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Alles rund um die Altölentsorgung
8. Mai 2020
Wartung & Pflege

Alles rund um die Altölentsorgung

Motor- und Getriebeöl fließen durch die Diesel und Benziner auf unseren Straßen. Sie schmieren nicht nur bewegliche Motorteile im Fahrzeug, sondern sorgen auch für die lebenswichtige Dichtung und Kühlung der zahlreichen Kolben, Ventile und Zylinder. Unsere Autos sind auf einen regelmäßigen Ölwechsel angewiesen. Nach einem Ölwechsel stellt sich allerdings die Frage: Wo kann ich Altöl entsorgen?

Wir erklären dir, welche Altölannahmestellen es gibt, wie du ohne Gebühren Altöl entsorgen kannst und ob es eine Vergütung für Altöl gibt. Wer sich bei der Altölentsorgung an die Vorschriften hält, spart nicht nur Geld, sondern vermeidet auch empfindlich hohe Bußgelder.

Wann ist die Altölentsorgung kostenlos?

Spätestens wenn die kleine, rote Ölkanne – eine der wichtigsten Warnlampen auf dem Armaturenbrett – aufleuchtet, wissen Autofahrer: Es ist wieder so weit! Ein Ölwechsel steht an. Frisches Öl enthält Zusatzstoffe, auch Additive genannt, die für eine problemlose Motorleistung und Schmierung sorgen.

Da diese Zusatzstoffe im Laufe der Zeit verschleißen, ist, selbst wenn das Fahrzeug nur selten zum Einsatz kommt, alle ein bis zwei Jahre ein Ölwechsel zu empfehlen. Andernfalls kommt es zu einer Ansammlung von Metallpartikeln im Öl, die zu einer verminderten Schmier- und Motorleistung führt und im schlimmsten Fall einen fatalen Motorschaden zur Folge hat.

Wenn du einen Ölwechsel selbst durchführst, dann stehst du je nach Motorgröße am Ende mit drei bis sieben Litern Altöl da. Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass Altöl als Schadstoff und Gefahrengut strengen Entsorgungsvorschriften unterliegt.

Wenn du dein Altöl entsorgen, aber keine Kosten dafür in Kauf nehmen willst, dann solltest du dich direkt an die Verkaufsstellen für Maschinenöle wenden. Baumärkte, Tankstellen und Werkstätten, die gewerbemäßig Motor- und Getriebeöl verkaufen, unterliegen gemäß der Altölverordnung einer gesetzlichen Rücknahmepflicht. Als Altölannahmestelle müssen sie die Menge, die sie als neues Öl verkaufen in Form von Altöl wieder abnehmen und so eine kostenlose und umweltgerechte Altölentsorgung gewährleisten.

In der Regel können Kunden also genau die Menge Altöl bei Händlern entsorgen, die sie ursprünglich dort erworben haben, und das kostenlos. Voraussetzung dafür ist, dass noch der originale Kassenbon als Kaufbeleg vorliegt. Solltest du keine Quittung vorweisen können, so werden die meisten Annahmestellen beide Augen zudrücken und dein altes Öl entsorgen, ohne Gebühren zu verlangen.

Neben den Verkaufsstellen für Motor- und Getriebeöle kannst du auch auf einem kommunalen Recycling- oder Wertstoffhof dein Altöl entsorgen. Je nach Stadt lassen sich hier in der Regel haushaltsübliche Mengen zwischen 5 bis maximal 20 Liter kostenlos abgeben. Beachte auch, dass du benutzte Ölfilter, Transportbehälter und ölhaltige Abfälle, die beim Ölwechsel aufkommen, in der Regel kostenlos auf dem Wertstoffhof und bei Altölannahmestellen entsorgen kannst.

Welche Kosten können trotzdem anfallen?

Altölannahmestellen wie Tankstellen und Autowerkstätten sind gewöhnlich die richtige Anlaufstelle, wenn du kostenlos Altöl entsorgen willst. Da aber nichtsdestotrotz unter bestimmten Umständen für eine Altölentsorgung Kosten auf dich zukommen können, solltest du immer zwei Bedingungen beachten. Entweder du kaufst die gleiche Menge Öl, die du als Altöl entsorgen willst, oder du weist einen Kaufbeleg der Annahmestelle für die Menge Öl vor, die du als Altöl kostenlos entsorgen willst.

Besteht eine Verkaufsstelle für Maschinenöl auf die Vorlage einer Kaufquittung für Altöl, dann können durch die Altölentsorgung Gebühren zwischen 5 bis 20 Euro fällig werden, falls du keine Quittung mehr hast, bzw. kein neues Öl beim Händler kaufen willst. Darüber hinaus können noch durch Transportbehälter und öldichte Ablassfolien Kosten zwischen 15 und 20 Euro entstehen.

Obwohl Recycling- und Wertstoffhöfe kleinere Mengen Altöl kostenlos entsorgen, können bei größeren Mengen ebenfalls Gebühren von ein bis drei Euro pro Liter erhoben werden. Weitere Kosten können anfallen, wenn du dein Motoröl über Online-Händler erwirbst. Auch Händler im Internet müssen sich an die gesetzliche Rücknahmepflicht und umweltgerechte Entsorgung von Altöl halten und genau wie andere Verkaufsstellen dieselbe Menge verkauften Öls wieder kostenlos zurücknehmen.

In diesem Fall tragen jedoch die Verbraucher sämtliche Kosten für den Rückversand des Altöls. Da Altöl durch Benzin- und Dieselrückstände leichter brennbar ist, wird es von der Post als Gefahrengut gewertet. Durch strikte Verpackungsvorschriften und einen ordnungsgemäßen Rückversand entstehen dem Kunden für die Altölentsorgung beträchtliche Kosten. Aufgrund der Gefahrengutzuschläge lohnt sich eine kostenlose Altölentsorgung beim Online-Händler also kaum und kommt nur selten zur Anwendung.

Altöl entsorgen Kosten
Wenn du einen Ölwechsel selbst durchführst, dann bleiben am Ende mehrere Liter Altöl über (Bild: Pixabay)

Vorschriften und Bußgelder: Was bei der Entsorgung zu beachten ist

Neben möglichen Gebühren bei einer sachgemäßen Altölentsorgung, gibt es empfindlich hohe Bußgelder, die anfallen, wenn Personen ihr altes Öl nicht den Verordnungen entsprechend entsorgen. Die stoffliche und energetische Verwertung und Entsorgung von Altöl ist in Deutschland durch die Altölverordnung von 1987 und die Altölverordnungsnovelle von 2002 geregelt. Diese legen in erster Linie fest, dass der Verkauf von Motor- und Getriebeöl nur erfolgen darf, wenn der Händler die Kennzeichnungspflicht erfüllt und Verbraucher durch Verpackungshinweise auf die Entsorgung des Altöls über Altölannahmestellen informiert.

Die Novelle von 2002 verpflichtet Händler dazu, genau die Menge Altöl kostenlos zurückzunehmen, die sie verkaufen und den Verbrauchern Annahmestellen anzubieten bzw. Dienstleister zu beauftragen, die eine Altölentsorgung gewährleisten können. Grund dafür ist die vorgeschriebene Aufbereitung von Altölen, die nicht oder kaum durch Schadstoffe verunreinigt sind.

Doch neben den Händlern unterliegen auch Verbraucher in Sachen Altöl klaren Pflichten und Vorschriften. Oberstes Gebot für Verbraucher ist, dass sie Altöle unter keinen Umständen selbst entsorgen, geschweige denn in Wälder, Wiesen oder Gewässer gießen. Schon ein Liter altes Öl kann bis zu eine Million Liter Grundwasser verunreinigen. Die Kosten für die Einleitung von Altöl in Grundwasser unterscheiden sich je nach Bundesland und reichen von 1.500 Euro für einen Liter bis zu 50.000 Euro für mehr als fünf Liter. Für die Einleitung von Altöl in oberirdische Gewässer fallen Bußgelder von 1.500 Euro für einen Liter bis hin zu 30.000 Euro für mehr als fünf Liter an.

Es gibt einige wenige Vorschriften, durch deren Einhaltung jeder dazu beitragen kann, Umweltverschmutzung zu reduzieren und vorzubeugen. Die wichtigsten Regeln für die Altölentsorgung durch Verbraucher lauten wie folgt:

  • Altöle dürfen unter keinen Umständen mit anderen Arten von Altöl, Reinigungsmitteln oder Bremsflüssigkeit gemischt werden. Auch eine Vermengung von Altöl und anderen Abfällen ist verboten.

  • Jede Art von Motor- und Getriebeöl muss separat und in geschlossenen Transportbehältern an die Altölannahmestellen übergeben werden. Nur so ist eine reibungslose Aufbereitung des Altöls möglich.

  • Beim Ölwechsel mit Öl verunreinigte oder allgemein mit Öl beschmutzte Materialien wie Geräte, Tücher oder Behälter dürfen nicht im normalen Müll entsorgt werden, sondern müssen wie Altöl behandelt und an entsprechende Abgabestellen übergeben werden.

  • Privates, unsachgemäßes Verbrennen von Altöl ist illegal und wird als Straftat mit entsprechenden Konsequenzen behandelt .

Getrennte Entsorgung: Welche Arten von Altöl gibt es?

2002 trat die Novelle zur Altölverordnung in Kraft und schrieb Händlern, die gewerbemäßig Motor- und Getriebeöl verkaufen, nicht nur die Aufbereitung von Altöl vor, sondern führte auch eine klare Unterscheidung von Altölsorten durch sogenannte Getrennthaltungsgebote und Vermischungsverbote ein.

Um die getrennte Entsorgung von Altölen zu erleichtern, gibt es seither vier Sammelkategorien, die sich auch in der Altölverordnungsnovelle auf der Website des Bundesjustizamts nachlesen lassen. Diese sind:

Kategorie 1:

  • Nichtchlorierte Motor-, Schmier- und Getriebeöle, Hydrauliköle und Isolier- und Wärmeübertragungsöle auf Mineralölbasis

  • Synthetische Motor-, Schmier- und Getriebeöle

Kategorie 2:

  • Halogenfreie Bearbeitungsöle auf Mineralölbasis (außer Emulsionen und Lösungen)

  • Synthetische Bearbeitungsöle

  • Synthetische Hydrauliköle

  • Andere Hydrauliköle

Kategorie 3:

  • Halogenhaltige Bearbeitungsöle auf Mineralölbasis (außer Emulsionen und Lösungen)

  • Hydrauliköle, die PCB enthalten

  • Chlorierte Hydrauliköle und Motor-, Schmier- und Getriebeöle und Isolier- und Wärmeübertragungsöle auf Mineralölbasis

  • Isolier- und Wärmeübertragungsöle, die PCB enthalten

Kategorie 4:

  • Biologisch leicht abbaubare Hydrauliköle, Motor-, Getriebe- und Schmieröle und Isolier- und Wärmeübertragungsöle

  • Synthetische Isolier- und Wärmeübertragungsöle

  • Öle aus Öl- und Wasserabscheidern

  • Heizöl und Diesel

Je nach Sammelkategorie und Zusammensetzung des Altöls ist eine Aufbereitung einfacher oder komplizierter. So sind mineralölbasierende Altöle der Kategorie 1 in der Regel uneingeschränkt wiederverwertbar, da hier keine oder nur eine geringe Verunreinigung vorliegt.

Altöle der übrigen Kategorien sind nur dann aufbereitbar, wenn sich in den Erzeugnissen keine Schadstoffe ansammeln bzw. die Altöle nicht zu stark mit Schad- und Zusatzstoffen belastet sind. Bei einer starken Verschmutzung werden Altöle energetisch verwertet, also zur Energieerzeugung in Feuerungsanlagen verbrannt.

Ab welchen Mengen lohnt sich ein Altölverkauf?

Wer Altöl entsorgen will, hat sich vielleicht schon gefragt, ob eine Vergütung für Altöl möglich ist und wenn ja: Wer kauft Altöl? Tatsächlich bieten nicht nur gewerbliche und kommunale Altölannahmestellen die Altölentsorgung kostenlos an. Es gibt auch Unternehmen, die sich auf die Aufbereitung und den Ankauf von Altöl spezialisiert haben. Die Konditionen für einen Ankauf bzw. eine kostenlose Abholung plus Vergütung hängen jedoch immer von den jeweiligen Firmen ab.

Allgemein lässt sich aber sagen, dass Verbraucher, die Altöl verkaufen wollen, erst ab Abgabemengen im drei- bis vierstelligen Literbereich mit einer Abnahme rechnen können. Für Privatpersonen bietet sich ein Altölverkauf also kaum an, da Altöl als entflammbares Gefahrengut eine sachgemäße Lagerung in entsprechenden Behältern und angemessenen Stauraum erfordert.

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