Zahlung geben, unabhängig vom jeweiligen Modell eine pauschale Eintauschprämie anbietet.

Welche Arten von Inzahlungnahme gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Formen einer Inzahlungnahme:

Eigengeschäft: Der Händler kauft das Fahrzeug an

Dieser Fall ist gewissermaßen der Standardfall: Du kaufst dem Händler einen neuen oder gebrauchten Wagen ab und er kauft dir deinen alten Wagen ab. Für beide Geschäfte wird in der Regel ein einziger Kaufvertrag aufgesetzt, in dem beide Kaufpreise und der verrechnete Endbetrag aufgeführt sind.

Im Normalfall wird der Preis des neuen Wagens höher sein als der Preis des von dir in Zahlung gegebenen Wagens, sodass du als Kunde noch einen Restbetrag an den Händler zahlst. Denkbar ist aber auch, dass du die gesamte Rechnungssumme mit deinem alten Wagen begleichst – oder auch, dass dein alter Wagen den Wert des neuen Wagens sogar übersteigt. In diesem Fall hätte der Händler dir noch Geld auszuzahlen.

Agenturgeschäft: Der Händler fungiert als Vermittler

Beim Agenturgeschäft kauft dir der Händler deinen alten Wagen nicht ab. Stattdessen übernimmt er ihn lediglich, parkt ihn auf seinem Hof oder in seinem Showroom und kümmert sich für dich um den Weiterverkauf. Dafür schließt ihr einen Vermittlungsvertrag ab, der den Händler dazu ermächtigt, diese Dienstleistung für dich zu erbringen.

Der Preis, der bei diesem Weiterverkauf erzielt werden soll, wird zwischen dir und dem Händler im Vorfeld besprochen und vom Preis für deinen neuen Wagen abgezogen – und zwar unabhängig davon, ob sich am Ende ein Käufer findet, der diesen Preis wirklich zahlt. Wichtig zu wissen: Das Risiko liegt hier allein beim Händler.

Welche Vorteile hat eine Inzahlungnahme?

Geringer Aufwand

Wenn du dein Auto privat verkaufen willst, bringt das einigen Aufwand und auch Kosten mit sich: Du musst dein Auto wahrscheinlich ein wenig aufmöbeln und reinigen. Dann musst du Fotos machen und die Anzeige erstellen. Da du dein Fahrzeug darin möglichst genau beschreiben, also auch Mängel auflisten solltest, musst du eventuell vorher einen Gebrauchtwagencheck durchführen lassen.

Hast du die Anzeige geschaltet, heißt es Rückmeldungen sichten, Mails beantworten, telefonieren und Termine vereinbaren. Dann stehen die Vorführungen des Wagens an. Dabei werden viele potenzielle Käufer den Preis noch deutlich drücken wollen, eine Taktik, die von einem professionellen Händler, der dein Auto in Zahlung nimmt, nicht unbedingt zu erwarten ist. Schließlich bist du am Ende sein Kunde und er will einen guten Eindruck machen und dich langfristig als Kunden behalten.

Beim Auto Tauschen läuft der ganze Verkaufsprozess um einiges schneller und einfacher ab. Zwar ist es auch in diesem Fall ratsam, das Auto in einem möglichst vorzeigbaren Zustand vorzufahren. Aber wenn es sich um einen seriösen Händler handelt, wird er den Check vor Ort durchführen und dir einen fairen Preis bieten. Und die übrige Arbeit rund um die Anzeige und die Verkaufsgespräche mit den Interessenten entfallen auf jeden Fall.

Durch Inzahlungnahme erzielst du laut DAT im Durchschnitt einen höheren Erlös als durch Verkauf an privat

Bessere Verkaufspreise

Wie die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) - ein Joint Venture von Automobilherstellern, Zulieferer und Autohändler - in ihrem Report aus dem Jahr 2018 darlegt, konnten sowohl Käufer von Neuwagen als auch von Gebrauchtwagen durch Inzahlunggabe bessere Preise beim Verkaufen ihres alten Fahrzeuges erzielen, als durch privaten Autoverkauf. So erlösten Neuwagenkäufer im Jahr 2018 im Schnitt 9.400 Euro, wenn sie ihr Altfahrzeug in Zahlung gaben, während sie durch Verkauf an Privatpersonen im Schnitt nur 5.790 Euro einnahmen. Gebrauchtwagenkäufer erlösten durch Inzahlunggabe durchschnittlich 6.180 Euro, durch Verkauf an privat nur 3.070 Euro.

Unterschiede zeigen sich auch bei der Zufriedenheit über die abgeschlossenen Deals – vor allem bei den Gebrauchtwagenkäufern: In der Gruppe, die an privat verkauft hat, waren 18 Prozent „wenig oder gar nicht zufrieden“ mit dem Erlös. Bei den Verkäufern, die ihren Wagen in Zahlung gegeben hatten, traf dies nur auf 12 Prozent zu. Demgegenüber steht praktisch die gleiche Differenz bei der hohen Zufriedenheit: Die Inzahlunggabe des Vorwagens hat 28 Prozent der Gebrauchtwagenverkäufer „sehr zufrieden“ hinterlassen. Bei den Verkäufern an privat fällten nur 21 Prozent dieses Urteil.

Höhere Verkaufschancen

Gerade ältere Modelle mit einigen Macken zu einem guten Preis zu verkaufen, kann schwierig sein, weil sich kaum oder keine Interessenten finden. Privatpersonen suchen meistens nach Autos, die sie noch eine längere Zeit fahren können, ohne vorher einen größeren Betrag in sie zu investieren. Und auch Händler können nicht viel mit diesen Fahrzeugen anfangen, da sie im nächsten Zug vor denselben Absatzschwierigkeiten stehen.

Anders sieht die Sache im Falle einer Inzahlungnahme aus. Der Autohändler ist weniger an dem gebrauchten Fahrzeug interessiert als daran, einen neuen Kunden zu gewinnen. Er will das angekaufte Fahrzeug also weder selbst fahren, noch muss er es zwingend gewinnbringend weiterverkaufen. Solange sich die Inzahlungnahme mitsamt dem daran geknüpften Verkauf des Autos an den Kunden rechnet, wird er dem Geschäft zustimmen. Diese Methodik nennt sich Mischkalkulation (s. u.).

Welche Nachteile hat eine Inzahlungnahme?

Mischkalkulation der Händler

Der Händler will, dass du Kunde bei ihm wirst bzw. bleibst. Dafür wird er dir mit bestimmten Maßnahmen wie Rabatten oder eben der Inzahlungnahme deines Altfahrzeugs entgegenkommen. Jede dieser Maßnahmen drückt seine Gewinnmarge und natürlich will der Händler am Ende immer möglichst viel Gewinn machen.

Das bedeutet, dass er dir nicht auf verschiedenen Wegen gleich weit entgegenkommen wird. Stattdessen wendet er eine sog. Mischkalkulation an: Entweder nimmt er dein Altfahrzeug zu einem so guten Preis in Zahlung, dass er mit dem Weiterverkauf nur noch wenig oder gar keinen Gewinn bzw. sogar ein wenig Verlust macht. Dafür gewährt er dir aber dann höchstens einen marginalen Preisnachlass auf den Wagen, den er dir verkauft. Oder er gewährt dir einen so hohen Rabatt auf den neuen Wagen, dass er mit diesem Verkauf nur wenig oder gar keinen Gewinn macht, zahlt dir dafür aber nur einen niedrigen Preis für den Wagen, den er in Zahlung nimmt. Diesen verkauft er dann mit einer entsprechend hohen Gewinnmarge weiter.

In beiden Fällen macht der Händler unter dem Strich einen Gewinn – das ist schließlich auch der Zweck seines Geschäfts und heißt nicht, dass du dadurch ein schlechtes Geschäft gemacht hast. Doch das bedeutet eben auch, dass du eventuell ein besseres Geschäft machst, wenn du beide Verkäufe voneinander trennst. Denn in diesem Fall wird dir der Autohändler im besten Fall einen stattlichen Preisnachlass geben, während dir jemand anders deinen alten Wagen für einen Preis abkauft, der über dem bei einer Inzahlungnahme liegt.

Händlerbindung

Ein weiterer Nachteil einer Inzahlunggabe ist, dass du zwei Geschäfte mit demselben Händler abwickeln musst, was ja in Hinblick auf den Aufwand ein klarer Vorteil ist. Doch wirtschaftlich muss das nicht so sein. So kann es beispielsweise passieren, dass gerade der Händler gute Eintauschprämien bietet, der gar keine attraktiven Autos auf seinem Hof stehen hat, während dir der Händler mit den Traumautos nur vergleichsweise wenig Geld für deinen alten Wagen bietet. Es kann auch sein, dass ein Händler deinen alten Wagen gar nicht nimmt, weil er nur bestimmte Marken handelt.

Beschränkte Sonderaktionen

Bestseller werden in der Regel nicht noch extra gepusht – und wenn der Laden brummt, muss man sich auch keine neuen Verkaufsmaßnahmen ausdenken. Soll heißen: Wenn ein Händler sehr gute Eintauschprämien deines alten Wagens bietet, dann will er wahrscheinlich erreichen, dass du ein Modell kaufst, das nicht so gut läuft. Beliebt sind auch zeitlich befristete Aktionen, wenn saisonal gerade Flaute herrscht.

Beides muss nicht heißen, dass du einen schlechten Deal machst – vielleicht wolltest du ja das promotete Modell ohnehin kaufen oder du brauchst eben in der automobilen Nebensaison einen neuen Wagen. Doch tendenziell sind beworbene hohe Eintauschprämien und Rabatte erst mal mit Vorsicht zu betrachten, da sie meistens mit irgendwelchen Einschränkungen kommen.

Alle Händler bei heycar bieten dir eine Inzahlungnahme an

Wie läuft eine Inzahlungnahme bei heycar ab?

1. Klären: Was bekomme ich für mein Auto?

Am besten beginnst du damit, den kostenlosen heycar Auto-Wert-Rechner zu nutzen, denn unsere Gebrauchtwagenbewertung zeigt dir einen Preis an, der bei einer Inzahlungnahme möglich ist. Natürlich kann der endgültige Preis erst ermittelt werden, nachdem man deinen Wagen einer ausgiebigen Prüfung in einer Werkstatt samt Probefahrt unterzogen hat. Dennoch gibt dir unser Service eine realistische Preisspanne, mit der du höchstwahrscheinlich rechnen kannst.

Grundlage unserer Berechnung sind die von dir eingetragenen Fahrzeugdaten (Marke, Modell, Antrieb, Baujahr u. dgl. m.), Angaben zum Zustand und zur Ausstattung sowie Statistiken der DAT, die für die Automobilindustrie umfangreiche Untersuchungen der Branche durchführt.

2. Neues Auto aussuchen und anfragen

Wenn du weißt, was dein altes Fahrzeug ungefähr wert ist, und du bei heycar einen neuen Wagen gefunden hast, der dich ernsthaft interessiert, dann fragst du diesen Wagen beim Händler via E-Mail oder Telefon an. Erwähne dabei am besten bereits das Altfahrzeug, das du in Zahlung geben willst. Alternativ kannst du auch dafür die heycar Fahrzeugbewertung nutzen, denn ein Teil der von dir genannten Fahrzeugdetails werden bei deiner Kontaktaufnahme zum Händler automatisch mitgeschickt.

3. Probefahrt machen

Im nächsten Schritt besuchst du den Händler vor Ort, um dir dein Wunschfahrzeug anzuschauen und es Probe zu fahren. Wenn du optimistisch bist, dass du es direkt kaufen wirst, bringst du dein Altfahrzeug bereits mit, sodass der Händler dieses begutachten und dir einen Preisvorschlag für die Inzahlungnahme machen kann. Natürlich kannst du dir auch erst mal Bedenkzeit erbeten und später noch einmal (mit deinem Altfahrzeug) wiederkommen.

4. Neues Auto kaufen

Bist du dir sicher, dass du das Auto kaufen willst, heißt es in einer letzten Verhandlung zu klären, was dein altes Auto wert ist und wie viel für dein neues Auto zahlen musst. Hier kannst du dich in Hinblick auf die Inzahlungnahme auf die Preisspanne berufen, die dir der heycar Auto-Wert-Rechner genannt hat. Welchen Preis du am Ende erzielst, hängt aber wie gesagt auch vom tatsächlichen Zustand deines Wagens ab – und natürlich von deinem Verhandlungsgeschick.

Jeder Kaufvertrag sollte einen Ausschluss von Sachmängelhaftung beinhalten

Was gibt es zur Haftung zu wissen?

Wenn du deinen Altwagen in Zahlung gibst, solltest du im Kaufvertrag auf jeden Fall die Sachmängelhaftung ausschließen. Ansonsten läufst du Gefahr, zwei Jahre lang für Mängel zu haften, die das von dir verkaufte Fahrzeug aufweist. Zwar ist nicht jeder altersbedingte Verschleiß automatisch ein Mangel, für den du haftbar gemacht werden kannst. Aber welche Schäden als Mangel und welche als Verschleiß anzusehen sind, ist nicht klar geregelt. Mit dem Ausschluss der Sachmängelhaftung schiebst du all diesen Streitpunkten von vorneherein einen Riegel vor.

Falls der Autohändler, bei dem du einen neuen Wagen kaufst, deinen Altwagen von dir ankauft und ihr nur einen einzigen Kaufvertrag aufsetzt, sollte der Ausschluss der Sachmängelhaftung darin aufgeführt sein. Ist der Vertrag schon erstellt und dieser Passus fehlt, füge ihn entweder handschriftlich an oder auf einem zusätzlichen Papier. Es ist auch möglich zwei getrennte Kaufverträge zu verwenden, einen für den Kauf des neuen Wagens und einen für den Verkauf deines Altwagens. Eine Vorlage für Letzteren bietet der ADAC in Form eines downloadbaren Privat-Kaufvertrag an.

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** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2 -Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2 -Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter  www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.
***Dieser Pkw unterliegt der Differenzbesteuerung gem. § 25 a UStG. Die MwSt. wird in der Rechnung nicht ausgewiesen.
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