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Auto folieren: Kosten, Vorteile, Leasing
19. Juli 2022
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Auto folieren: Kosten, Vorteile, Leasing

Ein Farbwechsel beim Auto bedeutet stets großen Aufwand. Wer sein Fahrzeug neu lackieren lässt, zahlt dafür leicht zwischen 2.500 und 10.000 Euro. Mehr wenn das Auto größer ist, oder viele Kleinteile ausgebaut oder abgeklebt werden müssen. Die Arbeiten dauern in der Regel mehrere Tage, zum Teil auch Wochen. Schneller und günstiger geht es mit einer Folierung. Dabei wird eine farbige (oder transparente) Folie auf die Karosserie geklebt. Viele Arbeitsschritte des Lackierens entfallen, was es günstiger und schneller macht.

Aber ist das Folieren des Autos ein adäquater Ersatz für eine Neulackierung? Was genau kostet es? Sind alle Folien gleich? Was sollte beachtet werden und darf man Leasing-Autos ohne Weiteres folieren? Die Antworten auf alle Fragen findest du in diesem Artikel!

Das kostet eine Autofolierung

Zunächst das Finanzielle: Professionelle Vollfolierungen für alle Autos gibt es im Preisbereich von ungefähr 2.000 bis 5.000 Euro. Die Kosten variieren abhängig von Anbieter, Fahrzeug, Qualität der Folie und Art des neuen Looks. Komplizierte Grafiken, die präzise am Auto angebracht werden müssen, sind teurer als das Auftragen einfarbiger Folien. Für die meisten Autos gilt: Ungefähr 3.000 Euro einzuplanen.

Voraussetzung für eine Folierung ist eine gute Basis der Karosserie. Das Auto sollte dellen-, kratzer- und rostfrei sein. Unebenheiten im Blech bleiben nach der Folierung nämlich sichtbar. Muss der Folierer kleine Makel ausbessern, kostet seine Arbeit mehr. Hat er Mühe die Folie an die Karosserieteile zu schmiegen, wird es ebenfalls teuer. Für große Autos, die mehr Folie benötigen, berechnen die Anbieter höhere Preise. Der Preis hängt also genauso vom Fahrzeugmodell ab wie bei einer Lackierung, ist aber grundsätzlich günstiger.

Diese Vorteile hat eine Folierung am Auto

Auto-Folierungen müssen nicht farbenfroh oder matt sein, sie können auch einfach den Lack schützen. (Bild: iStock)

Neben den niedrigeren Kosten und der kürzeren Arbeitsdauer, bietet die Folierung weitere Vorteile im Vergleich zur Lackierung. Der Größte: Folien lassen sich problemlos und ohne Rückstände wieder entfernen. Das geht sogar in Eigenregie mit Zeit, Geduld, einem Fön und etwas Vorsicht – oder bei einem Experten für etwa 500 Euro. Wenn dir der neue Look nicht mehr gefällt, kann er ganz einfach wieder abgerissen werden. Damit eignen sich Folierungen auch für Leasing-Autos. Zur Sicherheit sollte eine Folierung dennoch mit dem Leasinggeber abgesprochen werden und dessen Einverständnis schriftlich festgehalten.

Ein weiterer großer Vorteil: Die Folie schützt den originalen Lack. Er ist unter der Folie nicht Sonne, Salz oder Feuchtigkeit ausgesetzt. Im Idealfall kommen nicht einmal Steinschläge bei ihm an. Wenn alles gut läuft, findet sich nach Entfernen der Folie darunter neuwertiger Lack. Es gibt sogar spezielle Lackschutzfolie oder Steinschlagschutzfolie. Es handelt sich dabei um eine transparente Folierung, die nicht das Aussehen ändert, sondern nur den originalen Lack versiegelt und schützt.

Folierungen beschränken sich nicht die Möglichkeit, die Farbe zu ändern. Theoretisch lässt sich jedes Muster und jede Grafik auf eine Folie drucken. Sogar Strukturen sind machbar. Was früher Airbrusher und andere Spezialisten in mühsamer Kleinstarbeit auf Karosserien sprühten, lässt sich heute einfach am Computer entwerfen und ankleben. Besonders für komplizierte Designs und Grafiken lohnt sich daher eine Folierung.

Äußerst praktisch: Viele Folien reparieren sich bis zu einem gewissen Grad sogar von selbst: Sie können Mikrokratzer mit etwas Wärmezufuhr selbstständig ausbessern. Dafür kann es genügen, das folierte Auto in der Sonne zu parken. Echte Macken kann Hitze aber nicht heilen.

Diese Nachteile hat eine Autofolierung

Wer selbst Hand anlegen will, sollte sich bewusst sein: Grade Abschlusskanten sind äußert schwierig sauber zu folieren. (Bild: iStock)

Ist eine Folierung also besser als neuer Lack? Leider nein, denn der Folie fehlen einige Eigenschaften von Lack. Allen voran die Haltbarkeit. Denn während sie den Lack schützt, bekommt sie selbst UV-Strahlen, Unwetter, Salz und Hitze ab. Auf diese Weise bleicht sie aus und wird matt. Es können sogar Risse entstehen. Der Kleber verliert nach einer Weile an Kraft. Dann beginnt sich die Folie zu lösen. Je nach Folie, Sorgfalt beim Verkleben und späterem Umgang, kann das bereits nach zwei Jahren passieren, oder auch bis zu zehn Jahre halten. Die Qualitäts-Bandbreite ist sehr groß.

Außerdem lässt sich eine Folie nicht so einfach aufbereiten wie Lack. Wer matte Stellen poliert, der verschlimmert womöglich die Situation. Denn unter Umständen trägt die Politur noch mehr Farbe ab und macht die weiße Trägerfolie sichtbar.

Ein weiteres Risiko existiert bei Teilfolierungen: Während der Lack unter der Folie unberührt bleibt, leidet er an allen anderen Stellen unter Umwelteinflüssen. Entfernt man die Folie, kann es sichtbare Kanten geben. Unter Umständen ist dann zum Beispiel ein entferntes Firmenlogo weiter zu erkennen. Im Idealfall lassen sich solche Spuren mit einer Lackaufbereitung entfernen. Dafür gibt es aber keine Garantie.

Folierungen am Auto: das ist erlaubt

Farbtechnisch ist alles erlaubt und möglich, aber die Folierung darf andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden. (Bild: iStock)

Prinzipiell gilt beim Folieren des Autos: Alles ist möglich. Matte Farben, schillernde Perl-Effekte, wilde Muster oder der gleiche Ton wie früher – es ist fast alles erlaubt. Abgesehen von dem, was geltende Gesetze verbieten. Laut diesen dürfen Autos nicht wie Einsatzwagen von Polizei oder Feuerwehr aussehen – egal ob mit Lack oder Folie.

Außerdem darf das Auto nicht zu stark reflektieren. Bei einem ungünstigen Winkel könnte die Sonne den Fahrer oder Andere derart blenden, dass eine Gefahr entsteht. Das kann passieren, wenn das Auto beispielsweise eine Chrom- oder Goldfolie trägt. Der rechtliche Hintergrund ist, dass stark-reflektierende Elemente am Auto als sogenannte „lichttechnische Einrichtung“ gelten. Dafür gibt es strenge Vorgaben betreffend Position, Größe, Farbe und Bauteilgenehmigung. Wer richtig "blenden will", kann das nur in Dubai oder Texas tun.

Wenn eine Grafik oder eine Schrift das Auto zieren, gelten natürlich auch die Regeln des Anstandes. Es ist also vor dem Folieren sinnvoll zu bedenken, ob die geplante Folierung andere Verkehrsteilnehmer vielleicht ablenken könnte. Im Zweifel entscheidet nach einem Unfall ein Gutachter.

So folieren Fachmänner

Gute Folierer nehmen sich vor allem viel Zeit. Bevor es losgeht, bauen sie störende Anbauteile ab. Dazu gehören Schriftzüge, Markenlogos, Türgriffe, Wischerdüsen oder Abdeckkappen. Sie sollen schließlich nicht mit der Karosserie verklebt werden. Deshalb erhalten solche Teile später eine eigene Folierung. Nach der Demontage der Kleinteile reinigen die Fachleute die Karosserie, denn eine Folie haftet nur auf sauberen Auflageflächen.

Im nächsten Schritt schneiden Folierer die Folie grob auf ein Karosserieteil zu. Es muss genug Material für das ganze Bauteil zur Verfügung stehen. Das ist nicht immer einfach. Es gibt Auto-Folien zwar am laufenden Band, aber die Rollen sind in der Regel 1,52 Meter breit. In Einzelfällen kann es also dazu kommen, dass der Folierer zwei Folienteile zusammenfügen muss.

Danach richten sie die selbstklebenden Folien am Auto aus und fixieren ihre Position. In akribischer Kleinstarbeit pressen sie dann mit einer Rakel die Folie an die Karosserieteile. An Kanten und Rundungen erwärmt ein Fön die Folie, damit sie sich komplexen Formen anpasst. Luftblasen müssen die Fachkräfte mit viel Sorgfalt und Mühe beim Auftragen herauspressen. Überschüssige Folie entfernen sie präzise mit einem Skalpell.

Wenn alle Karosserieteile die neue Folie tragen, folgt die Montage der abgebauten Kleinteile. All das funktioniert nur mit viel Erfahrung, Geduld und Mühe perfekt und makellos. Deshalb macht die Arbeitszeit den Großteil des Gesamtpreises einer Folierung aus.

Selbst das Auto folieren: möglich, aber nicht ratsam

Tesla bietet als erster Hersteller auch Folierungen ab Werk an, vorerst aber nur in den USA. (Bild: Tesla)

Angesichts hoher Stundensätze der Fachkräfte liegt es auf den ersten Blick nahe, die Arbeit selbst zu übernehmen. Allerdings enden solche Aktionen häufig mit Unzufriedenheit. Selbst die kantigsten 70er-Jahre Fahrzeuge haben komplizierte Ecken, in denen ohne ausreichende Erfahrung der erste Versuch fast immer schiefgeht. In der Regel kostet die Eigeninitiative viel Zeit und den Gegenwert von ein paar Quadratmetern Folie. Der Weg zum Experten lohnt sich!

Unterschiede zwischen teuren und billigen Folien

Dieser Experte bietet unter Umständen verschiedene Preisklassen an. Er hat bei den verwendeten Folien Spielraum: Je nach Hersteller, Gestaltung und Qualität kostet ein Quadratmeter nur ein paar Euro oder mehrere 100 Euro. Die ganz teure Folie muss es in der Regel nicht sein. Aber ein namhafter Hersteller mit gutem Ruf und eine haltbare Folie bringen langfristig mehr Freude. Der Griff zur billigsten Autofolie lohnt sich nicht, sondern führt nicht selten nur zu Ärger über einen zügigen Verschleiß.

Folierte Autos in der Waschanlage

Im Alltag verhalten sich folierte Autos im Grunde ganz normal. Nur beim Waschen solltest du etwas mehr Rücksicht nehmen. Wachs, insbesondere Heißwachs, hat auf Folien nichts zu suchen. Unter Umständen entstehen Flecken, die sich nicht mehr entfernen lassen. Einige Folienhersteller empfehlen speziell Waschanlagen mit textilen Bürsten. Wichtig bei der Handwäsche mit dem Hochdruckreiniger, sollte mehr Abstand als gewöhnlich eingehalten werden; mindestens ein halber Meter. Außerdem sollte vermieden werden, mit dem Hochdruckreiniger auf die Kanten der Folie zu zielen. Im schlimmsten Fall löst sich dort eine Klebeverbindung und die Folie löst sich vom Auto. Wenn du das bedenkt, kannst du mit deiner Folierung lange glücklich werden!

Titelbild: iStock

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