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Apple iCar – Autos vom Smartphone-Pionier?
1. Juni 2021
Elektromobilität

Apple iCar – Autos vom Smartphone-Pionier?

Bisher galt Apple vor allem als Vorreiter in der Consumer-Electronics-Branche: Computer, Smartphones, Tablets oder Smart Watches. Apple setzt Maßstäbe in nahezu jeder Produktgruppe mit seinen i-Produkten. Seit Jahren halten sich Gerüchte, dass der Konzern mit Sitz im kalifornischen Cupertino, den Einstieg in die Automobilbranche plant.

Wir sehen uns an, wie handfest die Pläne wirklich sind, welche Gerüchte es gibt und ob ein Apple iCar schon bald auf der Straße zu sehen sein wird.

Das steckt hinter dem Apple iCar

Die Information über die Entwicklung eines eigenen Autos bei Apple ist nicht neu, bereits 2014 gab der Apple-Chef Tim Cook den Startschuss zur Entwicklung eines eigenen Elektrofahrzeuges. Dieses Projekt wurde in der Branche sehr intensiv diskutiert, schließlich hatte Apple keine Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Elektroautos.

Zuvor hatte allerdings bereits Tesla bewiesen, dass auch ohne jahrzehntelange Erfahrung die Entwicklung eines eigenen Elektrofahrzeugs möglich ist. Notwendiges Know-how in den Bereichen Softwareentwicklung und künstliche Intelligenz sind neben den klassischen Disziplinen wie Maschinen und Fahrzeugbau auch für die traditionellen Autohersteller immer wichtiger geworden. Das könnte also durchaus ein Vorteil für Tech-Konzerne wie Apple sein.

Bevor Apple sich jedoch mit der Entwicklung eines eigenen Autos befasste, konzentrierte sich der Konzern auf die Softwareentwicklung für autonome Fahrfunktionen und kooperierte dabei mit etablierten Autoherstellern wie Toyota und Lexus. 2007 soll es zudem bereits Gespräche zwischen dem damaligen Apple-Chef Steve Jobs und Volkswagen gegeben haben.

Apple selbst hat bislang nie offiziell bestätigt, dass wirklich an einem eigenen Auto gearbeitet wird. Hinweise und Gerüchte darauf gab es aber immer wieder. Zuletzt stand das „Project Titan“ im Fokus, das 2015 wohl ein Apple Auto auf den Weg bringen sollte. Mehr als 1.000 Mitarbeiter sollen daran mitgearbeitet haben. Unklar ist allerdings, ob der Fokus von Apple während der Entwicklung vom eigenen Auto zu einer Systementwicklung für autonomes Fahren gewechselt ist.

Das ist der aktuelle Stand

Für Apple als Tech-Riesen stellt sich eine entscheidende Frage: Soll ein vermeintliches Auto komplett in Eigenregie entwickelt und produziert werden oder fällt die Konzentration ausschließlich auf die Kernkompetenzen in Design- und Softwareentwicklung? Letzteres würde diverse Kooperationen mit Zulieferern und Auftragsfertigern voraussetzen.

Aktuell würde sich vor allem die zweite Möglichkeit anbieten, da diese dem bekannten Geschäftsmodell von Apple entspricht. Seine aktuellen Produkte vermarktet Apple als „Designed in USA“, die eigentliche Herstellung der Geräte übernehmen jedoch Auftragsfertiger wie Foxconn. Ein ähnliches Zusammenarbeitsmodell stünde auch für die Produktion eines Elektroautos zur Wahl.

Nachdem Verhandlungen mit BMW und Nissan bereits scheiterten, berichtete Anfang 2021 eine südkoreanische Zeitung von einer sich anbahnenden Partnerschaft zwischen Apple und den Autoherstellern Hyundai und Kia. Hierbei würde die von Hyundai entwickelte Electric-Global Modular Platform (E-GMP) eine geeignete Basis für das Apple iCar darstellen. Diese Plattform soll künftig nicht nur von Hyundai und Kia, sondern auch für Elektromodelle von General Motors und PSA genutzt werden.

Allerdings schien die offene Kommunikation der Koreaner hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der E-GMP nicht den Vorstellungen von Apple zu entsprechen. Der kalifornische Tech-Gigant ist eher dafür bekannt, Spezifikationen und Entwicklungen bis zum Release geheim zu halten.

Die Berichte um eine mögliche Partnerschaft, die von Hyundai und Tochtermarke Kia zuerst nicht dementiert wurden, waren das Gegenteil von subtil. Am Ende wurde nicht nur keine Partnerschaft verkündetet, die Autobauer aus Südkorea dementierten die Gerüchte aktiv und verloren im Anschluss direkt einige Prozentpunkte an der Börse.

Zum aktuellen Zeitpunkt haben sich Magna und LG als potenzielle Kooperationspartner hervorgetan. LG ist schon seit vielen Jahren in der Automotive-Branche vertreten, hauptsächlich mit Produkten in den Bereichen Batterie, Antrieb, Thermal-System und Infotainment.

Mit Magna sieht Apple einen Partner an seiner Seite, der sich bereits durch die Entwicklung von Fahrzeugsystemen bis hin zu kompletten Derivaten auszeichnen konnte. Für Jaguar baute das Unternehmen den vollelektrischen SUV iPace. Im April 2021 gründeten LG und Magna das Joint Venture „LG Magna e-Powertrain“, das möglicherweise die Entwicklung und Produktion der ersten Prototypen des Apple iCar übernehmen soll.

Derzeit geht man davon aus, dass erste Prototypen im Jahr 2024 erscheinen könnten. Verkaufsstart möglicher Serienmodelle könnte laut Experteneinschätzungen zwischen 2025 und 2028 erfolgen.

Hätte man sich auch mit Apple-Logo vorstellen können: Die IONIQ-Studie von Hyundai. (Bild: Hyundai)

Was erwartet dich?

Aufgrund des hohen Stellenwerts von Apple bei Fans und Konkurrenten, verbreiten sich Gerüchte über neue Produkte meistens schnell. Es ist somit kaum verwunderlich, dass das iCar ständig in den News stattfindet. Wir haben dir an dieser Stelle die spannendsten Spekulationen zusammengefasst.

Wie wird es aussehen?

Die wohl am häufigsten gestellte Frage ist, was für eine Art Elektroauto sich hinter dem iCar verbirgt. Ein Sportwagen? Eine Limousine? Oder eher ein Van? Wenn du den aktuellen Gerüchten Glauben schenken möchtest, so ist ein Van derzeit wohl am wahrscheinlichsten. Als Vorbild könnte hier das Konzept des ID.Buzz von VW dienen, der die Erfolgsgeschichte des VW-Busses in einem elektrifizierten Umfeld weiterführen soll.

Apples Super-Akku

Mit dem Apple iCar wurde immer wieder ein möglicher Super-Akku in Verbindung gebracht. Dieser soll innerhalb von nur 18 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden können und damit eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern ermöglichen. Die Angaben bezogen sich allerdings noch auf die von Hyundai kommunizierte Spezifikation der E-GMP, die von einer Ladeleistung von 250 Kilowatt ausging.

Mit welchem Akku Apple nun in Zusammenarbeit mit dem Joint Venture aus LG und Magna aufwarten könnte, ist aktuell noch nicht bekannt. Da Apple seit jeher ein sehr ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein vertritt, ist von einem leistungsfähigen Akku auszugehen. Um sich der Konkurrenz nicht geschlagen geben zu müssen, wird die Batterie des iCar wohl mindestens auf dem Niveau des neuesten Akkus von Tesla sein, der auf eine Laufleistung von 1,6 Millionen Kilometer ausgelegt ist.

Fährt das iCar von selbst?

Apple forscht schon seit Jahren an Systemen für autonomes Fahren, es wäre also durchaus denkbar, dass automatisierte Fahrfunktionen in das Apple iCar einfließen werden. Jedoch steht Apple an dieser Stelle vor den gleichen Hürden der etablierten Autohersteller. Zunächst einmal sehen aktuelle Zulassungsbestimmungen für Serienfahrzeuge autonome Fahrzeuge noch nicht vor.

Hier müssten also vorher rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Doch selbst mit entsprechenden Regelungen stellt die technische Umsetzung alle Hersteller noch vor große Herausforderungen. Das betrifft sowohl die im Fahrzeug verbaute Technik als auch die Berücksichtigung der Infrastruktur.

Neben dem autonomen Fahren werden noch weitere interessante Features thematisiert: darunter automatisch öffnende und schließende Türen, VR-Displays und sphärische Räder, die ein Seitwärtsfahren ermöglichen sollen. Allerdings handelt es sich auch hierbei lediglich um Gerüchte, die von Apple bisher weder bestätigt, noch dementiert wurden. Eine Implementierung von Apple CarPlay gilt dagegen als sicher.

Was soll das iCar kosten?

Selbstverständlich stellt sich die Frage nach dem potenziellen Preis des iCars. Die Spekulationen gehen an dieser Stelle weit auseinander. Analysten von Jefferies & Co gehen von einem Preis von etwa 55.000 US-Dollar aus, also etwa 45.000 Euro. Damit wäre das Auto im Vergleich zu Tesla und anderen Herstellern preislich sehr attraktiv positioniert.

Andere Gerüchte und Mutmaßungen gehen allerdings bis zu einem Preis von 120.000 Euro hoch – also fast dreimal so hoch als die Schätzung von Jefferies & Co. Damit wäre das Apple Auto preislich eher beim Tesla Model S Plaid. Das würde dem Premium-Anspruch des Konzerns, für den er aus dem Consumer-Electronics-Bereich bekannt ist, entsprechen.

Warum will Apple ein eigenes Auto entwickeln?

Apple hat mit dem iPhone und dem iPad den Markt für Consumer Electronics revolutioniert und sich eine eigene Nische geschaffen. Warum soll das Unternehmen nun auf einen Markt einsteigen, der vor erfahrener Konkurrenz nur so wimmelt?

Analysten von Loup Ventures begründen das Interesse des Tech-Giganten am Markt vor allem damit, dass der Smartphone-Markt in den USA und Westeuropa recht gesättigt ist. Laut den Berechnungen der Analysten sind jährlich 2,3 Milliarden verkaufte Smartphone möglich, der gesamte Markt ist dabei knapp 434 Mrd. US-Dollar wert. Apple deckt aktuell einen Marktanteil von über 27 Prozent der weltweit verkauften Smartphones ab.

Bei ähnlichen Berechnungen für den Automobilmarkt kommen die Analysten auf stolze 2,8 Billionen USD. Das größte Segment – Personenwagen – bewerten die Experten mit 1,7 Billionen USD. Gerade im Bereich der Personenförderung sehen die Analysten langfristig das größte Potential und ein Segment, das Apple sicher zu gern besetzen würde.

Die ständige Weiterentwicklung von Akkutechnologien, Kameras, unterschiedlichen Ausführungen des iOS-Betriebssystems und hohen Anspruch ans Design zeichnet die Kalifornier bereits jetzt aus – diese Disziplinen sind auch für die Autoentwicklung spannend. Immer wieder machen zudem personelle Verpflichtungen aus der Automobilbranche (zuletzt Fahrwerkentwickler Manfred Harrer von Porsche) Schlagzeilen und feuern die Gerüchte weiter an.

Fazit

Die News über ein mögliches Elektrofahrzeug des Tech-Riesen Apple schlagen regelmäßig Wellen geschlagen. Besonders die breite Fangemeinde der Marke sorgt dafür, dass das Unternehmen im Auto-Segment immer wieder Schlagzeilen macht, ohne dass der Konzern je eines der Gerüchte konkret kommentiert.

Apple steht für Innovation, Qualität und Design – Eigenschaften, die bei modernen Fahrzeugen unabdingbar sind. Ob Apple den Markt wirklich nachhaltig revolutionieren könnte, bleibt weiter nur ein Gedankenexperiment – es scheint aber, dass ihnen das viele Experten und vor allem Nutzer zutrauen.

Aktuell sind aber alle Schlagzeilen lediglich ein Mix aus Gerüchten, Mutmaßungen und Erwartungen – hier und da zwar garniert mit Insiderwissen, doch konkret sind bislang weder Preis, Zeitpunkt oder Aussehen eines Autos von Apple. Gespannt bleiben darfst du dennoch!

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Titelbild: LG Magna

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