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Außenspiegel: Alles zu Einstellungen und Totwinkel-Lösungen
27. April 2022
Autoteile & Technik

Außenspiegel: Alles zu Einstellungen und Totwinkel-Lösungen

„Die Zukunft kann man nicht im Rückspiegel sehen“, sagte einst US-Investor Peter Lynch. Doch zumindest die anderen Verkehrsteilnehmer sollten dort jederzeit gut ersichtlich sein. Das sagt die StVO in Paragraph 56: Ein Rückspiegel und zwei Außenspiegel sind (Kleinstserien-Modelle und Oldtimer ausgenommen) beim Pkw Pflicht. Sogar auf die passende Einstellung verweist der Gesetzestext an dieser Stelle. Wann Außen- und Seitenspiegel perfekt eingestellt sind, erklären wir hier.

Außerdem stellen wir gängige Spiegel für den toten Winkel vor: Zusatzspiegel in aufgesetzter oder angeklebter Form. Solche, die den Außenspiegel ergänzen, und jene die den Innenspiegel ersetzen. Zuletzt geht es um Spiegel für Zugfahrzeuge für Anhänger oder Caravans – um gesetzliche Bestimmungen und die verschiedenen Varianten ihrer Erfüllung.

Spiegel-Einstellung im Auto: Tipps und Grundlagen

Was gehört zur richtigen Einstellung der Spiegel? Noch bevor die Spiegelflächen elektronisch oder manuell justiert werden: Die richtige Sitzposition.

Grundlage: Sitzposition einstellen

Warum die richtige Sitzposition entscheidend ist? Einerseits, weil die Anbringung der Spiegel durch den Hersteller von einer typischen Sitzposition ausgeht – wer den Fahrersitz zum Liegestuhl macht, kann den Rückspiegel womöglich gar nicht einstellen. Andererseits ergibt es einfach nur Sinn. Wer den Spiegel zuerst justiert, muss nach der Sitzeinstellung erneut korrigieren.

Und so gehts: Für die maximale Sicherheit bei Unfällen und ausreichend Kraft auf der Bremse sollte man die Beine nie ganz durchstrecken können (abgewinkeltes Knie). Ähnliches gilt für die Ellenbogengelenke, welche über die Position der Lehne und die Lenksäulen-Verstellung zu ihrem Winkel kommen. Generell gilt: Je näher das Lenkrad am Körper ist, desto mehr Kontrolle hat man. Zur Sitzhöhe existiert eine Faustregel im wortwörtlichen Sinn: Eine geballte Faust sollte zwischen Kopf und Dachhimmel stets noch Platz finden.

Seitenspiegel einstellen im Detail

Die Außenspiegel können in vielen Fahrzeugen elektrisch eingestellt werden. Wichtig dabei: die richtige Sitzposition. (Bild: iStock)

Passt die Sitzeinstellung, gehört die Aufmerksamkeit dem Seitenspiegel. Wir empfehlen den Start auf der linken Seite – denn bei manchen Autos korrigiert sich die Position des rechten Spiegels automatisch mit. Meistens lässt sich das (wenn vorhanden) nur in den Untiefen der Unter-Menüs abstellen. Das Prinzip ist auf beiden Seiten gleich. Es geht um ein möglichst breites Sichtfeld bei gleichzeitigem Gefühl für die Abmessungen des eigenen Autos.

Experten empfehlen eine Position, die das Auto gerade noch mit ins Bild bringt. Sprich: In der rechten unteren Ecke (bzw. der linken Ecke auf der Beifahrerseite) sollte ein Ausschnitt der eigenen Karosse sichtbar bleiben. Viele Ratgeber empfehlen den hinteren Türgriff (beim Fünftürer) als Referenzpunkt, wir sehen das weniger kritisch.

Alles was dem Fahrer beim Abschätzen des eigenen Hecks hilft ist erlaubt. Was die Neigung der Spiegelfläche angeht: Im Idealfall teilt der Horizont den Seitenspiegel ungefähr in zwei. Wer zu viel Asphaltgrau oder Himmelblau im Seitenspiegel sieht, verpasst das Wesentliche auf der Nebenfahrspur.

Diese Richtlinien gelten sowohl für Modelle mit elektrischer als auch mit manueller Seitenspiegelverstellung. Für die elektrische Variante gibt es zwei weitere Tipps: Der Wählhebel sollte, wenn vorhanden, in die neutrale Position (meist mit 0 gekennzeichnet) zurück. Für den Fall, dass der Fahrer unbeabsichtigt den Knopf streift. Durchaus möglich bei größeren Leuten in kleineren Autos. Bei manchen Modellen existiert keine Null-Stellung, aber eine Heizungs-Position. Letztere sehen wir nicht als alternative Neutral-Position, denn bei laufender Heizung steigt der Energiebedarf und sinkt die Lebenserwartung der Spiegel.

Noch ein Tipp zum Parallel-Einparken an der rechten Straßenseite: Einfach den Außenspiegel der Beifahrerseite kurzzeitig nach unten einstellen, sodass die Bordsteinkante ins Sichtfeld rückt. Manche Autos machen das automatisch, sobald der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt.

Innenspiegel: Einstellung des großen Rückspiegels im Detail

Bei der Einstellung des Rückspiegels geht es darum, den maximalen Blick durch die Heckscheibe zu erreichen. (Bild: iStock)

Beim Innenspiegel im oberen Bereich der Windschutzscheibe läuft die Justierung immer manuell ab. Das Ziel ist der maximale Ausschnitt der Heckscheibe. Ist die Rückbank unbesetzt, hilft es die hinteren Kopfstützen abzusenken oder umzuklappen. Das verbessert die Sicht.

Zusatzspiegel und Totwinkel-Spiegel für PKW: Varianten für Außen und Innen

Mitunter opfern Hersteller die Rundumsicht einem gefälligeren Design, der Sicherheit oder dem Luftwiderstand (cw-Wert). Ersteres geschah mit den Fensterausschnitten des Mazda 3, letzteres trieb VW (u.a.) beim Golf 4 mit einem kleineren rechten Spiegel auf die Spitze.

Leidet die Rundumsicht ist auch der tote Winkel größer. Für beides bietet der Nachrüst-Markt Lösungen an. In Form von aufgesetzten Zusatzspiegeln, eingeklebten Spiegeln und Nachrüst-Spiegeln für den Innenraum. Die Gemeinsamkeit: Für den Anhänger-Betrieb eignen sich diese Hilfsspiegel allesamt mäßig – schließlich ragen sie oft nicht über die Breite der herkömmlichen Spiegel hinaus.

Aufgesetzte Zusatzspiegel: Der kleine Bruder des Außenspiegels

Aufgesetzte Spiegel kommen häufig bei Fahrschulautos zum Einsatz. (Bild: iStock)

Hierunter versteht man, was in der Praxis am häufigsten an Fahrschulautos zu sehen ist: Einen kleineren Außenspiegel, der auf (seltener auch unterhalb) des regulären Spiegels angebracht wird. Der Haupt-Unterschied zwischen privater Nutzung und Verwendung in der Fahrschule liegt in Fokus und Einstellung.

Beim Fahrschulauto soll der Zusatzspiegel dem Fahrlehrer eine Idee des Geschehens hinter dem Fahrzeug geben. Richtet sich der Zusatzspiegel zum Fahrer, geht es dagegen um die Minimierung des toten Winkels seitlich neben dem Fahrzeug. Die Befestigung erfolgt über Klebestreifen, Klemmen oder (seltener) Gummibänder. Man unterscheidet Planglas-Spiegel und gewölbte Spiegel.

Ein Vorteil der gewölbten Variante besteht im größeren Sichtfeld. Dafür kann der Fahrer Distanzen und Geschwindigkeiten beim Blick in einen Planglas-Spiegel besser abschätzen. Aufgesetzte Zusatzspiegel dieser Art gibts ab 16 Euro (2 Stück inklusive Klebestreifen).

Eingeklebte Zusatzspiegel: Der Klebe-Spiegel im regulären Spiegel

Klebespiegel dürfen nur kleine Flächen des Seitenspiegels einnehmen: Zu große Spiegel führen zur Erlöschung der Betriebserlaubnis. (Bild: iStock)

Beim Klebespiegel geht es um die Nachrüstung dessen, was viele Modelle ab Werk aufweisen: Eine weitere Spiegelfläche innerhalb der regulären Spiegelfläche. Durch eine andere Wölbung und/oder Ausrichtung soll sie den toten Winkel minimieren und die Übersicht verbessern. Ab rund 6 Euro gibt es diese, wenige Quadratzentimeter kleinen, meist rundlichen Einsätze.

Ein Klebestreifen ist üblicherweise enthalten, die Rechtssicherheit nicht unbedingt: Wie der TÜV-Süd gegenüber Promobil angibt, hängt deren Legalität stark von der gewählten Position ab. Konkret dürfen die Klebespiegel das reguläre Sichtfeld im Außenspiegel nicht einschränken. Nimmt der Nachrüst-Spiegel zu viel relevanten Platz ein, kann die Betriebserlaubnis erlöschen.

Nachrüst-Spiegel für den Innenraum: Alternative zum Innenspiegel

Diese Variante begegnet dem Problem des toten Winkels mit einem anderen Ansatz. Zusätzliche Innenspiegel können die Sicht zur Seite verbessern. Die Maßnahme ergibt vor Allem bei regulären PKW mit herkömmlichen Seitenscheiben Sinn. Beim Transporter ohne Heckscheibe, verständlicherweise eher weniger. Aus gesetzlicher Sicht ist entscheidend, dass der zusätzlich im Innenraum angebrachte Spiegel die reguläre Sicht nach vorne und zur Seite nicht einschränkt.

Auf dem Markt gibt es zwei Varianten: Einerseits Spiegel, die mittels eines Saugnapfs (oder Klebestreifens) zusätzlich zum serienmäßigen Innenspiegel angebracht werden. Hierfür starten die Preise im Bereich unterhalb 20 Euro. Ein paar Euro teurer ist ein Innenspiegel-Ersatz. Dann wird eine alternative Spiegelfläche (z.B. mittels Gummibändern) über den regulären Innenspiegel angebracht und verdeckt diesen.

Geht es um die Vergrößerung des indirekten Sichtfeldes, kommt zumeist schlicht ein größeres Exemplar als serienmäßig verbaut zum Einsatz. Soll der tote Winkel schrumpfen, wählen Fahrer zumeist eine gewölbte Alternative.

Zusatz-Spiegel für den Anhängerbetrieb: Bestimmungen, Varianten, Einstellung

Ist der Anhänger breiter als das Zugfahrzeug werden Zusatzspiegel auf beiden Seiten zur Pflicht. (Bild: iStock)

Sind zusätzliche Spiegel beim Gespann-Fahren Pflicht oder empfehlenswert? Das fragen sich jede Urlaubssaison aufs Neue viele Caravan-Besitzer. Die StVO (Paragraph 56) regelt den Einsatz der Außenspiegel recht klar: Ist der Anhänger oder Caravan breiter als das Zugfahrzeug, muss ein zusätzlicher Außenspiegel her. Und zwar auf beiden Seiten.

Wer dies vergisst, den erwarten in Deutschland nur milde Strafen, der Bußgeldkatalog sieht 15 Euro vor. Doch in vielen beliebten Urlaubsländern liegen die Bußgelder deutlich höher. Frankreich etwa erhebt ein reguläres Bußgeld von 600 Euro. Ragt der Anhänger nicht über die Dimensionen des Zugfahrzeugs hinaus, steht den Fahrern der Einsatz solcher breiter Zusatzspiegel frei.

Varianten des „Caravan-Spiegel“

Wie bei aufgesetzten Spiegeln existieren gewölbte Varianten sowie Planglas-Versionen. Zu den angeführten Vor- und Nachteilen gesellt sich beim Caravan-Spiegel ein Plus zugunsten der gewölbten Variante: Da die Spiegel für den Anhänger-Betrieb weit herausragen, neigen sie zu Vibrationen. Diese Vibrationen kann das menschliche Auge im breiteren Sichtfeld des gewölbten Spiegels besser ausgleichen.

Doch vor den Details steht beim Caravan-Spiegel eine Grundsatzentscheidung: Soll es ein Zusatzspiegel aus dem Katalog des Autoherstellers sein? Oder eine Nachrüst-Lösung, die an alle gängigen Außenspiegel montiert werden kann? Preislich starten empfehlenswerte Lösungen der Nachrüster bei rund 40 Euro, Zusatz-Spiegel der Autohersteller kosten meist jenseits der 100 Euro.

Vorteil der teureren Option: Sie wirken optisch eleganter, sitzen (meistens) fester und vibrieren weniger. Doch wer das Zugfahrzeug häufig wechselt, könnte mit der Nachrüst-Variante trotzdem besser fahren. Wir empfehlen Modelle mit Klemmen anstelle einer Halterung aus Gummibändern. Und höchste Vorsicht beim Montieren und Festziehen am Originalspiegel: Lackkratzer sind oftmals fast vorprogrammiert.

Einstellungen und Detail-Bestimmungen für Caravan-Spiegel

Ob Autotransport oder Familienurlaub mit Wohnwagen: Der Blick in den Innenspiegel wird bei praktisch allen Anhängerfahrten geblockt. Daher sollte der Zusatzspiegel das Geschehen hinter dem Anhänger abbilden. Das klappt am besten, wenn der montierte Spiegel die breiteste Stelle des Anhängers um vier bis sechs Zentimeter überragt. Zur konkreten Einstellung empfehlen Experten: Die hintere Ecke des Anhängers sollte im Spiegel noch sichtbar bleiben. Wie bei der Einstellung des herkömmlichen Spiegels geht es lediglich um einen Ausschnitt am inneren, unteren Bildrand.

Titelbild: iStock

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